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     1910 - 1919    Europa im Krieg
                                         
                                         
Das Luftschifferbatallion 3
Cöln-Bickendorf
  Die Fliegerstation
Cöln Butzweilerhof
 
   
                                         
                                         
Mein Großvater Flieger Leo Müller V
 
                                         
Manfred von Richthofen
Flugschüler auf dem Butzweilerhof
  Mein Großvater Flieger Leo Müller V
Technikschüler auf dem Butzweilerhof
 
   
                                         
                                         
Angriff auf Lüttich 
Erster Luftangriff auf Antwerpen
 
Erster Luftangriff auf Deutschland 
                                         
  LZ 17 "Sachsen"
erster Luftangriff auf Antwerpen
  Erster Luftangriff auf Deutschland
                                         
Bericht des Kommandeurs Luftschiff M II
 
 
                                         
Bericht des Kommandeurs Luftschiff MII zum Luftschiffmanöver 1910   Die unsichtbaren Flugzeuge
des Kaiserreichs
  "Der eigentliche Zweck d. Fliegerei"
Hauptmann Oswald Boelke
                                         
 
Luftschifferkaserne Cöln-Bickendorf
 
                                         
Lt. Werner Dittmann
Flugschüler auf dem Butz
1916
  Die Luftschifferkaserne   Die Luftschiffrettung
des tapfere
Musketier Lipski
                                         
                                         
   
 
                                         
    Promis der 1910er Jahre
auf der Fliegerstation Cöln
   Flugmaschine REX GmbH
   
                                         
                                         
 
   
                                         
1911
Flugtag in Cöln
  1912
1. Flugtag auf dem Butzweilerhof
   
                                         

 
Die Chronik der Kölner Luftfahrt
von Heribert Suntrop

                                         
Keine Haftung für unvollständige oder fehlerhafte Informationen.
Quellenangaben können gerne bei mir erfragt werden.
     
                               
Diese Chronik ist Eigentum von Heribert Suntrop.
Eine Kopie, auch auszugsweise, ist ausdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung erlaubt.

 


Kölner Club für Luftschiffahrt e.V. gegründet am 06.11.1906:
Vorstand am 01.01.1910
Vorsitzender Studiendirektor Prof. Dr. Eckert, Cöln
Stellvertreter Oberingenieur U. Nottebrock, Cöln
Fahrtenausschuß (Vors.) Friedrich Grünberg, Cöln

Korrespondierende Mitglieder: 3 *) Hildebrandt,A., Hauptmann a.D.,Berlin W 30
Mickel E., Oberleutnant, Charlottenburg
Rotch, Professor, Hyde Park, Massachusets

Ordentliche Mitglieder: 81 *) darunter: Clouth, Richard, Cöln (LSF)**),
Eckert, Pro.,Dr.,Cöln (BFA)**),
Greven, Wilhelm R., Cöln,
Grüneberg, Friedrich, Cöln,
Hiedemann, Hans, Cöln,
von Kleist, Hauptmann, Cöln (LSF)**)
Moedebeck, Oberleutnant, Berlin,
Nottebrock, U., Cöln, (BFA)**),
Röthe, Major, Verkehrsoffizier vom Platz Cöln,
Stollwerck, Gustav, Fabrikbesitzer, Cöln (BFA).

 
 
1910-02-00
Der Deutsche Luftfahrer-Verband in Berlin beginnt mit der Ausstellung der Zeugnisse (Pilotenscheine) für die in Deutschland fliegenden Luftfahrer.
Dieses Dokument ist von jetzt an für alle fliegerischen Betätigungen erforderlich.
 
 
1910-02-01
August Euler, der Fahrrad- und Automobilfabrikant, erhält den Flugzeugführerschein Nr.1.
Er beschäftigt sich seit 1908 mit dem Flugzeugbau.
 
 
1910-03-04
Das Fahrprogramm des Luftschiffs „CLOUTH“, welches sich auf dem Gelände der Firma Clouth in Köln-Nippes befindet, erhält eine Verzögerung, als das Gas des Luftschiffs auf den Ballon „CLOUTH V“ übertragen wird.
Der Ballon wird von einem Windstoß erfaßt, weggetragen und landet dann in Belgien.
 
 
1910 04-00

Die vier Luftschiffe, Zeppelin Z II, Parseval P I und P III sowie das Militärluftschiff M II, starten in Köln zu einer Geschwaderfahrt nach Homburg.
Dort wird zwischengelandet. Ein großes Aufgebot von Militärmannschaften hält die Luftschiffe.
Der Nordwind frischt derart auf, daß Gefahr für die Halteleute besteht. Nur der Parseval P III kann mit seinen stärkeren Motoren den Wiederaufstieg wagen. Er landet wieder glücklich in Köln. Bei den anderen Luftschiffen muß das Gas herausgelasssen werden. Der Zeppelin Z II wird abgebaut.

 
 
1910-04-25








2. Kölner Luftschiffmanöver:
Das Zeppelin-Luftschiff Z II startet von Köln aus zu einer Manöverfahrt, gerät über Limburg an der Lahn in eine Schlechtwetterwand und wird nach der Notlandung abgetrieben.
Bei Weilburg strandet das Schiff und wird dabei gänzlich zerstört.
Z II (LZ 5), am 1909-08-05 in Köln in Dienst gestellt, hat nur eine Dienstzeit von acht Monaten und 20 Tagen erreicht.
Luftschiff Z II in Köln
 
 
1910-05-12
Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Köln schließt mit der Deutschen Luftschiffahrts A.G. „DELAG“ einen Vertrag zur Stationierung eines Zeppelin-Luftschiffes in Köln. Als Luftschiff-Ankerplatz wird für 25.000 Mark das Gelände des Butzweiler Hofs (am Ossendorfer Weg) hergerichtet.
 
 
1910-05-30
August Euler macht vom Feld des Butzweiler Hofs einen Flug von einer Stunde und 19 Minuten.
 
 
1910-05-31
Besichtigung des Luftschiffs „CLOUTH“ durch Se. Kgl. Hoheit Prinz Leopold.
 
 
1910-06-03
Bei der 37. Fahrt des Luftschiffs „CLOUTH“, die in 80 Minuten von Köln-Bickendorf nach Köln-Niehl, Köln-Longerich, Glessen und zurück führt, fährt von Kleist auch über den Niehler Exerzierplatz, wo die Truppen von Prinz Leopold inspiziert werden.
 
 
1910-00-00



Der 27jährige Kölner Ingenieur Arthur Delfosse gründet in Köln-Riehl StammheimerStr. 12 die erste Spezialfabrik für Flugzeugmotoren in Deutschland.
Hier werden die sog. „Rotatif-Motoren“ mit drei, fünf und sieben Zylinder, die ersten luftgekühlten Stern-Umlaufmotoren gebaut, aber auch verbesserte Eindecker von Delfosse konstruiert und geflogen.
Der Flugmotorenbau verschaffte ihm internationalen Ruf in der Fliegerei der Vorkriegszeit.
Im Firmenkatalog 1910 und der Zeitschrift „Flugsport“ 1911 wirbt Delfosse mit dem Werbetext: „Eindecker, garantiert fliegend. Gerippe aus nahtlosem Stahlrohr, autogen geschweißt oder Holz mit Motor=Type 1, für 7500 Mark.“
In diesen Anfangsjahren fliegen beinahe alle Kölner Flieger mit Delfosse-Motoren, u.a. auch Jean Hugot und Bruno Werntgen.
 
 
1910-00-00


Jean Hugot, der Kölner Flieger und Konstrukteur, bringt mit einem Pferdefuhrwerk (er wohnt in der Gumprechtstraße) seine Maschine auf das Feld des Butzweiler Hofs und versucht dort einen Start, der jedoch mißlingt. Hugot führt Veränderungen - Verkleinerung der Tragflächen - durch und es gelingt ihm bei dem nächsten Versuch mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h die Maschine für wenige Sekunden auf eine Höhe von 1-2 Meter zu bringen. Neue bauliche Verbesserungen bringen immer größere Sprünge.Schließlich bewältigt er schwebend bis zu 60 Meter bei zwei Meter Flughöhe.
Hugot hat schließlich seine Maschine so umgebaut, daß sie der ursprünglichen Form kaum noch ähnlich sieht.
 
 
1910-09-01
Der Cölner Club für Luftschiffahrt (CCfL) nimmt seinen 8. Ballon, den „DEUTZ“ mit 300 cbm, in Betrieb.
 
 
1910-09-07

Der Inhaber der Firma „Franz Clouth Rheinische Gummiwarenfabrik m.b.H. Cöln-Nippes“, Franz Clouth, verstirbt plötzlich im Alter von 72 Jahren. Er wurde am 18.02.1838 in Köln geboren.
Er und seine Firma, die am 10.09.1862 gegründet wurde, erwerben sich Weltruhm in der Entwicklung der Luftfahrt.
Der Produktionsbetrieb in Nippes an der Niehler Str. wurde 1868 eröffnet - 20 Jahre vor der Eingemeindung durch Köln.
 
 
1910-00-00
Der Kölner Jurist Dr. Josef Hoos gründet die Firma „Gesellschaft für Flugmaschinen und Apparatebau“ (Gefa), Köln-Bickendorf. Firmensitz ist in Köln-Ossendorf an der Rochusstraße.
 
 
1910-11-25
Der 17jährige Bruno Werntgen (geb.18.3.1893) macht als jüngster*) Pilot in Deutschland auf dem Flugplatz Berlin-Johannisthal auf einem Dorner-Eindecker **) den Pilotenschein Nr.40.

*) zweitjüngster ist der um wenige Monate jüngere Bruno Jablonski; er hat die Pilotenlizenz Nr.30 .
**) Hermann Dorner, ein schon bekannter Konstrukteur.

 
 
1910-12-13
Bruno Werntgen erhält als jüngster Pilot Deutschlands den Pilotenschein Nr. 40.
 
 
1911-01-00












Bei einem der Flüge Bruno Werntgens - Richtung des Butzweiler Hofes - den er mit seinem Onkel Wilhelm von Köln-Merheim aus macht um den 40-PS-Körting-Motor zu überprüfen, setzte plötzlich der Motor aus und Werntgen muß im Gleitflug auf dem großen Weidegelände für Rindvieh notlanden. Es gelingt ihm eben über den Zaun hinwegzuschweben und die Dorner-Maschine ohne Bruch aufzusetzen.Da kommt auch schon der Gemeindeflurschütz angelaufen und brüllt: „Habt ihr denn nicht gelesen, daß das Betreten des Butzweiler Hofes wegen Maul- und Klauenseuche verboten ist ?“
Die Mutter Werntgens bekommt bald danach einen Strafbefehl mit der Aufforderung zugeschickt, drei Mark Geldstrafe wegen verbotswidrigen Betretens verseuchten Geländes mit einer Flugmaschine an die Gemeindekasse zu zahlen.
Dieser Schildbürgerstreich der Behörde sorgt in den laufenden närrischen Sitzungen zum Karneval für Heiterkeit.

Der landwirtschaftliche Betrieb Butzweiler Hof wird 1914 abgerissen.

Auch Jakob Möltgen, der spätere Fluglehrer auf dem Butzweilerhof, landet zu dieser Zeit als einer der ersten Flieger auf der Wiese in Nähe des Bauernhofs Butzweiler Hof.
Ein Polizist macht ihn auf das aufgestellte Schild mit der Aufschrift „Betreten wegen Maul- und Klauenseuche verboten“ aufmerksam. Möltgen und sein Begleiter sollen sich auf Anweisung des Polizisten von einem Veterinärarzt untersuchen lassen, aber es gelingt ihnen, sich aus dem Staub zu machen.

Jakob Möltgen und Bruno Werntgen sind befreundet.

 
 
1911-00-00





Der jüngste Pilot Deutschlands, Bruno Werntgen, der am 13.12.1910 vom Deutschen Luftfahrer-Verband den Pilotenschein Nr.40 erhielt, gründet mit seiner Mutter auf auf dem Exerzierplatz in der Merheimer Heide in Köln-Merheim, mit Unterstützung des sehr rührigen Kölner Clubs für Luftschiffahrt, ein Flugunternehmen, die Fliegerschule „Werntgens Flugunternehmen“.

Mit vielen Städten Rheinland und Westfalens werden Verträge für Flugtage abgeschlossen

Der Butzweiler Hof dient Werntgen zunächst gelegentlich als Not-Landeplatz, später hat er für einige Monate hier seine Werkstatt und seinen Startplatz.

Deutschland möchte den Vorsprung Frankreichs ( 30-09- bis 06-10-1909) einholen, und die Werntgens wollen dazu beitragen.
Es wird eine Dorner-Maschine angeschafft, die auf der Straße nach Köln gebracht wird.

 
 
1911-01-00

Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) macht eine Eingabe gegen das Verbot des Überfliegens von Festungen für Luftschiffe.
Er argumentiert, wenn man das Fotografieren von Festungen verhindern wolle, müßte das Verbot auch für Freiballone gelten. Es genüge indessen vollständig, ein Fotografierverbot von Festungen für Luftfahrzeuge aller Art auszusprechen. Die einzelnen Vereine würden dann schon ihre Mitglieder in dieser Hinsicht beaufsichtigen.
Das geplante Verbot habe zur Folge, daß die Stadt Köln, die ohnehin als Festung große Opfer zu bringen habe, bei Überlandflügen als End- und Zwischenstation ganz ausscheide.
Die großen Opfer der Stadt bei der Gründung der Deutschen Luftschiffahrts-Gesellschaft (DELAG) seien dann vergeblich gewesen.
 
 
1911-01-31
Der Kölner Flieger Dr.Josef Hoos unternimmt mit seinem Mechaniker von der Halle in Köln-Merheim einen Überlandflug bei Köln.
Er fliegt in 100 Meter Höhe über Merheim, Niehl und Fühlingen.
In den nächsten Tagen sollen weitere Flüge folgen.
 
 
1911-03-08
Über die Anlage eines Luftschiffhafens in Köln laufen Verhandlungen zwischen dem Preußischen Kriegsministerium und der Stadt Köln.
Diese scheinen einen günstigen Abschluß zu finden.
Das Berliner Ministerium wird gestatten, daß der Luftschiffhafen außerhalb des Festungsrayons angelegt wird, unter der Voraussetzung, daß das Festungsgelände in einer für die Luftschiffer erkennbaren Weise bezeichnet wird.
 
 
1911-04-19
Der Oberbürgermeister von Köln, Max Wallraf, veröffentlicht wegen der großen Mißstimmung die darüber besteht, daß das Luftschiff Zeppelin LZ 8 „DEUTSCHLAND II“ die Festungsstadt Köln meiden muß, den Schriftwechsel mit dem Berliner Kriegsministerium.
Auf das erste Überflugverbot hin hat der OB dem Kriegsministerium klargelegt, wie sehr ein derartiges Verbot Köln schädige. Die Stadt würde dadurch nicht nur aus den Linien des neuen (DELAG) Luftschiffverkehrs ausgeschlossen,nicht nur hätten zahlreiche Bürger erhebliche Summen zur Förderung des Kölner Luftsports vergeblich geopfert, sondern würden auch in Köln bestehende Luftschiffvereine sich auflösen müssen.
Darauf hat der Kriegsminister geantwortet, er würde mögliche Milde walten lassen. Das Verbot an sich müsse sich Köln als Festungsstadt aber nun einmal gefallen lassen.
Für einzelne Ballonaufstiege, bei denen die Mitfahrer bekannt seien, könne man Ausnahmen gestatten. Nicht zulassen könne man die Fahrten der Zeppeline und anderer größerer Luftschiffe über Köln, denn bei dem stetigen Wechsel der Passagiere sei eine Kontrolle der eigenen Person unmöglich. Ein Zeppelin darf also Köln nicht überfahren. Über diesen neuen Schaden sind die Kölner sehr erbost.
 
 
1911-04-24

Da der Aufstieg in der Festung Köln nicht erlaubt ist, startet der Ballon „Hardefuß“ des Kölner Clubs für Luftschiffahrt (KCfL) unter Führung von Hiedemann in Godesberg.
Mit an Bord sind die Führeraspiranten Hegel und Bierth sowie Herr Benn.
Der Ballon landet nach vierstündiger Fahrt glatt im Siegerland.
 
 
1911-04-26

Angesichts der am 1911-05-14 von Köln aus geplanten Ballon-Wettfahrt zwischen dem Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) und dem Niederrheinischen Verein für Luftschiffahrt hat der KCfL sich mit Unterstützung der Stadtbehörde an den Gouverneur der Festung Köln gewandt, mit der Bitte zu gestatten, daß sämtlichen Führern und Mitgliedern des Clubs erlaubt werde, Aufstiege innerhalb des Festungsgeländes zu unternehmen. Eine diesbzgl. Zusage soll schon gemacht sein.
An der Wettfahrt nehmen acht Ballone teil.
 
