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| 1960 - 1970 - 1980 - 1990 - 2000 - UPDATES | |||||
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Pater
Paul Schulte - der fliegende Pater |
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1925
traf Pater Paul Schulte bei einem Berlinaufenthalt den ehemaligen
Kommandeur
des
London-Geschwaders, Ernst von Brandenburg.
Der war inzwischen zum Ministerialrat im Luftfahrtministerium avancierte
und ermöglicht Paul Schulte, mit einer Unterstützung von 3000
Mark, die am Kriegsende unterbrochene Fliegerausbildung zu beenden. Den Flugunterricht musste Pater Schulte aber vor seinen Kirchenoberen zunächst geheim halten, da damals selbst das Radfahren für Priester als unschicklich galt. Als Paul Schulte im Frühjahr 1926 dann den Pilotenschein erwarb, erhielt er durch die Kirche sofort Flugverbot. |
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Im
Frühjahr 1926 begann er
zunächst unter seinen Glaubensbrüdern, dann auch in Politiker-
und Wirtschaftskreisen, für die Idee seiner Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft
zu werben. Seine Vorgesetzten ließen sich überzeugen. Ideelle
und zum Teil auch finanzielle Unterstützung erhielt er durch den
Kölner
Erzbischof, Kardinal Karl Josef Schulte und weiterhin durch Ernst von
Brandenburg. Als Zentrale und Sitz seiner zukünftigen Gesellschaft zog Pater Schulte die Städte Aachen, Düsseldorf, Köln oder München in Erwägung, wobei er Köln favorisiert. Nachdem Schulte vom Düsseldorfer OB das Angebot erhielt, die MIVA in der Luftschifferkaserne in der Golzheimer Heide anzusiedeln, meldet sich auch der Kölner OB Adenauer mit einem positiven Bescheid. |
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Am 22. März 1927 gründete er in Köln im Sitzungssaal der Kölnischen Volks-Zeitung die „Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft MIVAG“. (Später ließ man den Buchstaben „G“ weg.) Die „MIVA“ hatte sich zur Aufgabe gestellt, Katholische Missionen in der ganzen Welt mit gespendeten Automobilen, Motorrädern, Motorbooten und Flugzeugen zu versorgen. Angeblich kam es zu einer solchen Gründung, nachdem Schultes in Afrika missionierender bester Freund, Pater Otto Fuhrmann, an Malaria und Lungenentzündung gestorben war. Aufgrund fehlender Infrastruktur dauerte es fünf Tage, bis man ihn zu einem Krankenhaus bringen konnte, wo er schließlich verstarb. Er wäre zu retten gewesen, wenn der Mission ein Flugzeug zur Verfügung gestanden hätte. Pater Paul Schulte hatte der Verlust des Mitbruders tief getroffen. Er machte es sich zur Lebensaufgabe, Missionarinnen und Missionare in allen Teilen der Welt mit praktischen Verkehrsmitteln auszustatten. Oberbürgermeister
Konrad Adenauer wurde Erster Vorsitzender und stellte in Köln in der
Apostelnstr. 7 auch die Räume zur Verfügung. Den Ehrenvorsitz übernahm
Fürst Alois zu Löwenstein. |
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Rechts: Pater Paul Schulte auf dem Butzweilerhof. Professor Junkers schenkte dann der “MIVA“ eine Junkers K 16 (Kz: D 941) auf deren Motorhaube das Zeichen der MIVA - ein Emblem, halb Flugzeug, halb Kreuz - umkränzt von den Worten: „Obviam Christo in Aera“ (Christus entgegen in der Luft) angebracht war. Leider stürzte die Maschine beim zweiten Flug in Afrika ab. Die Besatzung wurde dabei getötet. Der „fliegende Pater“ ging Ende der Zwanziger Jahre nach Afrika. |
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Wieder
nach Köln zurückkehrte, startete er vom Flughafen
Köln Butzweilerhof mit einem „Flamingo“, dem Flugzeug,
das Ernst Udet als Kunstflieger berühmt gemacht hat, zu einem MIVA-Werbe-Rundflug über
Deutschland. Die Bevölkerung war begeistert und spendete eifrig,
sodass bis 1933 vierzehn Flugzeuge und hunderte Fahrzeuge in die Übersee-Missionen
geschickt werden konnte. Bis 1933 hatte die MIVA bereits 14 Flugzeuge und hunderte von Fahrzeugen in die Mission geschickt. |
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Nach
einem erfolgreichen Werbefeldzug folgte Pater Schulte einem ausdrücklichen
Wunsch des Papstes und richtete 1937 in den Eisregionen Kanadas nördlich
des Polarkreises weitere MIVA-Stützpunkte ein. |
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Der
seit 1937 in Kanada befindliche „fliegende Pater“ Paul
Schulte, der in der Eisregion nördlich des Polarkreises MIVA-Stützpunkte
einrichtete, wurde nach Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September
1939 der Spionage für das Dritte Reich verdächtigt. Die kanadische Regierung hielt die von ihm aufgebauten 15 Funkstationen für Peilstationen, die deutsche Langstreckenbomber unterstützen sollten. Eine weitere Beschuldigung lautete, dass die ebenfalls vom Pater angelegten Benzindepots in Wahrheit zur Versorgung deutscher U-Boote gedacht seien. Daraufhin verließ Schulte Kanada und ging in die USA. |
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Auf
seiner 1. Überfahrt in die USA las Pater
Schulte im Luftschiff Zeppelin LZ 129 „Hindenburg“, für seinen
Bruder Leutnant Franz Schulte, die erste Heilige Messe in der Luft. |
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Im August 1970 siedelte Paul Schulte mit 75 Jahren
endgültig nach Afrika über.
Vier Jahre später, am 7. Januar 1974 war es soweit. In Döbra bei Windhoek/Afrika öffnete der alte Adler Paul Schulte die Schwingen und trat zu seinem letzten Flug an. In Döbra erhielt er dann auch seine letzte Ruhestätte. Im November 1981 feierte der Kölner
Klub für Luftsport (KKfL)
e.V. sein 75jähriges Bestehen. |
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Dies
war nur ein sehr kurzer Abriss der spannenden Lebensgeschichte
des Pater Paul Schulte. Die gesamte Geschichte wurde im Buch "Der
fliegende Pater Paul Schulte" von Josef Schulte und Hermann
Lembeck aufgeschrieben. Das Buch ist im Pattloch-Verlag erschienen
ISBN 3-557--90900-X.
Ausland / International bank transfers |
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