 
1911-05-05
Das Festungs-Gouvernement erteilt einigen namentlich aufgeführten Herren des Kölner Clubs für Luftschiffahrt (KCfL) Genehmigungen zur Teilnahme der am 14-05- vorgesehenen Ballon-Wettfahrt.
„Es wird hierbei vorausgesetzt, daß sie die Gewähr dafür übernehmen, daß in den Ballons des Cölner Clubs keine photographischen Apparate mitgeführt werden.“
 
 
1911-05-07
10:00 Uhr Aufstieg des Ballons „KÖLN“ mit zwei Personen, Landung glatt bei Aachen um 16.00 Uhr.
Für diese Fahrt liegt die Genehmigung des Gouverneurs vor.
 
 
1911-05-13
Das Kriegsministerium hat nunmehr für den Nationalen Flug 1911 die Erlaubnis zum Überfliegen der deutschen Festungen erteilt. Es müssen jedoch vier Wochen vor Antritt der Fahrt Name und Stand der Teilnehmer dem Kriegsministerium gemeldet werden. Für Köln müssen die Fahrten voraussichtlich verschoben werden, die Flugzeuge treffen (voraussichtl.) am 20.06. ein, der Weiterflug erfolgt (voraussichtl.) am 02.07. über Aachen, M.-Gladbach und Dortmund..
Am 01.07. soll in Köln (voraussichtl.) ein Schaufliegen stattfinden, an dem sich voraussichtlich 20 Flieger beteiligen werden.
Die Stadt Köln wird zur Deckung der Kosten 50.000 Mark aufzubringen haben, dessen Bereitstellung durch erste Finanzkreise der Stadt in sicherer Ausicht stehen.
 
 
1911-05-14






Freiballon-Wettfahrt in Köln.
Neun Ballone sind gefüllt, als die Wetterwachte Aachen für den Nachmittag Gewitterbildung ankündigt. Der Start wird auf 18 Uhr verschoben. Aufstieg von nur sieben Ballonen, da durch das lange Warten und die Böen zwei Ballone Schäden am Ventil erlitten und aufgerissen wurden.
Der von Heimann und M.J.Stelzmann geführte Ballon stieg - durch Verschulden der Bedienungsmannschaft mit geschlossenen Füllansatz ab. Trotz der Gefahr eines gefährlichen Überdrucks, landete der Ballon, wie die anderen auch, glatt.
Für diese Fahrten lag eine Genehmigung des Festungs-Gouvernements vor. Trotzdem ereignete sich eine Kuriosum, das so recht das Verbot des Überfliegens von Festungen kennzeichnet.
Einem etwas später angemeldeten Fahrtteilnehmer aus einer anderen rheinischen Stadt wird die Mitfahrt unter Androhung von Gewalt untersagt. Dabei ist er aktiver Oberleutnant und Regimentskamerad des Ballonführers.
Durch das Eingreifen von anderer Seite gelingt dann doch die Mitfahrt.
Die Kölnische Zeitung schreibt, daß man sich bei solchen Umständen wundern muß, daß wir in Köln überhaupt noch eine Luftfahrt haben.
 
 
1911-06-03
Zur Themenseite Straßenbennung
Der Kölner Ballonfahrer Wilhelm R. Greven (Greven-Verlag) unternimmt mit seiner Frau eine wissentschaftliche Ballonfahrt, die sie auf 8.000 m Höhe führt (ab 6.000 m Höhe Sauerstoffbeatmung).
Beide werden dadurch weltweit bekannt.
 
 
1911-06-19


Großes Schaufliegen in Köln (im Rahmen des Deutschen Rundflugs 1911-06-11 auf der Merheimer Rennbahn.
Bruno Werntgen, jüngster Pilot Deutschlands (Pilotenschein Nr.40) macht auf einem Dorner-Eindecker den ersten Preis für Höhenflug, den 2. Preis für Dauerflug und den 2. Preis für die Mitnahme eines Passagiers.
Er gewinnt 4.335 Mark.
Ebenfalls am Wettbewerb teil nimmt der Kölner Dr.Joseph Hoos auf einem Eindecker der Aeroplanfabrik Ulrich aus Holzminden, ohne jedoch einen Preis zu gewinnen.

Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) und der Kölner Verkehrs-Verein stifteten kleinere Geldpreise für Flugzeugbauer, „die bisher an der großen Öffentlichkeit von ihrem Wollen und Können noch kein Zeugnis abzulegen in der Lage waren“.

 
 
1911-00-00
Zur Themenseite Flugtag 1911
Zweiter großer Flugtag in Köln.
Bei dieser Veranstaltung sind nun auch einige Kölner Flieger vertreten. Vor allen zeigt Bruno Werntgen wohlgelungene Flüge und Signos Apparat erhält für zweckmäßige Konstruktion einen Preis.
 
 
1911-00-00
Bruno Werntgen ist dem in Köln stationierten Infanterieregiment 53 bei militärischen Übungen als „Feinddarstellung“ behilflich.
 
 
1911-00-00
Der Franzose Adolphe Pégoud veranstaltet auf der Pferderennbahn in Köln-Merheim (Weidenpesch) einen Flugtag.
Zu Tausenden kommen die Zuschauer mit Kutschen und Fahrrädern nach dort geströmt. Die Polizei ist machtlos gegenüber diesen Menschenmassen. Pégoud erscheint verspätet und landet auf der Reitbahn vor der Tribüne. Dann startet er wieder und zeigt seinen Kunstflug.
 
 
1911-06-21
Das Festungs-Gouvernement Köln macht den Luftschiffern ein großes Zugeständnis, in dem sie dem Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) die Erlaubnis erteilt, Aufstiege im Freiballon und im Flugzeug im Festungsbereich vorzunehmen. Die Erlaubnis ist an die Bedingung geknüpft, daß photographische Apparate überhaupt nicht mitgeführt werden dürfen. Der Club muß die Befolgung dieser Vorschrift damit überwachen, daß zu jedem Aufstieg ein Vorstandsmitglied anwesend ist.
 
 
1911-06-23

Zur Themenseite Straßenbennung






Frau Claire Greven, eine der ersten Freiballon-Pilotinnen des Kölner Clubs für Luftschiffahrt (KCfL), startet mit dem Ballon „Busley“ vom Startplatz am Lindentor unter Führung ihres Mannes, Wilhelm R. Greven (Greven-Verlag), zu einer wissenschaftlichen Höhenfahrt, die sie in fünf Stunden und 40 Minuten bis nach Leeste bei Bremen führt.
Mit im Korb sind Prof. Dr. Bern(m?)bach und Privatdozent Dr. Selter. Den Platz für einen weiteren Gelehrten, der jedoch verhindert ist, nimmt dann Frau Greven ein.

Die wissenschaftliche Fahrt soll darüber Aufklärung geben, ob und inwieweit der menschliche Organismus in dünnsten Luftschichten noch einwandfrei funktioniert.
Nach weniger als drei Stunden Fahrt erreicht der Ballon eine Höhe von 7.600 m.
Da nur eine Sauerstoffmaske an Bord ist, muß diese in den größeren Höhen ständig herumgereicht werden. Körperliche Anstrengungen bereiten keine Schwierigkeiten, wohl dagegen das Ablesen von Instrumenten und das Umrechnen von Tabellen.
Die Temperatur beträgt bis zu -22 Grad Celsius.
Es werden auch Experimente über den Keimgehalt in verschiedenen Luftschichten durchgeführt.
Frau Greven ist die erste weibliche Höhenrekord-Halterin.
Die Fahrt kann jedoch nicht als Rekordfahrt angemeldet werden, da in den Statuten des Deutschen Luftschiffer-Verbandes (DLV) noch keine Höhenfahrten für Frauen vorgesehen sind.

Trotz entsprechender Vorschläge hielt die Stadt Köln es im Jahr 2008 für nicht angebracht Frau Greven für ihre Pioniertaten durch eine Straßenbenennung am Butzweilerhof zu würdigen. Mehr dazu auf der Themenseite: "Straßenbennung".

 
 
1911-06-00
Der in Bensberg tätige Fritz von Buchka beantragt beim Militär-Gouvernement zu Köln die Genehmigung für einen Flugplatz mit Pilotenschule auf der Steinbreche bei Refrath. Der Antrag wird nicht genehmigt.
 
 
1911-07-01
Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) nimmt seinen 9. Ballon, den „WALLRAF“ mit 500 cbm, in Betrieb.
 
 
1911-07-10
Bruno Werntgen nimmt am Zuverlässigkeitsflug in Köln teil.
Bei turbulentem Wetter dauert sein Flug 42 Minuten.
Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) schreibt ihm unter diesem Datum:
„Wir bestätigen hiermit gerne, daß sie am Mittwoch dem 10. Juli in Gegenwart von Sachverständigen des Kölner Clubs für Luftschiffahrt einen äußerst sicheren Flug von 42 Minuten Dauer bei verhälnismäßig windigem Wetter ausgeführt haben.
Auf dem großen Schaufliegen in Köln am 1911-06-29 wurde von Ihnen der 2. Preis für einen Dauerflug und der 1. Preis für einen Höhenflug und ein 2. Preis für Mitnahme eines Begleiters zugesprochen.
Sie gewannen hierbei von den ausgesetzten 10 000 Mark insgesamt 4 335 Mark.“
 
 
1911-07-23
Der Kölner Flieger Jean Hugot unternimmt mit seinem Flugzeug einen Start. Dabei gerät die Maschine in Brand und wird vollständig vernichtet. Hugot kann sich durch einen Sprung retten und bleibt unverletzt.
 
 
1911-00-00
Fast an jedem Sonntag macht Bruno Werntgen in einer westdeutschen Stadt Schauflüge, da sein Unternehmen viel Geld verschlingt. Er nimmt in den nächsten Monaten bis 1912 an Schauveranstaltungen in insgesamt 47 westdeutschen Städten teil. Die ganze Woche wird in Köln-Merheim geflogen und geschult.
 
 
1911-09-13
Auf dem Flugplatz Köln-Merheim werden bemerkenswerte Flugversuche unternommen.
Der Kölner Flieger Dr.Josef Hoos unternimmt mit Leutnant Dreyer vom Inf.-Regiment 68 in Koblenz einen Überlandflug nach Mülheim, Deutz, dem Deutschen Ring entlang nach Longerich und zurück zum Merheimer Exerzierplatz.
Der Mitflieger konnte während des Flugs sehr gute Beobachtungen und Feststellungen machen.
In einer durchschnittlichen Höhe von 270 Metern wird die 39 Kilometer lange Strecke in 22 Minuten zurückgelegt.
 
 
1911-09-18
Bruno Werntgen nimmt als Zivilist an den Herbstmanövern des VIII. Armeekorps in der Gegend von Jülich teil. Er führt militärische Erkundungsflüge durch und erhält von dem mitfliegendem Hauptmann Koeppen eine glänzende Beurteilung.
 
 
1911-09-20
An diesem Morgen wird das Militärluftschiff M II in die Luftschiffhalle in Köln-Bickendorf zur Ausbesserung gebracht. Es soll an den diesjährigen Luftschiffmanövern teilnehmen. Nachmittags treffen zwei transportable Luftschiffhallen ein, die ebenfalls in die große Halle gebracht werden.
 
 
1911-00-00
Der Festungsgouverneur von Köln, von Westernhagen, verbietet das Überfliegen des Festungsgebiets mit zivilen Flugzeugen.
Allerdings bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel.
So werden z.B. bei den Ballonfahrern des Kölner Clubs für Luftschiffahrt (KCfL) und auch bei Privatpersonen mit gutem Leumund Ausnahmen gemacht, sofern sie bestimmte Regeln beachten.
So steht z.B. den Fliegern Bruno Werntgen, Leutnant a.D. Hans von Klösterlein und Signo sowie ab Herbst 1912 der aktive Flieger Heinz Falderbaum der Exerzierplatz auf der Merheimer Heide zur Verfügung (siehe auch letzter Absatz).
Die wichtigste ist hierbei das Verbot, Photoapparate mitzunehmen und das Stadtgebiet aus der Luft abzubilden.
Das Festungsgouvernement befürchtet die Auskundschaftung des modernen Kölner Festungsrings durch feindliche Spione.

Für Privatpiloten bzw. Gesellschaften, die die Fliegerei geschäftlich betreiben, gilt die Ausnahme jedoch nicht. Aus diesem Grund sehen sich mehrere in Köln etablierte Flugzeugbaufirmen genötigt, aus der Stadt abzuwandern.
Nicht nur „Werntgens Flugunternehmen“ ist betroffen, auch die „Gesellschaft für Maschinen- und Apparatebau (GEFA) der Gebrüder Dr.Joseph und Reinold Hoos, die auf der Merheimer Heide ansässig sind.

 
 
1911-00-00
Der Flugbetrieb Werntgens bekommt Schwierigkeiten, weil der Gouverneur die Geheimnisse der Festung Köln aus der Luft bedroht sieht. Frau Werntgen besucht den Gouverneur, aber ohne Erfolg. Am nächsten Morgen erhält sie ein Schreiben mit dem Verbot der Flugübungen über dem Festungsgebiet von Köln.
Das bedeutet für das Flugunternehmen Werntgen der Zusammenbruch. Mitglieder des rheinischen Adels vermitteln Frau Werntgen die Vorsprache beim Kriegsminister Herr von Einem im Kriegsministerium in Berlin. Der Besuch hat Erfolg; es kann in Köln einstweilen weitergeflogen werden.
 
 
1911-00-00
Bruno Werntgen überfliegt mit seinem Schüler Heinz Dohmen aus Krefeld häufig den Köln-Niehler Exerzierplatz und bietet dort mit seiner Maschine den übenden Infanterieregimentern für Ziel- und Anschlagübungen das Zielobjekt.
 
 
1911-10-01
Bildung des Luftschiffer-Bataillons 3 in Köln.
 
 
1911-10-21
In der Luftschiffhalle in Köln-Bickendorf geht es wieder lebhafter zu.
Nachdem bereits am 1911-09-20 - nach Beendigung des Kaisermanövers - das Militär-Luftschiff M II angekommen ist, ist nun auch das Luftschiff P ? eingetroffen.
Man ist bereits mit der Montage der beiden Luftschiffe beschäftigt und erwartet das Luftschiff Zeppelin Z II/Ersatz (LZ 9).
In der kommende Woche sollen die für den Monat Oktober geplanten Luftmanöver beginnen. Die zur Führung der Luftschiffe bestimmten Ingenieure und Offiziere sind bereits in der Halle anwesend.
 
 
1911-00-00

Die Stadtverwaltung erwägt und plant ernsthaft, in Köln einen Flugplatz auf Dauer zu schaffen.

Der Platz Butzweiler Hof wird alsdann als Landeplatz für Passagierflugzeuge bestimmt.
Diese Platzanlage ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt des späteren Flughafens.
Die Fläche war mit einem Kostenaufwand von 35.000 Mark hergerichtet und an einen Landwirt verpachtet worden.
Die Stadtverwaltung beabsichtigt nun, den Pachtvertrag mit diesem Landwirt zu kündigen, um das Feld für die Fliegerei uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen. Die endgültige Unterbringung des Flugplatzes ist jedoch damit noch keinesfalls entschieden.

 
 
1911-00-00
Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) verhandelt mit der Stadt wegen pachtfreier Überlassung größeren städtischen Grundbesitzes nordwestlich Volkhovens, um an dieser Stelle einen geeigneten Flugplatz zu erhalten.
Die Sache verzögert sich jedoch, bis der Plan durch andere Ereignisse überholt wird. Die Militärverwaltung hat nämlich inzwischen in Verfolg des Aufbaues des militärischen Flugwesens die Schaffung eines Militärflugplatzes in Köln beschlossen.
 
 
1911-11-13
Die Kölner Luftschiffmanöver wurden bisher durch die schlechte Witterung sehr beeinträchtigt. Die zur Verstärkung aus Metz angereisten Luftschiffer sind schon zurück nach Metz zu einer Übung.
Da das Wetter heute günstig ist, steigen die beiden Militärluftschiffe M I und M II auf und machen eine dreistündige Höhen- und Dauerfahrt, die bis Grevenbroich geht.
Die Luftschiffe kehren zurück und sind um 12.00 Uhr in der Halle.
Eine weitere Fahrt machen sie von 14-16 Uhr.
Um 17 Uhr macht das M II einen dritten Aufstieg. Die Fahrt endet durch Motorstörung, und das Luftschiff strandet bei Köln-Longerich in der Nähe des Butzweiler Hofs.
Die durch Lichtsignale herbeigerufene Hilfe kommt zu spät, die Besatzung muß das Ventil ziehen und die Landung erfolgt auf gänzlich ungeeignetem Gelände, wobei Telegrafenstangen und Zäune umgerissen werden und eine Luftschraube zerstört wird.
Der Versuch, das Luftschiff nach der Halle zu überführen, scheitert; es muß deshalb auf der Longericher Straße entleert werden.
Ob eine weitere Teilnahme an den Manövern möglich ist, muß eine Untersuchung klären.
 
 
1911-11-14
Unmittelbar vor der Abfahrt des Ballons „KÖLN“ verbietet ein Polizeikommissar im Namen des Gouvernements den Aufstieg.
Der Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) wendet sich mit Schreiben vom 22.04.1912 an den Oberbürgermeister der Stadt Köln, Max Wallraf.
 
 
1911-11-23
Das neugebaute und in Friedrichshafen nach seiner Abnahme um eine Gaszelle verlängerte Luftschiff Zeppelin Z II/Ersatz (LZ 9) trifft unter Führung von Graf Zeppelin in Köln ein.
Es macht über der Stadt eine Schleife und landet dann um 15:05 Uhr - unter dem Jubel der Zuschauer - vor der Halle in Köln-Bickendorf.
Die Militärs, die mit den Ergebnissen der Manöver nicht zufrieden sind, hoffen, daß durch den Zuwachs durch Z II sich die Kölner Luftmanöver nun flotter entwickeln.
Aber die schlechte Witterung läßt keinen besseren Verlauf zu. Die Erfolge stehen in keinem Verhältnis zu den Erwartungen. Man hofft in den beteiligten Kreisen für die Zukunft auf eine Verlegung dieser Manöver in eine andere Jahreszeit.
Auch der Bau einer drehbaren Halle ist unbedingt erforderlich.
 
 
1911-12-00
Aus Flugsportkreisen wird bekannt, daß die Stadt Köln neben dem Luftschiffer-Bataillon auch ein Fliegerkorps erhält, daß im nächsten Frühjahr gebildet werden soll.
 
 
1911-12-02


Das Kölner Luftschiffmanöver wird heute beendet.
Das Luftschiff M II ist bereits abmontiert. Z II/Ersatz (LZ 9) macht heute noch drei kleine Fahrten, bei dem jedesmal das Personal wechselt. Anschließend wird es entleert.

Die abgeschlossenen Luftschiffmanöver haben in mancher Hinsicht bemerkenswerte Resultate ergeben.
Das neue Zeppelinluftschiff hat sich hervorragend bewährt und ist in der Schnelligkeitsbewertung dem Passagierluftschiff „Schwaben“ überlegen.
Aus einem der teilnehmenden Luftschiffe wurden Bombenabwurfversuche gemacht. Nach den bisherigen Erfahrungen eignet sich das Luftschiff entschieden besser zum Abwurf von Bomben als das Flugzeug. Die größere Geschwindigkeit macht das Zielen schwieriger.
Die Meldung, daß die Luftschiffmanöver wegen der schlechten Witterung in Zukunft auf eine andere Jahreszeit verlegt werden sollen, entbehrt jeder Begründung.

 
 
1911-12-03
Cläre Greven, die Gattin des Mitglieds des Kölner Clubs für Luftschiffahrt (KCfL), Wilhelm R. Greven (Greven-Verlag), erwirbt nach neun Fahrten ebenfalls den Ballonfahrerschein.
 
 
1911-00-00
Flugzeugbauer, Motorenhersteller und Flugpioniere zieht es zum Gelände des Butzweiler Hofs, so REX-Flugzeugbau, Ossendorf; GEFA -Gesellschaft für Flugmaschinen- und Apparatebau, Ossendorf; W.J. Plück; Arthur Delfosse; Abelmann & Laufenberg, Ehrenfeld; John Wenskus u.a.
 
 
1911-00-00
Deutschlandflug des Deutschen Aero-Clubs (DAeC).
Auf den Strecken Münster-Köln sowie Köln-Dortmund wird der Butzweiler Hof berührt.
Der Kölner Flughafen ist Ziel des historischen Deutschlandrundfluges.
 
 
1911-00-00
Das Luftschiff Zeppelin LZ 9 kommt nach beendetem Umbau am 23.11. und nach Abnahme durch das Heer, von Baden-Oos unter Führung von Hauptmann Horn (?) als Ersatz für Z II nach Köln.
 
 
1911-00-00
Bruno Werntgen muß mit seinem Flugunternehmen das Gelände am Butzweiler Hof verlassen.
Selbst mit dem Empfehlungsschreiben von Oberst von Falckenheimer, der Werntgens Einsatz als „wertvolles Objekt für die Ziel- und Anschlagübungen“ wertet, gelingt es nicht, eine Ausnahme von dem durch den Kölner Festungsgouverneur verhängten Überflugverbot der Domstadt zu erwirken.
 
 
1912-01-00
Auf Drängen des Generalstabs beschließt das Kriegsministerium den beschleunigten Aufbau einer Fliegertruppe.
Nun schwenkt die deutsche Rüstungsindustrie um und investiert außer in den Luftschiffbau auch in die Erprobung von Flugzeugen.
Die Flugzeugentwicklung in den europäischen Nachbarstaaten ist bereits weit fortgeschritten. Nach Frankreich hat auch England mit dem Bau von Flugmaschinen begonnen.
Bis zum Herbst des Jahres sollen Fliegerstationen in Metz, Straßburg, Köln, Trier, Neu-Breisach und Saarburg etabliert werden.
 
 
1912-02-00
Von dem am 1911-10-20 durch die Verwaltungskonferenz der Stadt Köln gefaßten Entschluß, dem Kölner Club für Luftschiffahrt (KCfL) in Volkhoven ein Gelände zum Betrieb eines Flugplatzes auf 15 Jahre kostenlos zur Verfügung zu stellen, tritt die Stadtverwaltung wieder zurück, da das Festungsgouvernement eine Reihe von Bedingungen stellt, die mit einem geregelten Flugbetrieb nicht vereinbar sind.
Der Katalog schreibt u.a. vor: die Überwachung der Aufstiege von Ballonen und Flugzeugen*), die besondere Erlaubnis für Aufstiege durch Klubfremde, die Begrenzung des Flugplatzgeländes mindestens 600 Meter von den Festungswerken entfernt und das Einhalten der Platzgrenzen bei Flügen.
 
 
1912-00-00
Jean Hugot erreicht mit seiner dritten, neuen Maschine mit Delfosse-Motor geradezu sensationelle Leistungen:
70 km/h, 10 Meter Flughöhe und eine Strecke von 1.000 m.
Er kauft auf dem Butzweiler Hof eine Halle für seine Geräte.
 
 
1912-00-00
Die „Gesellschaft für Maschinen- und Apparatebau“ (GEFA) der Gebrüder Dr.Joseph und Reinold Hoos, die auf der Merheimer Heide ansässig ist, stellt einen Antrag auf Mitbenutzung des Geländes am Butzweiler Hof für Flugversuche.
Das Festungsgouvernement lehnt dieses Ansinnen jedoch ab.
 
 
1912-03-31
Während des großen Luftballonwettfliegens fahren etwa 13 Ballone über den Wahner Raum, von denen der Ballon „NEUSS“ (Führer Theodor Thywissen aus Neuß) wegen Gas- und Ballastmangel zwischen Libuer Maar und Siegburger Straße niedergehen muß.
 
 
1912-04-14
Zur Themenseite Straßenbennung
Cläre Greven, die Frau des Kölner Ballonfahrers und Mitbegründers des Cölner Clubs für Luftschiffahrt (CCfL), Wilhelm R.Greven, erregt allgemeines Aufsehen, als sie als erste Frau eine Ballon-Alleinfahrt wagt.
 
 
1912-04-23
Bruno Werntgen versucht, zunächst durch Vermittlung von Louis Welter aus Köln mit seinem Unternehmen in Düsseldorf Fuß zu fassen.
Er schlägt vor, daß die Stadtverwaltung Düsseldorf sich an seinem Unternehmen beteiligen soll. Seine Firma will er damit auf eine breite industrielle Basis stellen und die zu gründende Gesellschaft mit einem Kapital von 250.000 Mark ausstatten.
Die Stadt Düsseldorf lehnt diesen Antrag an diesem Tag jedoch ab., ebenso sein Ersuchen, ihm zur Abhaltung von Flugübungen den Zeppelin-Landeplatz auf der Golzheimer Heide zur Verfügung zu stellen und ihm für die Unterbringung von vier Flugzeugen einen 50 x 20 Meter großen Flugzeugschuppen zu errichten.

Gleichermaßend ablehnend verhält sich die Stadtverwaltung gegenüber den Ansiedlungsplänen der GEFA in Düsseldorf.

 
 
1912-04-00
Bruno Werntgen verlegt sein Unternehmen nach Bonn-Hangelar.
 
 
1912-04-00
Die „Gesellschaft für Maschinen- und Apparatebau“ GEFA von Dr.Joseph Hoos wird nach Bonn-Hangelar verlegt.
 
 
1912-04-25
Das Luftschiff Zeppelin LZ 12 wird als Z III dem Heer übergeben.
Es ist bis zu seiner Abwrackung am 01.08.1914 auch auf dem Luftschiffhafen Köln stationiert.
 
 
1912-06-29

Themenseite Flugtag 1912 Butzweilerhof
An diesem Tag organisiert Jean Hugot, der Köln-Bickendorfer Flugpionier, den ersten Flugtag auf dem Butzweiler Hof.
Zu diesem Ereignis kommen 100.000 Zuschauer.
Bei einem Schauflug sackt gleich in der ersten Kurve Hugots Morane-Eindecker aus 15 Meter (10 Meter*) Höhe ab. Die Maschine geht zu Bruch. Der Pilot bleibt unverletzt.
Die nächste Konstruktion kostet ihn 7.000 Mark. Der wiederum von Arthur Delfosse gebaute Umlauf-Motor mit 50 PS bringt eine Geschwindigkeit von 80 km/h.
Hugot hält sich damit 10 Minuten und länger in der Luft.
Erstmals wagt er sich jetzt an Rundflüge.
Hugot stellt in seinem 15 Mann-Betrieb nun Flugzeuge und Flugzeugteile her.
Techniker beim ihm ist Herr Merscheidt Köln-Bickendorf, Nagelschmittgasse.
 
 
1912-07-20
Vor einer großen Zuschauermenge zeigt Bruno Werntgen in Hangelar wiederum ein großartiges Schaufliegen. Mit in seiner Maschine sitzt seine Mutter.
 
 
1912-00-00
Der erfolgreiche Aufbau der Fliegerstationen steigert nicht nur den Bedarf an Flugzeugen enorm sondern auch die Kosten für die Ausbildung der künftigen Militärflieger, die zunächst bei privaten Fliegerschulen unterwiesen werden.
Da der Rüstungsetat des Reiches trotz mehrfacher Aufstockung die erforderlichen Summen nicht zur Verfügung stellen kann, erinnert man sich einer Geldquelle, die nach der Zeppelin-Katastrophe von Echterdingen am 1908-08-05 schon einmal erfolgreich gesprudelt hat: die Flugspende des deutschen Volkes.
Eine Wiederholung des Spendenaufrufs ist also durchaus erfolgversprechend, zumal in Prinz Heinrich von Preußen, einem Bruder des Kaisers, ein bekannter und im Volk beliebter Protektor gefunden wird.

Aufruf zur „Nationalspende des Jahres 1912“:
Ein großangelegter Propagandafeldzug zugunsten der Flugspende läuft an.
Es werden Blumentage veranstaltet, Schaumünzen geprägt und Postkarten gedruckt. Bekannte Flieger bringen durch persönlichen Sammeleifer große Geldsummen in die Kassen der Nationalflugspende. Innerhalb von sechs Monaten kommen Spenden in Höhe von 7.650.000 Mark zusammen.
Etwa sieben Millionen fließen direkt in die Luftrüstung. Bis zum Ende diesen Jahres arbeitet die deutsche Flugzeugindustrie zu 90 Prozent im Auftrag des Heeres und erlebt einen nie dagewesenen Konjunkturaufschwung.
Aus dieser Spende sollen Gelder für die Ausbildung von zahlreichen Mittellosen zu Flugzeugführern sowie Geldpreise für Flugleistungen bereitgestellt werden. In Köln erbringt die Nationalflugspende eine Summe von 101.000 Mark.
OB Max Wallraf stellt das in städtischen Kassen gesammelte Geld Kaiser Wilhelm II. zur weiteren Verwendung zur Verfügung. Der Kaiser aber läßt die Summe nicht in die allgemeine Spendenkasse fließen, sondern überläßt das Geld der „Fliegerstation Cöln“ zum Ankauf von Flugzeugen.
Angeschafft werden fünf „Albatros-Tauben“ aus dem Flugzeugwerk „Albatros“ in Berlin Johannisthal, die den Namen „Cöln I.-IV. (V.?)“ erhalten.

 
 
1912-08-08
Aus Richtung Köln kommend fliegt der französische Flieger Brindejonc des Moulinais mit seinem Eindecker Richtung Wahn.
Die Bürger Porz und Umgebung sehen zum ersten Mal ein Flugzeug.
Der Franzose befindet sich auf einer Luftreise von Paris nach Berlin und unternimmt nach einem vierstündigen Flug in Hangelar eine Zwischenlandung.
 
 
1912-09-15

Themenseite Fliegerstation Butzweilerhof




Es wird der „Grundstein“ zum Flughafen Köln Butzweilerhof gelegt.

Zu den im Westen des Deutschen Reiches im Vorjahr in Darmstadt, Straßburg i. Elsaß und Metz errichteten Militär-Fliegerstationen soll eine weitere in Köln errichtet werden.
Nach diesem Beschluß setzt man sich wegen der Anlage eines Flugplatzes mit der Stadt Köln in Verbindung.
Zwischen dem Reichs-(Militär)-Fiskus, vertreten durch die Intendantur des VIII. Armee-Korps, und der Stadt Köln, vertreten durch den Beigeordneten Dr. Matzerath, wird ein Vertrag über die Verpachtung eines Geländes am Butzweiler Hof abgeschlossen, der die Genehmigung des Kriegsministeriums und der Körperschaften der Stadt Köln enthält.

Das Gelände Butzweiler Hof wird von der Stadt Köln auf 20 Jahre an den Militärfiskus verpachtet, der hier eine Fliegerstation errichtet.

Das Flugfeld liegt für die Fliegertruppe besonders günstig, da es unmittelbar an die in Ossendorf erbaute Militär-Luftschiffhalle und an die Unterkünfte des am 1911-10-01 aufgestellten Luftschiffer-Bataillons 3 angrenzt.

Auf Anregung des „Cölner Clubs für Luftschiffahrt“ (CCfL), behält sich aber die Stadtverwaltung das Recht vor, im Einverständnis mit dem Kommandeur der Fliegerstation, Flugveranstaltungen auf dem Platz durchführen zu können.

Die Stadt sichert vertraglich die Schaffung einer Straßenbahnverbindung bis Ossendorf zu.
Der Militärfiskus übernimmt die Herstellung des Rollfelds und der Flugplatzanlagen.

Der Butzweiler Hof wird demnächst für den zivilen Flugbetrieb gesperrt.
Die Flieger wandern ab nach einem Platz in Köln-Merheim/lrh., so die Flugschule Bruno Werntgen, Arthur Delfosse, Jean Hugot u.v.a.

 
 
1912-00-00
Der von der Merheimer Heide gestartete Bruno Werntgen muß wegen eines Motorschadens auf dem Butzweiler Hof notlanden.
Es erscheint ein Polizist auf der Weide und scheucht Werntgen fort, da auf dem benachbarten Butzweiler Hof die Maul- und Klauenseuche herrscht.
 
 
1912-00-00
Wegen der Sperrung des Butzweilerhofs für die zivile Luftfahrt richtet der „Kölner Club für Luftschiffahrt“ (KCfL) ein Protestschreiben an die Deutsche-Nationalversammlung.
 
 
1912-10-00
Auf dem Gelände des Butzweilerhofs findet der 2. Flugtag statt.
Die Eintrittspreise liegen bei 2,50 und 3,00 Mark, Außenstehplätze 0,50 Mark - sie sind sehr hoch!
 
 
1912-00-00
Die Sportler des Deutschen Ballon-Sport-Clubs und des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL) dürfen das aus den Luftschiffen abgelassene Wasserstoffgas zum zivilen Aufstieg ihrer Ballone benutzen.
Insgesamt 616 Mal klappt die freundschaftliche Zusammenarbeit mit den Soldaten, nicht zuletzt auch dadurch gefördert, daß der Schirrmeister des Luftschiffer-Bataillons 3, Erich Gensicke, auch der Ballonmeister der Clubs ist.
 
 
1912-00-00
Aus dem Luftschiff Z II/Ersatz (LZ 9) wird auf dem Schießplatz Wahn zum ersten Mal mit sogenannten „Festungsselbstladegewehren“ auf markierte Schützengräben geschossen.
 
 
1913-00-00

Themenseite Fliegerstation Butzweilerhof
Die bisher beim Verkehrsoffizier vom Platz in Köln befindlichen Pläne und Aufzeichnungen für die vorgesehene Fliegerstation am Butzweilerhof werden vom am 1912-12-01 eingetroffenen Vorkommando übernommen, und in gemeinsamer Arbeit mit den militärischen und baubehördlichen Dienststellen werden die Aufträge zum Bauen vergeben.
Es entstehen: eine Flugzeugwerft, eine Kraftwagenhalle und vier freitragende Flugzeughallen in den Ausmaßen von je 22 x 60 Meter, zwei unterirdische Betriebstoffanlagen und ein Bremsstand.
Für die Unterkunft der Truppe werden errichtet: eine Wirtschaftsbaracke, eine Geschäftszimmerbaracke und zwei Wohnbaracken für Unteroffiziere und Mannschaften.
Die Offiziere erhalten Stadtwohnungen.
 
 
1913-02-24
Leutnant Schulz landet mit seiner Maschine auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.
An Bord ist Major Siegert, der zweite Stabsoffizier der Fliegertruppe und Kommandeur der Fliegerstationen des Westens (Darmstadt, Straßburg und Metz).
Siegert inspiziert wahrscheinlich den Platz in seiner Aufbauphase.
 
 
1913-02-25




Bruno Werntgen stürzt - fünf Wochen vor seinem 20. Geburtstag- mit seiner Maschine 102 PK in Hangelar - bei einem Testflug aus 15 bis 20 Metern Höhe - tödlich ab.
Auf dem Hangelarer Flugplatz sind anwesend:
Brunos Mutter, einige Schüler, die Monteure und als Gäste einige Offiziere mit Leutnant Bernert, der wohl von seiner Dienststelle den Auftrag hat, die privaten Flugzeugschulen zu besuchen, die irgendwie für militärische Zwecke gebraucht werden können.

Bruno Werntgen ist der erste Pilot, der auf dem Hangelaer Flugplatz tödlich verunglückt.
Die Bonner Bevölkerung geleitet den jungen Flieger in einem riesigen Trauerzug zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Bonner Nordfriedhof.
„ Im Fluge zum irdischen Tod - im Sturze zum ewigen Leben“ lautet die Inschrift auf seinem Grabstein.
Die Städte Duisburg, Köln und Bonn benennen jeweils eine Straße nach ihm.
In Köln befindet sich die Werntgenstraße im Stadtteil Ostheim, in der Nähe des ehemaligen Merheimer Exerzierplatzes.

Vermerk: Alle anderen Darstellungen von Werntgens Tod in den nebenstehenden Quellen: wie der Absturz bei einer Schauveranstaltung; Flugzeug mit 102-PS-Motor; Abfall eines Rads vom Fahrwerk und einer Windboe dürften falsch sein, da das Buch von der Mutter Werntgens geschrieben wurde.

 
 
1913-02-25
Werntgens Fliegerschule wird von seinem Freund Dr. Hoos bis zu Beginn des Weltkrieges weitergeführt.

Nach dem Tode Werntgens zieht es den jungen Jakob Möltgen (24) nach Johannisthal bei Berlin.
Er lernt dort den bekanntesten Motorflieger Deutschlands, Helmuth Hirth, kennen und macht mit diesem seinen ersten Flug in einer Rumpler-Taube.

 
 
1913-00-00
In Köln wird der „CÖLNER CLUB für LUFTSPORT e.V.“ gegründet.
Die Geschäftsstelle ist in Köln in der Jülicher Straße 30.
 
 
1913-03-00
Die inzwischen fertiggestellte Flugzeugwerft auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof wird mit modernsten Werkstattmaschinen und Werkzeugen ausgestattet und wird von Werkmeister Gentzmann und sechs Spezialhandwerkern in Betrieb genommen.
 
Die ersten Flugzeuge - Gotha- und Rumpler-Tauben - treffen in Köln ein und werden in der fertiggestellte Halle I untergebracht.

Im Lauf der nächsten Jahre werden Rumpler-Taube mit den folgenden Werknummern geflogen:
A 5, A 41, A 43, A 46, A 47, A 50, A 52, A 53 und A 124
 

Oberleutnant Zimmer-Vorhaus , der mit zu den ersten Flugzeugbeobachter gehört, richtet auf Grund seiner reichen Erfahrungen, die er sich in Döberitz bei Leutnant Fink erworben hat - der als Erster die Vorteile des Lichtbildwesens für die Fliegertruppe erkannt und die erste Bildstelle bei der Fliegertruppe einführte- eine Lichtbildabteilung ein.
Er wird dabei von seinem Bildgehilfen, Gefreiter Hölzer, unterstützt.
Von den verschiedensten Truppenteilen treffen die abkommandierten Offiziere und Unteroffiziere auf der Fliegerstation Köln ein.
 
 
1913-04-01

Themenseite Fliegerstation Butzweilerhof
Teile des Flieger-Bataillons 3, und zwar die 1. Kompanie (2. Kompanie in Hannover, 3. Kompanie in Darmstadt), treffen auf dem neuerrichteten Kölner Flugplatz Butzweilerhof ein. - jedoch: 1913-10-01

Die „Fliegerstation Cöln“ nimmt ihren Dienst auf.

Das Gelände des Butzweilerhofs wird zum militärischen Sperrgebiet erklärt.

 
 
1913-04-00
Der Flughafen Köln Butzweilerhof wird zum Militärischen Sperrgebiet und die Zivilisten, unter ihnen Hugot, müssen nach Köln-Merheim ausweichen.
 
 
1913-04-00

Auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof werden die ersten aus der Nationalflugspende 1912 angeschafften Tauben-Flugzeuge eingeflogen.
 
 
1913-04-00
Die Leutnante August Joly (Flzgführerschein Nr.235) und Hans Jochen Siber (Flzgführerschein Nr.236) sind mit Oberleutnant Maximilian Hantelmann **) (Flzgführerschein Nr.223) (ab 1926 Flughafenleiter auf dem Kölner Flughafen) an den nun einsetzenden Vorbereitungen für die Errichtung einer Flieger-Nebenstelle auf dem Schießplatz Wahner Heide beteiligt.
Vom Flughafen Köln Butzweilerhof aus sollen Flugzeuge als Beobachter zur „Artilleriefliegerstation Wahn“ entsandt werden.
 
 
1913-04-05

Zur Themenseite Straßenbennung

Leutnant August Joly vom Flieger-Bataillon 3, Köln Butzweilerhof, landet als erster mit seiner Rumpler-Taube auf einem kleinen Platz zwischen der Kommandantur und einem Munitionsschuppen auf der Wahner Heide, da noch kein Flugzeugschuppen vorhanden ist.
Er soll einen geeigneten Landeplatz erkunden.
Zum Rückflug nach Köln startet Joly jedoch von einem größeren Platz im Süden der Kommandantur.
Joly fliegt noch mehrere Male von Köln nach Wahn zum Fotografieren von Scharfschießen.
 
 
1913-04-17


Trotz des Flugverbots für zivile Maschinen landet ein Zivilflieger auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.
Dem englischen Piloten Gustav Hamel (21) gelingt erstmalig der Direktflug von Großbritannien nach Deutschland.
Er startet gegen Mittag in Begleitung des Journalisten Frank Dupree in Dover, überquert den Ärmelkanal und fliegt über Belgien. Durch stürmische Witterung bedingt verliert er für einige Zeit die Erdsicht und somit die Orientierung. Erst in der Nähe von Emmerich ist es Hamel möglich, mit Hilfe des Rheins sich wieder zurechtzufinden.
Er fliegt rheinaufwärts bis nach Köln und landet auf dem Kölner Flugplatz.

Hamel und Dupree werden von Angehörigen der Fliegerstation herzlich begrüßt, kommen aber nicht ohne Kontrolle auf etwaig mitgeführte Photoapparate davon. Anschließend begleitet Major Maximilian Hantelmann die Herren ins Domhotel. Von dort aus müssen sie die Heimreise per Eisenbahn antreten. Ihr Flugzeug, ein Monoplan, wird ebenfalls auf dem Schienenweg zurücktransportiert.

Anm.: Erst einen Tag zuvor gelang es dem französischen Flieger Dancourt zum ersten Mal die Strecke Paris-Berlin - allerdings mit Zwischenlandungen - zu fliegen.

 
 
1913-04-00






Der „Fliegerstation Cöln“ wird eine Unteroffizier-Fliegerschule angegliedert, in der u. a. als Fluglehrer tätig sind:
Uffz. Hermann Steindorf (Flzgführerschein Nr.335), Thornak, Stephan, Theophil Czipa (Flzgführerschein Nr.277).
Diese sind bis Kriegsausbruch tätig.
Vizefeldwebel Willy Cymera kommt von der 11. Komp. Inf. Regt. 53 (Köln-Kalk) zum Flugplatz Köln Butzweilerhof.


 
 
1913-05-11
Erster „Prinz-Heinrich-Flug“ 1913 unter der Schirmherrschaft des Prinzen Heinrich von Preußen, dem Bruder des Kaisers.
Dieser Flug-Wettbewerb dient als Bestandsaufnahme des flugtechnischen Könnens der Piloten sowie der technischen Eignung der Maschinen als Militärflugzeuge.
Es dürfen nur Flugapparate teilnehmen, die in Deutschland gebaut worden sind und den Anforderungen eines Militärflugzeugs entsprechen.
Als Flugzeugführer sind Offiziere des deutschen Heeres und der Marine zugelassen aber auch Zivilisten, sofern sie von einem im „Deutschen-Luftfahrer-Verband“ organisierten Verein vorgeschlagen wurden.
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Dieser Wettbewerb findet als Mehretappenflug mit der Streckenführung Wiesbaden-Kassel-Koblenz-Karlsruhe-Stuttgart-Straßburg statt.

An diesen beiden Tagen gehören Luftaufklärungsübungen zum Programm, die der Chef des Generalstabs der Armee, General von Moltke, stellte.
Von der Fliegerstation Köln nehmen teil Leutnant August Joly, Oberleutnant Hermann Kastner und Oberleutnant Maximilian Hantelmann.

 
 
1913-05-14
Das Zeppelin-Luftschiff Z II/Ersatz (LZ 9) fährt über Köln; die Luftschiffer machen aus 250-300 m Höhe Luftaufnahmen der Stadt. Aufgenommen wird auch die Reichsluftschiffhalle aus 200 m Höhe.
Führer des Luftschiffs ist Hauptmann Lohmüller.
 
 
1913-00-00
Auf der Wahner Heide schlägt die Stunde der Fliegerei, als mit Oblt. Maximilian Hantelmann eine Rumpler-Taube stationiert und verschiedenen Flüge durchgeführt werden.
 
 
1913-05-00


Erst ab dieser Zeit können vom Flugplatz Köln Butzweilerhof aus ein bis zwei Flugzeuge zu den Schießübungen bei Wahn fliegen.
Dort ist inzwischen eine kleine Halle (Maße 18x22 m mit Anbau von 7x10 m auf beiden Längsseiten) für zwei Flugzeuge und eine Startbahn von 150 m Länge, in nordsüdlicher Richtung verlaufend, fertiggestellt.
Die Monteure werden jedesmal vom Butzweilerhof aus im Flugzeug mitgebracht und abends nach Beendigung des Flugdienstes wieder mit zurückgenommen; denn die Flugzeuge können nur auf dem Butzweilerhof aufgetankt und gewartet werden.
Die Verständigung zwischen der schießenden Artillerie und dem von ihr gestellten Beobachter im Flugzeug ist mit Funksprechgeräten noch nicht möglich.
Die Beobachter geben ihre Meldungen an die schießende Batterie durch Schüsse aus Leuchtpistolen mit verschiedenen Farben weiter.
Nach einiger Zeit funktioniert das Schießen mit Beobachter reibungslos.
 
 
1913-06-00
Hauptmann i. Großen Generalstab Ludwig Osius trägt sich als erster Beobachtungsoffizier der Fliegerstation Köln in das aufgelegte Gästebuch ein.
 
 
1913-07-01

Die Luftschifferkaserne
Erster Spatenstich für die Luftschiffer-Kaserne des Luftschiffer-Bataillons 3 an der Frohnhofstraße 190 in Köln-Ossendorf in Höhe der Emilstraße.
Die Bauleitung liegt in den Händen des Militär-Bauamtes. Die ausführende Firma ist Maar & Pöttchen Köln-Ehrenfeld (wahrscheinlich: Pöttgen 1909-07-00 Ende)
Die Kaserne erhält ein Offizier-Kasino, eine Kantine sowie alle erforderlichen modernen Einrichtungen.
Die Kaserne wird 1970 abgerissen um Platz für ein Hochhaus zu machen.
 
 
1913-07-22
Fernflug vom Flugplatz Köln Butzweilerhof nach Königsberg/Opr. und zurück.
Der Hinflug wird in acht Stunden und fünf Minuten bewältigt.
Auf der Strecke Köln-Berlin-Königsberg / Königsberg-Berlin-Köln (2.500 km) wird in 17 Stunden, 35 Minuten ein neuer Entfernungs- und Dauerrekord auf „Rumpler-Taube“ mit 100 PS-Mercedes-Motor geflogen.
Führer der Maschine ist Leutnant August Joly und sein Begleiter Hauptmann i. G. Ludwig Osius
 
 
1913-07-24









07:10 Uhr Eine weitere unvorhergesehene Landung einer zweisitzigen Maschine auf dem Festungsgebiet Kölns erfordert eine erneute Untersuchung durch die Militärflieger.
Auf dem Weg von Berlin nach Paris sind der französische Flieger Letort (Létert), der am 13.Juli als erster die Strecke Paris-Berlin im Non-Stop-Flug bewältigt hat, und die russische Fliegerin Ljuba Galantschikoff (24) nach ihrem Start in Hannover wegen einer Schlechtwetterfront kurz vor Köln gezwungen, auf einem Rübenacker an der Aachener Straße notzulanden.

Eine tausendköpfige Menge umringt sehr bald das Flugzeug. Die Polizei sperrt es schützend ab und drängt die Zuschauer zurück.
Die kurz nach der Landung eingetroffenen Soldaten der Fliegerabteilung montieren das Flugzeug, einen Morane-Saulnier-Eindecker, ab und schaffen es zum Flugplatz Köln Butzweilerhof.
Das sehr schlechte Wetter verhindert den Weiterflug für zwei Tage (1913-07-26).

Anm.: Die Zigarettenfabrik Batschari in Baden-Baden hat dem Reichsflugverein den Betrag von 10.000 Mark zur Verfügung gestellt für denjenigen, der die Strecke Berlin-Paris innerhalb eines Tages ausführt.

*) Die russische Fliegerin erlernte das Fliegen in ihrer Heimat 1911 auf einem Farman-Doppeldecker. Sie ging dann mit dem in St. Petersburg kennengelernten Anthony Fokker nach Berlin-Johannisthal, wo sie am 22.11.191) mit ihrem Fokker-Eindecker vom Typ „Spinne“ den bisher von Melli Beese gehaltenen Höhenflugrekord für Frauen von 850 Metern mit 2.200 Meter fast um das Dreifache übertraf.

 
 
1913-07-26
Die am 1913-07-24 - auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof notgelandeten Flieger Letort (Létert) und Ljuba Galantschikoff starten trotz neblichem Wetter zum Weiterflug nach Paris.
Trotz des weiterhin schlechten Wetters und zuletzt fehlenden Flugbenzins landen sie wohlbehalten etwa 100 Kilometer vor Paris.
 
 
1913-09-15



Nationalflugspende 1913 für Überlandflüge

In Porz erregt der Vorbeiflug des ersten Wasserflugzeug-Doppeldeckers, mit dem der Ingenieur Heinrich Dahm von der Firma „Flugzeugbau Friedrichshafen“ rheinabwärts kommend auf seiner Fahrt nach Köln und Kiel (Hamburg) unterwegs ist, großes Aufsehen.
Der Doppeldecker fliegt in ganz geringer Höhe und landet am Bootshaus des „Cölner Clubs für Wassersport“ südlich von Rodenkirchen.
Wegen Schwimmerundichtigkeit wird die Maschine unterhalb Westhovens aufs Land gebracht und wird am Sonntag von vielen Hunderten Neugierigen besucht.


Langstreckenfug mit Heinkel-Eindecker von Köln Butzweilerhof nach Posen.
Oberleutnant Hermann Kastner, der Adjutant des Kölner Flieger-Bataillons 3, legt zusammen mit seinem Begleiter, Leutnant Böhmer, auf der Strecke Köln-Berlin-Posen eine Entfernung von 1.600 Kilometer zurück.
Oblt. Kastner gewinnt mit diesem Rekordflug den fünften Preis der Nationalspende 1913 für Überlandflüge in Höhe von 25.000 Mark.

Leutnant August Joly startet vom Flugplatz Köln Butzweilerhof zu einem Flug nach Wiener Neustadt.

 
 
1913-10-01




Schaffung einer Fliegertruppe mit vier Flieger-Bataillonen.
Mit Aufstellung der Flieger-Bataillone wird der Stab des Flieger-Bataillons 3 und die 1. Kompanie nach Köln verlegt.

Kommandeur des Flieger-Bataillons ist Major Friedel, Hauptmann beim Stabe Hauptmann Kirch, Adjutant Oberleutnant Hermann Kastner.
Für den ?ab 1914-04-01 abkommandierten Hptm. Wilhelm Goebel übernimmt Olt. Maximilian Hantelmann die Führung der 1. Kompanie, zu der auch Leutnant August Joly gehört.

Bei der Etatisierung des Flieger-Bataillons 3 wird der Vizefeldwebel Willy Cymera etatsmäßiger Feldwebel bei der 1. Kompanie. In seiner Freizeit schult er ohne Wissen seines Kompaniechefs auf Rumpler - und Gotha-Tauben.
Seine Fluglehrer sind Sergeant Thornak und Vizefeldwebel Steindorf.

Die Unterbringung der Mannschaften erfolgt zum Teil in Baracken, zum Teil in einem Fort des Kölner Festungsrings.

Bis zum Beginn des Krieges wird der Ausbau stetig fortgesetzt.

 
   
1913-11-27 Rumpler-Tauben Notlandung in Köln-Porz-Langel 27.November 1913Bei Porz-Langel landet eine Rumpler-Taube mit der Werksnummer A 41
auf einem Acker am Krausberg.

Diese Notlandung wurde von Heinrich Schildgen fotografiert.
 
   
1913-00-00
Erste Versuche mit „Luftpost“:
Das Zeppelin-Luftschiff Z III taucht über Porz auf. Aus ihm wird eine Postkarte zur Weiterbeförderung hinausgeworfen, die in einem großen, mit Sand gefüllten bzw. beschwerten Couvert steckt.
Das Gleiche wird aus Urbach gemeldet.
 
 
1914-02-00
Hans Joachim von Hippel absolviert auf der „Fliegerstation Cöln“ seine Beobachterausbildung.
 
 
1914-03-23
Hauptmann Kirch, seit dem 1913-10-01 beim Stab des Flieger-Bataillons 3 auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof, beendet seine Tätigkeit und wird ab 04.05.1914 Kompanieführer in Metz.
 
 
1914-04-01
Der Führer der „Fliegerstation Cöln“ (der 1. Kompanie/Flieger-Bataillon 3), Hauptmann Wilhelm Goebel, wird abkommandiert. Sein Nachfolger wird Oberleutnant Maximilian Hantelmann.
 
 
1914-04-23


Auf der „Fliegerstation Cöln“ trifft von Metz kommend die Aviatik, Kz. B 9, mit Pilot Prestien (I.R.142) und Leutnant Gunther Plüchow *) (I.R.92) ein.
Die Besatzung trägt sich ins Gästebuch ein.

*) Anm.: Kapitän Plüchow wird 1915 als „Flieger von Tsingtau“ und ab 1926 als Erforscher von Feuerland (Argentinien) weltweit bekannt.
Am 28.01.1931 stürzt er mit seiner Heinkel He HD 24 „Tsingtau“, Kz: D-1313, auf Feuerland - mit seinem Begleiter Ernst Dreblow - tödlich ab.
1930-00-00 Ende - kurze Zeit vor seinem Tod - ist Gunther Plüchow auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof.
Plüchow läßt sich mit dem Chef der Fliegerschule des KKfL, Jakob Möltgen, fotografieren.

 
 
1914-05-17





2. „Prinz-Heinrich¬Flug“ 1914
---- ? Vorbemerkung bei 11.- 17-05-1913 ----
Unter Mitarbeit -bei Vorbereitung und Durchführung- auch des (zivilen) „Cölner Clubs für Luftfahrt“ findet der „Prinz-Heinrich-Flug“ 1914 auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof statt.
Der Wettbewerb führt von Darmstadt über Frankfurt und Hamburg nach Köln.
 
 
1914-00-00
Nationalflugspende und Prinz-Heinrich-Flüge sowie alle weiteren unmittelbar vor dem Krieg stattgefundenen fliegerischen Wettbewerbe dienen gezielt der Stimulierung von Flugleistungen, die aus militärischer Sicht von besonderem Interesse sind.
Dazu zählen Mehrstundenflüge mit und ohne Passagier, Dauerflüge, Fernflüge und Höhenflüge mit und ohne Passagier.
Parallel dazu werden den Flugzeug- und Motorenfabriken bedeutende Summen zugeführt, mit denen die Entwicklung immer leistungsfähigerer Maschinen forciert werden soll.
 
 
1914-05-25
Leutnant Zentgraf wird zum Flieger-Bataillon 3 Köln Butzweilerhof kommandiert.
Er wird hier Depotführer und zum Oberleutnant befördert.
 
 
1914-00-00
Der Plan der Stadt Köln, in diesem Jahr eine Rheinflugbootlinie zwischen Köln und Königswinter einzurichten, scheitert an den zu hohen Auflagen des Festungsgouvernements, so u.a. die vorherige Begutachtung der Flugboote durch diese militärische Behörde, die Einhaltung einer Flughöhe von zehn Metern über dem Rhein innerhalb des Weichbildes der Festung und wiederum das Verbot, Photoapparate mitzunehmen
 
 
1914-05-00
Leutnant d. R. Wilhelm F. Clouth, Köln-Nippes, trägt sich ins Gästebuch der „Fliegerstation Cöln“ ein.
 
 
1914-00-00
Der landwirtschaftliche Betrieb Butzweiler Hof wird abgerissen.
Anm. Dabei handelt es sich nur um die Scheunen sowie die Ackerflächen des Bauernhofs. Das Wohnhaus wird wahrscheinlich erst mit dem Bau des Flughafenrweiterungsbaus im Jahre 1935 abgerissen.
 
 
1914-00-00
Vom Flugplatz Köln Butzweilerhof starten Maschinen des Flieger-Bataillons 3 mit Beobachtern, die bei den Scharfschießen der Artillerie (Wahn) zu fliegenden Artillerie-Beobachtern ausgebildet werden.
 
 
1914-00-00
Der „Kölner Club für Luftfahrt e.V.“ (KCfL) hat ca. 1.000 Mitglieder.
 
 
1914-00-00
Vor Ausbruch des Weltkrieges stehen von 138 deutschen Ballonen 11 dem Kölner Club für Luftfahrt (KCfL) zu.
Die Kölner Freiballonfahrer im KCfL besitzen über 15 Ballone.
Mit diesen wurden bisher weit über 500 Fahrten durchgeführt.
Besonders bekannt als Kölner Freiballonführer sind Stollwerck, Hiedemann (S216), Clouth (S216) und Meckel.
 
 
1914-00-00
Der Adjutant des Stabes/Flieger-Bataillon 3, Oberleutnant Hermann Kastner, führt vom Flugplatz Köln Butzweilerhof aus die ersten Nachtflüge im Pendelverkehr Köln-Neuß und zurück mit Erfolg durch, was eine besondere fliegerische Leistung ist und sich später im Kriege als sehr nutzbringend erweist.
 
 
1914-00-00
Über selbstständige zivile Aktivitäten von Motorfliegern des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL) vor dem Weltkrieg sind Einzelheiten kaum bekannt.
 
 
1914-00-00

Themenseite Artkel Führerloses Flugzeug
Der Flugschüler Zannettel ist im Begriff auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof seine Taube-Schulmaschine nach erfolgter Landung wieder zur Halle zurückzurollen.
Zannettel verläßt den Führersitz um den Propeller mit der Hand anzuwerfen. Durch eine Erschütterung muß der Gashebel auf Vollgas gegangen sein: die Maschine setzt sich plötzlich führerlos in Bewegung. Nach tadellosem Start verschwindet sie in der diesigen Luft ...
Fluglehrer Steindorf erhält den Auftrag, der Maschine zu folgen, er kann sie aber nicht sichten.
Um 2 Uhr nachmittags kommt die Meldung, daß ein Flugzeug in der Nähe des Forts V Müngersdorf niedergegangen sei. Die Fluglehrer Jentsch und Steindorf setzen sich mit Betriebsstoff, Ersatzteilen, Werkzeugen und Bedienungspersonal zur Landestelle in Bewegung.
Dort sucht man die mutmaßliche Leiche des Piloten in einem Teich.
Steindorf startet die Maschine und bringt sie glatt zum Flugplatz Köln Butzweilerhof zurück.
 
 
1914-00-00
Auf dem Flugplatz Hangelar wird die kleine Flugzeughalle geschlossen, Werntgens Pilotenschule liquidiert und Flugzeuge und Material der Festung Köln unterstellt (zum Butzweilerhof verlagert?)
 
 
1914-07-28












Beginn des 1. Weltkrieges

Der Beginn des Weltkrieges beendet weitere Entwicklungen wie Schaffung eines Luftboothafens in Köln und Einrichtung eines Wasserflugzeug-Verkehrs von Köln nach Mainz auf Anregung der Firma AEG Berlin.
Ein planmäßiger Luftverkehr von Köln bis Königswinter stand unmittelbar bevor. *)
*) Hinweis: 1914-00-00

Das beim Kölner Club für Luftfahrt (KCfL) vorhandene Ballongerät wird Heeresgut.
Die Ballonführer werden zum Militär eingezogen.
Betreuer des Ballonsports war bisher der Mitbegründer des KCfL, Hans Hiedemann.

Auf der „Fliegerstation Cöln“ werden während des ganzen Krieges Boden- und Flugpersonal des Heeres ausgebildet. Dieses wird zur Verwendung der Frontfliegertruppe zugeführt.

Der Krieg brachte für den Flughafen Köln Butzweilerhof einen dauernden Wechsel von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften.
Sie werden teils zur Entspannung von der Front, teils zum Umschulen, teils als Lehrer mit reichen Fronterfahrungen nach Köln abkommandiert.
Unter ihnen sind manche Kölner Vorkriegsflieger, wie z.B. Aumann, Cymera, Stinhans, Menge u.a.

Feldwebel Cymera von der 1. Kompanie/Flieger-Bataillon 3, rückt mit dem Armeeflugpark 4 ins Feld. Er meldet sich Anfang 1915 zum Fliegen. Er geht nach seiner Ausbildung bereits im Frühjahr an die Front zur Jagdstaffel „Boelcke“ und bringt es bis zu 6 Abschüssen.
1917 wird er bei einem Luftkampf an der Westfront abgeschossen.

Es entwickelt sich während des Krieges in Köln ein lebhafter Flugbetrieb.

Der Schul- und Außenlandeplatz Krefeld unterstand der Fliegerstation Köln.

Die 1. Kompanie des Flieger-Bataillons 3 wird aufgelöst und stellt die Feldflieger-Abteilung 9 und 10 und die Festungsflieger-Abteilung 3, Köln, unter Hauptmann Volckmann.

Adjutant der Festungsflieger-Abteilung 3 wird Oblt.(?) Zimmermann.

 
 
Die in Köln stationierte 1. Kompanie des Luftschiffer-Bataillons 3 ziehen von Fort IV Bocklemünd in die neuerrichtete Luftschiffer-Kaserne in Köln-Ossendorf an der Frohnhofstraße.
 

Die Luftschiffer begeben sich mit Ballonen und Gaswagen nach der
Wahner Heide, wo sie mit verschiedenartigen Eisenpfeilen die Abwurfwirkung feststellen.

Der Kölner Flugpionier Jean Hugot wird Feldwebel und als Technischer Betreuer auf dem Butzweilerhof eingesetzt.

Jakob Möltgen, der spätere Kölner Flieger, wird in Darmstadt bei der Flieger-Abeilung 9 ausgebildet. Danach wird er zwei Jahre als Aufklärer eingesetzt.

 
 
1914-07-00
In der Rangliste der preußischen Armee ist Major Friedel als Kommandeur des Flieger-Bataillons 3 und Oberleutnant Maximilian Hantelmann als Chef der 1. Kompanie zu Köln genannt.
 
 
1914-08-02


Leutnant Oswald Boelcke, der im Weltkrieg bis zu seinem Tode 1916 mit 40 Abschüssen einer der bekanntesten Jagdflieger wird, landet auf dem Weg nach Darmstadt auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.
 
 
1914-08-05






1. Luftschiffangriff der Kriegsgeschichte!
Das in Köln stationierte Zeppelin-Luftschiff Z VI „Cöln“ (LZ 21) startet um 22 Uhr zu einem Luftangriff gegen die Festung Lüttich mit acht Granaten.

Nach Aussagen der Luftschiffer Kuck und Bürvenich in einem späteren Zeitungsartikel (Kopie ohne Datum) wurden ein Dutzend Sprengbomben zwischen 50 und 100 kg mitgeführt.
- nach dieser Quelle: Angriff mit 200 kg --->> --->>

An Bord sind 12 Männer:
Kommandant und Beobachtungsoffizier: Major i. Gr. Generalstab von Dücker;
Luftschifführer: Hauptmann Kleinschmidt;
Funkoffizier: Leutnant Brickenstein;
Fahringenieur: Noack;
Obersteuermann: Schmidt;
Steuermann: Gröger;
Maschinisten: Karl Schuster, Peter Bürvenich (geb.am 14.2.
1887) (beide Kölner),
Mertens und Scholler;
Funkunteroffizier: Fischer;
Luftschiffer: Kuck und Hermann.

 
 
1914-08-06
Das angreifende Luftschiff Z VI „Cöln“ wird über Lüttich durch Beschuß beschädigt, schafft knapp die Heimfahrt und muß bei Walberberg hinunter. Es wird anschließend dort abgewrackt.
 
 
1914-00-00
Verlängerung der Luftschiffhalle in Köln Bickendorf von 160 m auf 190 m, wegen der größeren Maße der neuen Luftschiffe.
 
 
1914-08-09
Als Ersatz für das bei Walberberg am 06-08- gestrandete Zeppelin-Luftschiff Z VI „Cöln“ (LZ 21), kommt von Leipzig über Potsdam das LZ 17 „Sachsen“ nach Köln.
Sein Kommandant ist Leutnant zur See d. R. Diplom-Ingenieur Ernst Lehmann.
 
 
1914-08-00
Der Inspekteur des Militär-, Luft- und Kraft-Fahrwesens, General Messing, kommt von Berlin nach Köln und sucht mit dem Schirrmeister des Luftschiffer-Bataillons 3, Erich Gensicke, gemeinsam den Platz für eine weitere Luftschiffstation im Kölner Raum aus. Man entscheidet sich für Spich.
 
 
1914-08-30
Nach dem Einsatz am 23.08. gegen Antwerpen erfolgt für das Luftschiff Zeppelin LZ 17 „Sachsen“ wieder eine Übung über der Wahner Heide. Es werden Bomben abgeworfen.
Anfangs werden nur Artilleriegeschosse verwendet. Damit die Granaten mit der Spitze voran aufschlagen, werden Pferdedecken an die Bombenenden gebunden.
 
 
1914-08-31
Die Festungsflieger-Abteilung 3 unter Hauptmann Volckmann wird in Feldflieger-Abteilung 38 umgewandelt und vom Flugplatz Köln Butzweilerhof zum III. Reserve-Korps nach Antwerpen verlegt
Danach richtet die Inspektion der Fliegertruppen das Flugzeugdepot Köln mit der Aufgabe einer Fliegerersatzabteilung ein.

Führer des Flugzeug-Zwischen-Depots wird Major v. Schoenewarth, der am 1914-09-16 eintrifft.

 
 
1914-09-01
Das Luftschiff Zeppelin LZ 17 „Sachsen“ startet von Köln aus zum ersten Angriff auf Antwerpen.
 
 
1914-09-17
Auf der „Fliegerstation Cöln“ befindet sich die Meldereiter-Aspirantin Dr. Elsbeth Schragmüller.
Sie trägt sich in das Gästebuch der Fliegerstation ein.
Um diese Frau ranken sich zu dieser Zeit die wildesten Gerüchte. Die Legende macht sie zur deutschen Mata Hari, zumindest aber zu deren Ausbilderin. Sie arbeitet zwar für den deutschen Geheimdienst, ist aber selbst keine aktive Spionin, sondern bildet als Leiterin der Spionageschule in Antwerpen Agenten für die Auslandstätigkeit aus.
Durch Fürsprache des Berliner Geheimdienstchefs Oberst Nicolai bekommt Dr. Elsbeth Schragmüller ein kaiserliches Leutnantspatent. Damit ist sie der einzige weibliche Offizier in der deutschen Armee.
 
 
1914-09-22
Ein von der englischen Luftwaffe der Eastchurch-Squadron der RNAS, unter Führung von Oberstleutnant Charles Rumney Samson, von Antwerpen geflogener Luftangriff auf die beiden Luftschiffhallen in Köln und Düsseldorf hat keinen Erfolg.
Die Piloten finden wegen Nebel die Ziele nicht.
 
 
1914-10-08
Oberstleutnant Charles Rumney Samson von der Eastchurch-Squadron läßt nach dem mißlungenen Angriff am 22-09- einen zweiten Angriff von Antwerpen aus auf die Luftschiffhallen in Köln und Düsseldorf mit zwei Flugzeugen vom Typ Sopwith-Tabloid durchführen.
Um 13.20 Uhr startet von Anwerpen der Pilot Spenser Grey gegen Köln, zehn Minuten später steigt L. G. Marix gegen Düsseldorf auf. Marix findet das Ziel in Düsseldorf: Die Halle fliegt in die Luft, das Luftschiff Zeppelin LZ 25 (milit. Z IX) wird zerstört. In Köln Lt. Grey wird durch MG-Abwehrfeuer der Luftschiffer abgedrängt und wirft seine Bomben auf die Ehrenfelder Gasfabrik. Der Zünder befindet sich heute im Kölnischen Stadtmuseum. Nach Angaben der Brieten bombardierte Lt. Grey den Kölner Bahnhof der beschädigt wird.
 
 
1914-11-00
Jakob Möltgen kommt zur Flieger-Ersatz-Abteilung 9 nach Darmstadt. Er schult hier hauptsächlich auf der Albatros D2 und dem zweisitzigen Doppeldecker Albatros C3. Nach seiner Ausbildung wird Möltgen als Fernaufklärer über England eingesetzt.

Anm.: Diese fragilen Maschinen der Anfangszeit beschreibt Möltgen später einmal als „Bambugespenster mit etwas Tuch“.

 
 
1914-12-01
Der Kölner Kaufmann Walter Gutbier gründet die Firma „Flugmaschine REX GmbH“ in Köln, Antwerpener Str.18-22 zu dem Zweck, Ein- und Zweidecker-Flugzeuge zu bauen.
Werkanlagen: Frohnhofstr.103 - 107 und Widdersdorfer Str./ Maarweg.
 
 
1914-12-00
Baubeginn der Luftschiffhalle in Spich. Bis zum Ende des Krieges wird dieser Luftschiff-Hafen von der Garnisonsverwaltung Wahn unter dem Garnisons-Verwaltungsdirektor Kaspar betreut.
 
 
1914-00-00
Auf der „Fliegerstation Cöln“ werden eine große Anzahl von Feldluftschiffer-Abteilungen und Ballonzügen aufgestellt und von hier zur Front geschickt. Auch das erforderliche Material geht über Köln dorthin.

In dieser Zeit ist nur geringe Bautätigkeit auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.

 
 
1914-00-00
Während des Krieges befindet sich auf dem „Mauser-Haus“, an der Lessing-/Marienstraße, ein Flakgeschütz.
 
 
1915-01-11
Das Luftschiff Zeppelin LZ 35 macht seine erste Fahrt.
Es wird unter Hauptmann Masius in Köln stationiert und ist von dort im Westeinsatz.
Bereits am 14.03. muß es wegen Beschädigung durch Beschuß eine Notlandung machen und wird abgewrackt.
 
 
1915-02-12
Der gebürtige Kölner Flieger Heinz Falderbaum, der durch seine Flüge über die Stadt Köln bekannt wurde, stürzt an der Westfront tödlich ab.
 
 
1915-03-0
Das Flugdepot Köln wird in die Fliegerersatz-Abteilung (Fea) 7 unter (vertretungsweise) Hauptmann Kiesel und Hptm. Aumann umgewandelt.
Es findet auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof ein zunehmender Ausbildungsbetrieb zum Beobachter und Flugzeugführer statt.
 
 
1915-03-06
Werner Voß - der spätere Leutnant und Pour le mérite-Träger - tritt als Kriegsfreiwilliger bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 7 in Köln ein und wird nach erfolgter Schulung an der Westfront eingesetzt.
Kurz vor seinem Tod an der Front besucht er mit seiner Maschine am 1917-05-29 den Flugplatz Köln Butzweilerhof.
 
 
1915-04-18

Zur Themenseite Luftschiffrettung des Musketiers Lipski
Das in diesem Jahr fertiggestellte Luftschiff Zeppelin LZ 37 wird, von Potsdam über Gotha, Siegen ,Siegburg nach Köln kommend, in Bickendorf stationiert. Führer ist Oberleutnant Otto van der Haegen. Bei dieser Überführungsfahrt hat van der Haegen zahlreiche Luftaufnahmen seiner Heimatregion aufgenommen. ( Biedenkopf, Hilchenbach, Ferndorf, Kreuztal, Geisweid, Siegen, Betzdorf bis Siegburg )

LZ 37 wird Ende Mai nach Brüssel-Etterbeek verlegt und an der Westfront eingesetzt, wo es am 07.06.1915 nach einem Angriff durch Flight Sub-Lieut. R.A.J. Warneford R.N.A.S. bei Gent abgeschossen wird.
Einzig Überlebender ist Steuermann Mühler.
 
1915-04-15
Einweihung der neuen Luftschiffhalle in Spich (durch Graf Zeppelin persönlich ).

Hinweis.: 1915-02-18

Maße: Länge 184 m, Breite 35 m, Höhe 28 m.

Ein Luftschifferkommando unter Befehl des Zeppelin-Kommandanten Kapitän Ernst Lehmann wird auf der Wahner Heide stationiert.

 
 
1915-00-00


Der holländische Flieger Anthony Fokker, der in Schwerin Flugzeuge baut, befindet sich auf der „Fliegerstation Cöln“.
Im Zusammenhang mit seiner Entwicklung automatischer Flugzeugbordwaffen trifft er hier mit Krupp von Bohlen und Halbach zusammen.
 
 
1915-05-15

Die Geschichte von Flieger Leo Müller V
Fliegerkiste Leo Müller V - ButzweilerhofFlieger Leo Müller (Großvater des Luftfahrthistorikers Werner Müller) beginnt mit 20 Jahren seine fünfwöchige Grundausbildung am 15. Mai 1915 in der 1. Korporalschaft der Flieger-Ersatz-Abteilung 7 auf der Fliegerstation Cöln Butzweilerhof. Nach Beendigung der Grundausbildung wird er in sechs Wochen zum Flugzeugmotorenmechaniker ausgebildet. Im August 1915 wird er mit der neu aufgestellten Artillerie-Flieger-Abteilung 205 in die Nähe von Verdun in das französische Örtchen Puxieux versetzt.
   
   
1915-05-31
Auf der „Fliegerstation Cöln“ finden Bomben-Versuche statt.
Daran nehmen Soldaten der Brieftauben-Abteilung teil.
 
 
1915-06-06
Themenseite Fliegerschüler Richthofen in Köln Butzweilerhof
Der Kavallerie-Leutnant Manfred Frhr. von Richthofen wird zur Fliegertruppe, zur Fliegerersatz-Abteilung 7, auf den Flugplatz Köln Butzweilerhof versetzt.
Er macht dort seinen ersten Flug innerhalb der Ausbildung von 30 Beobachtern.
Seine Kameraden sind u. a. Werner Voß und Gerhard Fieseler.
 
 
1915-08-01
Oberleutnant Eberstein von der Feldflieger-Abteilung 14 ist in dieser Zeit Lehrer am „Beobachterkursus Cöln“.
Er geht wieder an die Front nach Serbien zur Feldflieger-Abteilung 66.
 
 
1915-08-05
Assistenzarzt d. Res. Dr. med. Jakob Isaak ist in dieser Zeit Abteilungsarzt in Köln.
Er trägt sich am 09.09.1916 in das Gästebuch der „Fliegerstation Cöln“ ein.
 
 
1915-08-13
Der Konstrukteur der Ursinus Großflugzeuge, Oskar Ursinus, ist auf der „Fliegerstation Cöln“ und trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1915-08-17
An diesem Tag verlassen einige Flieger die „Fliegerstation Cöln“. Sie kommen zur Feldflieger-Abteilung 70 an die Front. Unter ihnen ist Hauptmann Krüger , der spätere (nach 1926) Vorsitzender des Kölner Klubs für Luftsport (KKfL).
 
 
1915-08-24


Nach seiner mehrwöchentlichen Beobachterausbildung bei der Fliegerersatzabteilung (Fea) in Döberitz macht Oberleutnant Milch Zwischenstation auf der „Fliegerstation Cöln“.
Er geht von hier zur neuaufgestellten Artillerie-Flieger-Abteilung 205 an die Front zwischen Metz und Verdun. Oblt. Milch trägt sich ins Gästebuch ein.

Anm.: Erhard Milch ist in den 20er Jahren als Technischer Direktor maßgeblich am Aufbau der Luft Hansa und in den 30er Jahren der Luftwaffe beteiligt und ist im 2. Weltkrieg Feldmarschall.

 
 
1915-08-25
Als erstes Luftschiff bezieht das LZ 77 (LZ 47) unter Führung von Hauptmann Horn die neue Halle in Spich.
LZ 77 stürzt in Frankreich am 22.02.1916 ab.

Im Luftschiffhafen Spich ist der Luftschifftrupp 19 in einer knappen Kompaniestärke stationiert.

 
 
1915-12-00

Leutnant Oskar Frhr. von Bönigk (geb. 25.8.1893) vom Grenadier-Regiment „König Friedrich III.“ (2. Schlesisches) Nr.11 wird zur Fliegerbeobachterschule Köln der Fea 7 zur Beobachterausbildung kommandiert.
Anfang 1916 kommt er nach Posen.

Anm.: Oberleutnant v. Bönigk erhält mit 27 Abschüssen (davon sieben Fesselballone) am 26. 10.1918 den Orden Pour le mérite. Er ist dann Kommandeur des Jagdgeschwaders 2.

 
 
1915-12-00
Ab dieser Zeit ist auf der „Fliegerstation Cöln“ das Kampfgeschwader 4 der O.H.L. Köln (Kgohl 4) stationiert. Offiziere werden zu dieser Einheit nach Köln kommandiert.
 
 
1915-00-00
In Spich wird unter Hauptmann Gaissert des Luftschiff Zeppelin LZ 79 (LZ49) stationiert.
 
 
1915-12-31
Das Luftschiff Zeppelin LZ 88 (LZ 58) ist bis 30.5.1916 auch in Köln stationiert: Westeinsatz, England.
 
 
1916-01-12
In Pesch werden durch eine explodierende Fliegerbombe, die Kinder beim Spielen finden, zehn Schulkinder getötet.
 
 
1916-02-10
Das Zeppelin Luftschiff LZ 90 (60) unter Leutnant zur See d. R. Lehmann befindet sich auf dem Luftschiff Hafen Spich. Es macht für die staatliche Abnahme die vorgeschriebenen Probe-und Prüfungsfahrten. Danach fährt es nach Trier und weiter an die Front.
 
 
1916-02-12
In dieser Zeit ist Hauptmann Meinecke Adjutant bei der Flieger-Ersatz-Abteilung (Fea) 7 auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof. Eintrag in das Gästebuch der Station.
 
 
1916-02-00
Leutnant Albert Dossenbach (24) vom Kaiser-Wilhelm-Füselier-Regiment Nr. 90 kommt zur Flugzeugführerausbildung zur Fliegerschule der Fea 7 (Flieger-Ersatz-Abteilung) nach Köln.

Anm.: Leutnant Dossenbach - Fliegerabteilung 22 - erhält nach acht Abschüssen an der Westfront am 11.11.1916 den Orden Pour le mérite.

 
 
1916-04-11
Das Luftschiff Zeppelin LZ 93 (LZ 63) ist in Spich stationiert. Führer ist Hauptmann Wilhelm Schramm.
 
 
1916-05-11
In Spich trifft morgens vor 8 Uhr ein Zeppelin-Luftschiff ein, dessen Nummer überklebt ist.
Es handelt sich höchstwahrscheinlich um LZ 93 (63) unter Führung von Hauptmann Wilhelm Schramm.
 
 
1916-00-00
Der spätere Gründer des „Luftverkehr Halberstadt“, Strähle, wird auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof zum Jagdflieger ausgebildet.
 
 
1916-00-00
In Köln befindet sich die Luftschiffer-Ersatz-Abteilung 3.
 
 
1916-06-03
Hauptmann Kirch und Hauptmann v. Hinckwitz von der Inspektion der Fliegertruppen treffen auf der „Fliegerstation Cöln“ (Fea 7) ein.
 
 
1916-06-00
Auf der Wahner Heide war von 1916-02-00 die 9cm Ballonabwehr-Kanonen-Batterie 3 stationiert.
 
 
1916-06-00
Der zum Flugzeugführer ausgebildete Leutnant Albert Dossenbach (24) kommt von der „Fliegerstation Cöln“ (Fea 7) zur Fliegerabteilung 22 (I.Armeekorps) an die Westfront.
 
 
1916-06-00
Auf der Wahner Heide liegt die Flugabwehr-Kanonen-Batterie 3.
 
 
1916-07-00
Kommandant des Truppenübungsplatzes Wahn ist Generalmajor von Fichtel.
 
 
1916-07-00
Auf der Wahner Heide lag von 1915-09-00 die Ballonabwehr-Kolonne 29/30.
 
 
1916-07-00
Das Luftschiff Zeppelin LZ 101 (LZ 71) kommt unter seinem Kommandanten Hauptmann Gaissert von Hannover nach Spich.
Erster Offizier des Schiffes ist Oberleutnant Fritz Koreuber.
LZ 101 macht nur wenige Fahrten in der näheren Umgebung, darunter zum Übungsabwurf von Bomben auf den Truppenübungsplatz Wahn.
 
 
1916-07-31
Das Luftschiff Zeppelin LZ 101 (LZ 71) verläßt den Luftschiffhafen Spich zur Überführung nach Jambol in Bulgarien.
 
 
1916-08-00
Auf der „Fliegerstation Cöln“ wird eine Kampfeinsitzer-Staffel stationiert (Neubildung ?).
Sie nennt sich Kampf-Einsitzer-Staffel Köln (K.E.St. Köln), später im Jahr Kampf-Einsitzer-Schule der Fea 7.
 
 
1916-08-09
Westlich der „Fliegerstation Cöln“ befindet sich auf dem Gelände des Heck Hofs die Stellung der Kgl. Sächsischen Flug Abwehr-Kanonen-Batterie Nr. 28.
 
 
1916-08-13
Es landet das von Hauptmann Wilhelm Schramm geführte Schütte-Lanz-Luftschiff SL 11, unter kriegsmäßigen Verhältnissen von Hannover kommend, auf dem Luftschiffhafen Spich.
Das Luftschiff macht hier eine große Nachtübung.
 
 
1916-08-31
Das Schütte-Lanz-Luftschiff SL 11 startet von Spich aus zu einer Angriffsfahrt gegen London.
Wegen schlechter Wetterlage muß jedoch vorzeitig die Rückfahrt angetreten werden.
 
 
1916-09-02
Im Rahmen eines von der Marine mit 12 Luftschiffen durchzuführenden Angriffs steigt das Schütte-Lanz-Luftschiff SL 11 von Spich mit 16 Mann und 2.860 kg Abwurfmunition an Bord gegen England auf, um London zu ereichen.
SL 11 wird über London von einem englischen Nachtjäger (Leutnant Robinson) abgeschossen. Schiff und Besatzung verbrennen.
 
 
1916-00-00

Leutnant Heinrich Gontermann (20) kommt vom Versuchs- und Übungsplatz West in Tergnier/ Frankreich nach Köln zur Kampf- und Einsitzerschule Köln Butzweilerhof.
Nach seiner Ausbildung und Prüfung wird er der Jagdstaffel 5 der 1. Armee zugeteilt.

Anm.: Gontermann erhält nach 21 Abschüssen am 15.05.1917 den Orden Pour le mérite.

 
 
1916-00-00
Die Kampf-Einsitzer-Staffel 6 (K.E.St. 6) wird von Köln Butzweilerhof nach Hangelar verlegt, um die benachbarten Rüstungsbetriebe zu schützen.
Die Soldaten leben dort in Zelten und Baracken, bis im Jahr 1917 eine Flugzeughalle samt Nebengebäuden und Offizierskasino errichtet wird.
 
 
1916-00-00
An diesem Morgen wird bei verfrühtem „Anlassen“ des Luftschiffs LZ ? einer der anhaltenden russischen Kriegsgefangenen mithochgezogen.
Über den Ziegelfeldern in Köln-Bickendorf (später Güterbahnhof) verlassen ihn seine Kräfte und er stürzt tödlich ab.
 
 
1916-10-11
Major Serno, Chef des Osmanischen Luftfahrwesens, ist auf der „Fliegerstation Cöln“ und trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 

1916-12-00

Bei der Fußartillerie-Schießschule Wahn ist ein Fliegerkommando zur Beobachtung des Schießens eingesetzt.
 
 
1917-01-00
Bei der Fußartillerie-Schießschule Wahn ist ein Fesselballontrupp zur Beobachtung des Schießens eingesetzt.
 
 
1917-01-28
Die „Fliegerbeobachterschule Köln“ nimmt auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof ihren Betrieb auf.
Kommandeure: Hauptmann Spranger vom 28. 01.1917 - 30.09.1917
Hauptmann Sperrle vom 01.10.1917 - 30.01.1918
Werftoffizier: Oberleutnant Scheffer

Eingesetzte Flugzeuge: Rumpler C II und Aviatik B II.

 
 
1917-03-00
Auf der Wahner Heide lag vom 00.06.1916 bis jetzt die Flugabwehr-Kanonen-Batterie 3.
 
 
1917-03-03
Die unter Führung von Major v. Tschudi stehende Flieger-Ersatz-Abteilung 7 (Fea 7) wird vom Flugplatz Köln Butzweilerhof nach Braunschweig verlegt.
Anstelle dieser Einheit wird die Fliegerstation von der neu aufgestellten Beobachterschule Köln besetzt, die schon am 1917-01-28 ihren Dienst begann.
 
 
1917-04-02



Generalleutnant Ernst Wilhelm v. Hoeppner ist auf der „Fliegerstation Cöln“ und trägt sich in das Gästebuch ein.

Anm.: Am 12.11.1916 wurde v. Hoeppner, der kurz vorher den Orden Pour le mérite erhalten hatte, zum Korpsgeneral der Luftwaffe ernannt.
„Die wachsende Bedeutung des Luftkrieges machte es erforderlich, die gesamten Luftkampf- und Luftabwehrmittel des Heeres im Felde und in der Heimat in einer Dienststelle zu vereinigen.
Der einheitliche Ausbau und die Bereitstellung dieser Kriegsmittel ist einem Kommandierenden General der Luftstreitkräfte (Kogenluft) übertragen worden.
Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kogenluft ist Generalleutnant von Hoeppner, bisher Führer einer Reservedivision, beauftragt worden.“

 
 
1917-05-01









Oberleutnant Manfred Frhr. v. Richthofen - Jasta 11 / 50 Luftsiege - trifft mit seinem Begleiter, Leutnant Krefft, auf seinem Flug von der Front in Frankreich (bei Lille) zum „Großen Hauptquartier“ in Hessen (Taunus), mittags auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof ein.
Er schläft hier einige Stunden und trägt sich dann, mit Lt. Krefft, in das Gästebuch der „Fliegerstation Cöln“ ein.

Anm.: v. Richthofen wird am 02.05. in Hessen (Taunus) von v. Hindenburg und Ludendorff sowie am 03.05. - an seinem 25. Geburtstag- vom Kaiser empfangen.

 
 
1917-05-03
Hauptmann Kirch - vom 01.10.1913 bis 23.03.1914 beim Stab des Flieger-Bataillons 3 auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof - hält sich als Kommandeur der Fliegerbeobachterschulen in Köln auf.
Er trägt sich in das Gästebuch der „Fliegerstation Cöln“ ein.
 
 
1917-05-29





Der Pour le mérite-Träger Leutnant Werner Voß, der als Kriegsfreiwilliger bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 7 auf der „Fliegerstation Cöln“ ab 1915-03-06 ausgebildet wurde, trifft auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof ein und trägt sich in das Gästebuch ein.

Anm.: Werner Voß (geb.13.04.1897) gehörte Boelckes Jagdstaffel 2 an.
Nach 28 Abschüssen erhält er im Mai 1917 die Führung der Jasta 5, wird dann zeitweise Führer der Jasta 29, bis er dann am 30.07.1917 endgültig Führer der Jasta 10 bleibt.
Voß fiel nach seinem 48. und 49. Abschuß am 23.09.1917 im Kampf mit englischen Fliegern in Frankreich.

 
 
1917-06-07
Leutnant Joachim v. Hippel - von der Jasta 5? - kommt zur „Fliegerstation Cöln. Er trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1917-06-00
In Köln-Longerich existiert die „Gesellschaft für Luftverkehr“.
 
 
1917-07-07
Auf der „Fliegerstation Cöln“ macht eine Torpedo Av. C 3173 (auf dem Flug Darmstadt-Köln-Trier-Darmstadt) Zwischenlandung.
Besatzung der Maschine ist Flieger Klose (Führer) und Leutnant d. R. Sandig? (Beobachter) von der Flieger-Ersatz-Abteilung (Fea) 9 Darmstadt.
Sie tragen sich in das Gästebuch ein.
 
 
1917-00-00
Der Fernaufklärer Jakob Möltgen - der spätere Fluglehrer auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof - wird wegen seiner fliegerischen und pädagogischen Fähigkeiten Fluglehrer bei der Fliegerlehrabteilung in Döberitz bei Berlin.
 
 
1917-00-00
In Spich liegt das Schütte-Lanz-Luftschiff E 9 unter Hauptmann Heerlein.
 
 
1917-00-00
In Spich landet das Luftschiff Zeppelin LZ 87 (LZ 57).
 
 
1917-00-00
Das Schütte-Lanz-Luftschiff E 9 unter Hauptmann Heerlein, das in Spich liegt, wird unter Aufsicht von Obermaschinist Schöner abgerüstet.
 
 
1917-08-05
Der Inspekteur der Fliegertruppen, Major Siegert, ist auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof und trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1917-08-26
Oberleutnant Pfeiffer von der Riesen Flugzeug-Abteilung 501 landet mit seinem Riesenflugzeug R 26, Typ .?., auf der „Flieger-Station Cöln“ und trägt sich in das Gästebuch ein.
Hinweis: Am 05-04-1918 landet er mit dem R 32, Typ ...?, auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.
Anm.: Pfeiffer fällt am 10.05.1918.
 
 
1917-09-06



Leutnant Joachim v. Hippel, der von der Jasta 5 kommend am 07-06- zur „Fliegerstation Cöln“ kam, unterfliegt mit seiner Fokker D I, Kz.: 208, die Hindenburg- und die gerade fertiggestellte Hohenzollernbrücke.
Er trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1917-09-29
Hauptmann Spranger, Kommandeur der Flieger-Beobachter-Schule Köln, verläßt nach 9 Monaten die „Fliegerstation Cöln“.
Er trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1917-10-02
Fliegerangriff auf Köln.
In Köln fallen britische Fliegerbomben am Neumarkt, Waidmarkt und am Jülichplatz.
 
 
1917-10-18
In Köln wird Oberbürgermeister Konrad Adenauer in sein Amt eingeführt.
 
 
1917-12-10
Von Döberitz kommend landet auf der Fliegerstation Köln Butzweilerhof das Riesenflugzeug
R 13/15, Typ: ...?, der Riesen-Flugzeug-Abteilung 501 auf ihrem Überführungsflug nach Gent St.Denys/Belgien.
Die Maschine wird gesteuert von dem Kölner 1. Flugzeugführer Unteroffizier Heinrich Schmitz, der im Oktober 1915 seine Pilotenprüfungen auf der Flugschule Gotha (Fea 3) ablegte.
Mit an Bord der R 13/15 sind Leutnant Wittenstein, Leutnant Pickerott und die Besatzung -insgesamt elf Personen. Die Maschine ist um 9.43 Uhr in Döberitz gestartet und hat die Entfernung von 470 km in 6 Stunden und 32 Minuten zurückgelegt.
 
 
1917-12-13
Gründung der ersten deutschen Fluggesellschaft „Deutsche Luft-Reederei GmbH“ (DLR).
Von Kreisen des Handels, der Industrie, der Schiffahrt und des Flugzeugbaues gegründet zum Studium des friedlichen Luftverkehrs.
Die Initiative dazu kam von der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG).
 
 
1917-00-00
Für die Strecke Köln-Hannover-Berlin wird eine Militärpostlinie eingerichtet.
 
 
1917-12-23



Start des am ?10-12- auf ihrem Überführungsflug von Döberitz auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof eingetroffenen Riesenflugzeugs R 13/15, Typ:.?. der Riesen-Flugzeug-Abteilung 501 nach Gent St.Denys.
Die Maschine wird gesteuert von dem Kölner 1. Flugzeugführer Unteroffizier Heinrich Schmitz.
An Bord sind wieder elf Personen, darunter Leutnant Wittenstein und Leutnant Pickerott.
Die R 13/15 landet nach einem Flug von 240 km um 16.34 Uhr am Ziel.
Die Flugzeit betrug 2 Stunden und 11 Minuten.

Anm.: Bis zum Kriegsende führt Heinrich Schmitz mit dieser Maschine noch 18 Feindflüge gegen Calais, Dünkirchen, Ostende, London, Boulogne, Ypern, Abbeville, St. Omer, Dieppe und Rouen durch.
Heinrich Schmitz ist 1923-00-00 Mitbegründer der „Rheinischen Arbeitsgemeinschaft für Gleit¬ und Segelflugsport“ (RAGGS) in Köln.

 
 
1917-12-31
Durch Verfügung des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte (Kogenluft) wird die Fliegerbeobachterschule Köln nach Stolp verlegt.
Die Verlegung erfolgt aber erst im 1918-02.
 
 
1918-01-26







Nach Abzug der Fliegerbeobachterschule Köln nach Stolp (18-02-) wird auf der „Fliegerstation Cöln“ die Riesenflugzeug-Ersatzabteilung (Rea) stationiert, die bis Kriegsende besteht.

Die Rea Köln formiert sich aus der geteilten Rea Döberitz und hat 3 Kompanien:
1. Fliegerkompanie, 2. Werftkompanie 3. Ersatzkompanie *).

Die Einheit untersteht dem Kommandeur Zimmer-Vorhaus, der bereits ab 1913-07-11 bis Kriegsausbruch als Stammoffizier der „Fliegerstation Cöln“ auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof war.
Zum „Vorkommando zur Übernahme des Fliegerhorstes Cöln durch die Rea Döberitz“ kommen mit Zimmer-Vorhaus Oberleutnant Barldinger? als Adjutant, Leutnant d. R. Bromer und Leutnant d. R. Siegroth als Werftoffizier sowie Friedrichs als Bauleiter.
Das Vorkommando trägt sich in das Gästebuch ein.

Letzter Kommandeur der Rea Köln ist Hauptmann Schoeller.

*) Die 2. Kompanie hat ca. 300 Mann (davon 100 Mechaniker), die 3. Kompanie zwischen 300 und 500 Mann.
Die als Unterkunftshalle für Riesenflugzeuge erbaute R-Halle auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof hat die Maße 71 x 31 Meter mit einer Toröffnung von 69 Metern.
Der Butzweilerhof dient auch als Reparaturhafen für die im Einsatz gegen England beschädigten Flugzeuge.

 
 
1918-02-15
In dieser Zeit richtet die Inspektion der Fliegertruppe - auf Weisung des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte, Ernst von Hoeppner - versuchsweise einen regelmäßigen Flugpostdienst Berlin-Hannover-Köln ein, der in Zusammenarbeit mit der Reichspost betrieben wird.

Dies ist der erste staatliche Luftpostdienst in Deutschland und besteht bis 1917.

 
 
1918-02-15
Zum Zwecke militärischer Nachrichtenübermittlung wird auf der Strecke Berlin-Hannover-Köln eine regelmäßige Verbindung mit Flugzeugen eingerichtet.
Diesen Dienst sowie die an der Ostfront von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer eingerichtete Luftpostbeförderung kann man als Vorläufer eines Frieden-Luftverkehrs bezeichnen.
 
 
1918-02-18
Die Fliegerbeobachterschule Köln verlegt gemäß Verfügung des Kogenluft vom 1917-12-31 nach Stolp.
 
 
1918-03-18
Oberleutnant Stranz? und Oberleutnant Thummler treffen mit ihrem Riesenflugzeug R 34, Typ ..?. auf der „Fliegerstation Cöln“ ein. Sie tragen sich in das Gästebuch ein.
 
 
1918-03-18
Hauptmann Maximilian Hantelmann, der am 1912-12-01 als Oberleutnant mit dem Vorkommando für die „Fliegerstation Cöln“ zum Butzweilerhof kam, ist auf dem Kölner Flugplatz und trägt sich als Führer des LagersWest, Aachen in das Gästebuch ein.

Hinweis: Hantelmann wird ab 1926 Leiter des Kölner Flughafens Butzweilerhof.

 
 
1918-03-19
Leutnant Franck kommt zur Riesenflugzeug-Ersatzabteilung (Rea) Köln und trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1918-03-23
Köln wird zum ersten (?) Mal aus der Luft angegriffen. Es fallen acht Bomben.
 
 
1918-04-05
Auf der „Fliegerstation Cöln“ landet das Riesenflugzeug R 32, Typ: ..? mit der Besatzung Oberleutnant Pfeiffer *), Leutnant d. R. Pies?, Leutnant d. R. Roßkotten? und Zeysig als „Sandsack“.
Die Besatzung trägt sich in das Gästebuch ein.

*) Hinweis: Oblt. Pfeiffer von der Riesenflugzeug-Abteilung 501 landete am 1917-08-26 mit seiner R 26, Typ:..? schon einmal auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.

 
 
1918-04-16
Oberstleutnant Siegert, Inspekteur der Fliegertruppen ist auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof und trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1918-04-25
Das Riesenflugzeug R 2, Typ: ...? , ist auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.
Hauptmann Battner vom Grenadier Regiment König Friedrich der Große trägt sich „als Gast von R 2 in Dankbarkeit und Bewunderung seines Kommandanten und der Besatzung“ in das Gästebuch ein.
 
 
1918-05-05
Im Riehler Haus in der Nähe des Zoologischen Gartens wird in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste eine Kriegs-Luftfahrt-Ausstellung eröffnet. Veranstaltet wird sie gemeinsam vom „Luftflotten-Verein“ und dem deutschen „Fliegerbund“. Gezeigt werden soll die „Entwicklung des Flugwesens und der Luftschiffahrt von ihren Anfängen bis zu ihrer neuzeitlichen Vervollkommnung“. Die Ausstellung erweist sich als wahrer Zuschauermagnet: Allein am Himmelfahrtstag kommen 18.200 Besucher.
 
 
1918-05-18
Leutnant d. R. F. Lempe wird zur Riesenflugzeug-Ersatzabteilung (Rea) Köln versetzt.
Er trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1918-05-18
Erster größerer Fliegerangriff auf Köln.*)
Es explodieren an der Haltestelle Waidmarkt - beim Ein- und Aussteigen - in einer vollbesetzten Straßenbahn Bomben. Es gibt 35 Tote.

*) Nach diesen Quellen fallen 23 Bomben in das Gebiet Waidmarkt, Neumarkt und Volksgarten.
Es gibt 41 Tote und 47 Verwundete.
Es gibt 35 Tote und 87 Verletzte (Su15).

 
 
1918-05-19
Die Riesen Flugzeug-Abteilung 501 in Gent St. Denys schickt das Flugzeug R 13/15, Typ: ..... ? mit dem 1. Flugzeugführer Heinrich Schmitz (aus Köln) zu einem Angriff gegen London.
Es ist ein Vergeltungsangriff für den englischen Angriff auf Köln am Vortag, bei dem unter den Kölnern Tote zu beklagen waren.
 
 
1918-06-05
Das Riesenflugzeug R.28/16, Typ: Staaken R.VI, trifft, von Zeesen kommend, auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof ein. Die Maschine wird unter Hauptmann Schoeller bei der Riesen-Flugzeug-Abteilung 500 im Westen eingesetzt.
 
 
1918-06-00
Das Riesenflugzeug R 2/15, Typ: Siemens-Schuckert-Werke (SSW) R II, welches bisher für Trainingsflüge bei der Riesenflugzeug-Schulabteilung in Döberitz eingesetzt war, kommt zur Riesenflugzeug-Ersatzabteilung (Rea) auf den Flugplatz Köln Butzweilerhof.
Die Maschine stürzt hier später ab.
 
 
1918-06-16
Auf der „Fliegerstation Cöln“ findet eine Luftflotten-Ausstellung statt.
Gezeigt werden auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof deutsche Flugzeuge und im Krieg erbeutete feindliche Flugzeuge („aus der deutschen Luftbeute“).
 
 
1918-06-00
Auf der Wahner Heide ist die Ortsf. Flugabwehr-Kanonen-Batterie 610 stationiert.
 
 
1918-06-00
Auf der Wahner Heide befindet sich die Wetterwarte 191.
 
 
1918-06-29
Auf dem Flug zur Front landet das Riesenflugzeug R 52, Typ: ..?, auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.
Der 1. Flugzeugführer der Maschine, Vizefeldwebel Rodak trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1918-08-05

Das Riesenflugzeug R 25/16, Typ: Staaken R.VI trifft auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof ein.
Es wird danach bei der Riesenflugzeug-Abteilung 501 im Westen eingesetzt.
 
 
 
1918-08-29
Der bekannte Kölner Ballonfahrer des „Kölner Clubs für Luftschiffart“, Hans Hiedemann, trägt sich als „Delegierter Et. Inspektion 17“ in das Gästebuch der Fliegerstation Köln Butzweilerhof ein.
 
 
1918-08-00
Auf der Wahner Heide liegt von 1918-05-00 die Felddrachenwarte 57.
 
 
1918-00-00
Auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof befindet sich ein Riesenflugzeug vom Typ Staaken R.XIV (wahrscheinlich die R.44/17 mit 5 Maybach-Mb.IVa-Motoren mit insgesamt 1.225 PS auf 3 Zug- und 2 Druckpropeller).
 
 
1918-09-00
Nach Beendigung des Einsatzes der Heeresluftschiffe beginnt die Einrichtung der ehemaligen Luftschiffhalle Spich für größere Kampf- und Jagdflugzeuge.
Bei der Halle steigen täglich vier große Kampfflugzeuge auf und fliegen in der Nähe des Platzes einige Stunden, bis sie bei der Halle wieder landen.
 
 
1918-09-00
Das Riesenflugzeug R. 53/17, Typ: Staaken R. VI, welches in diesem Monat ausgerüstet wurde, kommt als Trainingsflugzeug zur Riesenflugzeug-Ersatzabteilung (Rea) auf den Flugplatz Köln Butzweilerhof.
Die Maschine erreichte nicht die erforderliche Geschwindigkeit.
 
 
1918-10-03
Die Riesen-Flugzeug-Abteilung 501 räumt den Flugplatz Mirville (Belgien) mit dem Ziel Köln Butzweilerhof.
Das Riesenflugzeug R 13/15, Typ: .. ?, mit dem 1. Flugzeugführer Heinrich Schmitz (geboren in Adenau), dem 2. Piloten Roeder und weiteren zwölf Personen macht auf dem Flug wegen schlechter Witterung eine Notlandung bei Heistern (bei Düren).
Die Maschine wird demontiert und geht zur Reparatur nach Staaken.
Schmitz erhält Urlaub auf Abruf (??).
 
 
1918-10-03
Der 1. Flugzeugführer, Heinrich Schmitz, des Riesenflugzeugs R13/15, Typ: ..... ?, von der Riesenflugzeug-Abteilung 501 kann in seiner Urlaubszeit bei der Rea Köln auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof jederzeit mit C-Maschinen über Land fliegen.
Schmitz macht seinen zweiten Flug nach Adenau (Heimatort), wo er landet und zum Rückflug nach Köln Butzweilerhof wieder startet.
 
 
1918-10-07
Leutnant Schlüter von der Riesenflugzeug-Abteilung 501 ist mit seinem Riesenflugzeug R 46, Typ: . ?, auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof. Schlüter ist 1. Führer der Maschine und trägt sich in das Gästebuch ein.
 
 
1918-00-00
Die Riesenflugzeug-Abteilung 501 verlegt vom Flugplatz Köln Butzweilerhof nach Düsseldorf-Lohhausen.
 
 
1918-00-00
Im Laufe des Jahres sind auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof einige Riesenflugzeuge abgestürzt.
 
 
1918-10-15
Auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof wird eine Fliegerzentrale zur Weiterleitung der Frontflugzeuge und Verbände unter Hauptmann Schoeller errichtet.
 
 
1918-11-00
Die letzten Kommandeure auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof sind:
Oberleutnant Plagemann von der Riesenflugzeug-Abteilung 500 und
Oberleutnant Aschenborn, der ehemalige Beobachter Boelckes.

Anm.: nach dieser Quelle erst ab 1918-12-09 --->> --->>

 
 
1918-11-00
Auf der „Fliegerstation Cöln“ liegen Trümmer von Riesenflugzeugen.
 
 
1918-11-11


Der I. Weltkrieg ist beendet.

Das Deutsche Reich muß an diesem Tag den Waffenstillstand von Compiégne unterschreiben.
Sämtliche flugfähigen Maschinen sind an die Siegermächte abzuliefern; Unmengen von Flug¬zeugen und Flugmotoren werden zerschlagen und unbrauchbar gemacht.
Der Versailler-Vertrag (§198) bedeutet das Ende der deutschen Militärluftfahrt.
Luftstreitkräfte werden Deutschland untersagt, die Fliegertruppen müssen aufgelöst und ihre Bestände abgeliefert oder vernichtet werden. Infolgedessen wendet man sich in Deutschland den friedlichen Luftfahrtbestrebungen zu.
Oskar Ursinus -später „Rhönvater“ genannt- ruft zum Fliegen ohne Motor auf.

Auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof erstirbt das fliegerische Leben.

 
 
1918-00-00
Der Zusammenbruch macht jede Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Flugsports in Köln zunichte.
Eine politisch rechts stehende Gruppe von Piloten erwirbt unter dem Namen „Kölner Club für Flugsport e.V. ein Beuteflugzeug Baujahr 1917.
Dieses muß jedoch aus den Vereinswerkstätten in der Jülicher Str. 30 entfernt werden, und damit ist auch dieser Klub wie viele andere in Deutschland zur Tatenlosigkeit verurteilt.
 
 
1918-11-30
In dieser Zeit finden auf dem Gelände der Zeppelinhalle in Köln-Bickendorf am Ossendorfer Weg Plünderungen statt.
In der Halle werden die beiden elektrischen Motore zur Torbewegung, die beiden Anlasser, die Schalttafeln mit Armaturen, die beiden Positionslampen sowie die gesamte Hallenbeleuchtung gestohlen. Die großen Seitenfenster der Halle sind durch Steinwurf demoliert. In den Nebenräumen fehlen Türen und Fenster, Elektro-, Heizkörper-, Waschanlagen- und -zubehör sowie Werkbänke und Kleingerät der Feldhallen. Die beiden Seitendepoträume sind vollständig ausgeraubt. Weitere Anlagen wie Dampfheizung, Dunkelkammer, Ölschuppen, Feuerlöschgeräteschuppen, Portierhäuschen, Scheinwerferturm, Kantinenanwesen Bürvenich und Wachtbaracke sowie Umzäunung werden betroffen.
 
 
1918-12-06
Die englischen Besatzungstruppen ziehen mit ihren Panzern in Köln ein.
Bis zum 11. Dezember sind die für das Kölner Stadtgebiet bestimmten Besatzungstruppen eingetroffen.
 
 
1918-12-07
Alliierte Truppen besetzen den Truppenübungsplatz Wahner Heide.
Engländer, Belgier und Franzosen, darunter auch marokkanische Einheiten, liegen abwechselnd in den Unterkünften und benutzen den Platz (wieder) zum Scharfschießen und zu Gefechtsübungen.
 
 
1918-12-13


Nach dem Weltkrieg werden auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof (englische Bezeichnung: “Aerodrome Bickendorf“) folgende Einheiten der Royal Air Forces (RAF) stationiert:

70. Staffel mit Sowith Camel, Snipe (F) Jäger Kz: „P“

7. Staffel mit R.E. 8 Aufklärer Kz: „?“
29. Staffel mit S.E. 5A Jäger Kz: „C“ Squadron Leader: Major H.White (F)
43. Staffel mit Sopwith Snipe Jäger Kz: „F“
79. Staffel mit Sopwith Delphin Geleitjäger Kz: „N“
206. Staffel mit D.H. 9 Bomber Kz: „?“
149. Staffel mit F.E. 2b/2d Jäger Kz: „?“

Weitere Stationen befinden auf den Plätzen Merheim, Heumar, Spich und Eil.

 
 
1918-12-00
Zu dieser Zeit wird die große Luftschiffhalle in Spich auf Grund des Versailler-Vertrages abmontiert und nach Frankreich gebracht. Wahrscheinlich wurde sie nach Afrika transportiert und dort für Frankreich wieder aufgebaut.
 
 
1918-00-00
Nach dem Ende des Krieges und der Vernichtung der gesamten deutschen Luftwaffe und dem Verbot Luftstreitkräfte irgendwelcher Art zu unterhalten, wird die Luftfahrtaktraktivität zwangsläufig auf den Luftsport und die Handelsluftfahrt gelenkt.
Aber auch diese Betätigung wird für Deutschland ungeheuer erschwert; der Luftsport darf nicht aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden.
Neben dem Deutschen Luftfahrtverband (DLV) wird als Flugverband der Werktätigen (SPD) der „Sturmvogel“ gegründet, an den Universitäten und Hochschulen der „Akademische Fliegerring“ und die „Akademischen Fliegergruppen“ (Akaflieg).
 
 
1918-00-00
Die Royal Air Forces (RAF) unterhält in den nächsten Jahren mit der 18. Nachrichtenschwadron, welche in Marquise/Frankreich stationiert ist, einen Post-Liniendienst nach Köln mit Zwischenlandung in Mainsocelle.
Es werden d´Havilland dH. 4a (einmotorige Doppeldecker) verwendet.

Diese Verbindung dient der Beschleunigung des Postdienstes zwischen der Britischen Rheinarmee und dem Mutterland.

 
 
1918-00-00

Der Ballonsport ist die einzige Sportmöglichkeit in der Luft.

Der Mitbegründer des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL), Hans Hiedemann, der bis zum Beginn des Weltkrieges den Ballonsport betreute, wurde inzwischen Vorsitzender des Clubs.
Als erster Nachkriegspräsident leitet er den Wiederaufbau ein.
Unter seiner Leitung wird ein neuer Freiballon beschafft und dem Club auch eine Segelflug- (1928) und später auch eine Motorflugsport-Abteilung angegliedert.

Christian Geusgen vor allen, baut die Ballonsport-Abteilung wieder auf.

 
 
1919-01-00
Auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof liegt noch Kriegsschrott:
An einer Stelle liegt ein Stapel Albatros-Rümpfe, davor steht eine mit Beschußschäden gezeichnete Pfalz D XII (ohne Tragflächen).
 
 
1919-01-24
Nach dem Weltkrieg werden auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof (englische Bezeichnung: Bickendorf) folgende Einheiten der Royal Air Forces (RAF) stationiert:
18. Staffel mit d`Havilland D.H. 9A Bomber Kz: (?)

Weitere Stationierungen finden auf den Plätzen Merheim, Heumar, Spich und Eil statt.

 
 
1919-01-00
Der ehemalige Kriegsluftschiffhafen Spich wird von den Briten vergrößert.
Abriß derZeppelinhalle 1918-12-00.
Auch wird vorübergehend noch in dem von der Frankfurter Straße und der alten Steinstraße gebildeten Süd-Winkel ein Militärflugplatz angelegt.
 
 
1919-02-05
Eröffnung der ersten deutschen Luftverkehrsstrecke zwischen Berlin und Weimar.
Die Nationalversammlung in Weimar erfordert eine Schnellverbindung zwischen der Regierungszentrale und dem verfassungsgebenden Parlament.
Träger des Unternehmens ist die Deutsche Luft-Reederei (DLR), die bereits am 1917-12-13 gegründet wurde.

Von Berlin nach Weimar, dem Tagungsort der Deutschen Nationalversammlung, fliegen ab heute im regelmäßigen Dienst Flugzeuge, die neben Post und Fracht behelfsmäßig auch Personen befördern.
Die ersten Passagiere sind Abgeordnete der Nationalversammlung, die in Weimar über die Reichsverfassung beraten.
Eines der beiden eingesetzten Flugzeuge wird von dem Pour-le-mérite-Flieger Otto Koennecke gesteuert, der der erste deutsche Verkehrsflugzeugführer nach dem Krieg ist.

 
 
1919-02-11

Britische Besatzungstruppen finden auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof das Wrack des Riesenflugzeugs Staaken R. XIV, der R 44/17 (5 Maybach-Mb IVa-Motore mit 1.225 PS auf 3 Zug- und 2 Druckpropeller/Spannweite 42,2 m), welches am 03.07.1918 seinen Erstflug machte und im August an die Truppe geliefert wurde sowie die Überreste eines Riesenflugzeugs SSW (es könnte sich um die SSW R.V, die R 5/15 (3 Benz Bz.IV-Mo tore mit 660 PS auf 2 Zugpropeller/Spannweite 34,33 m handeln -S208 S.190).

Das Skelett der Staaken R.XIV, R 44/17 hat keine Motore mehr; bei dem Wrack der SSW handelt es sich nur um den Rumpfteil sowie den Flächenteil, der die Motore und das Fahrwerk umfaßt.
Auch diese Teile haben keine Bespannung mehr.

Die Positionen der Wracks sind südwestlich der R-Halle.

 
 
1919-03-01
Der Luftpostliniendienst der Royal Air Force (RAF) -18. Nachrichtenschwadron- zur Versorgung ihrer in Deutschland stehenden Rheinarmee zwischen Köln Butzweilerhof und Marquise in Frankreich wird weitergeführt nach Hawkinge bei Folkstone in England.

Den ersten Flug von Folkstone nach Köln macht Robbinson („Robby“) auf einer d’Havilland DH.9.

Ein Schild auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof trägt die Aufschrift: „Centra Alarm Post-Aerodrom Defence“.
 
 
1919-03-14
Nach dem Weltkrieg werden auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof (englische Bezeichnung: Aerodrome-Bickendorf) folgende Einheiten der Royal Air Forces (RAF) stationiert:
59. Staffel mit R.E.8 Aufklärer Kz: „A1“

Weitere Stationierungen finden auf den Plätzen Merheim, Heumar, Spich (S119) und Eil statt.

 
 
1919-00-00
Gründung des „Verein Westdeutscher Flieger E.V.“ wahrscheinlich in Köln.
Erster Vorsitzender und Leiter der Kölner Ortsgruppe ist Jakob Möltgen, erster Schriftführer Josef Kramp.
Das Organ des Vereins, der „Rheinische Luftverkehr“, wird nach kurzer Zeit durch „DER START“ abgelöst.
 
 
1919-04-02
Nachdem die britische Besatzung das (gesamte) Rheinland okkupiert hat, wird in der Folgezeit die Anwesenheit britischer Flieger-Truppen in Deutschland stetig reduziert.
? Ende Oktober 1919 ist nur noch eine RAF-Staffel, die 12., am Rhein verblieben.
 
 
1919-04-05
Die Vereinsleitung des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL) (Jülicher Str.30*) richtet einen Protest an die Deutsche Nationalversammlung, gegen die von seiten des Reichsverwertungsamtes ge¬plante Verwertung der Militärflugplätze.
Die Vereinsleitung ist bestrebt, eine Verwertung der ehemaligen Plätze zugunsten der bestehen¬den Flugsportvereine herbeizuführen.

*) Anm.: Unter dieser Anschrift wird an anderer Stelle der Kölner Club für Luftsport genannt !

 
 
1919-00-00
Gründung der „Rheinischen Luftreederei A. G.“, die mit Unterstützung des „Vereins Westdeutscher Flieger E. V.“ einen großzügigen rheinischen Luftverkehr aufbauen sollte.
 
 
1919-00-00
Die Royal Air Forces (RAF) hat auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof die 4. Squadron mit Sopwith „Snipes“ stationiert.

Verlegt nach dort wird ferner die 120. Squadron mit d’Havilland DH.9a und Sopwith „Buffalo“.

Die 4. Squadron des Australischen Fliegercorps ist mit ihren Sopwith „Snipes“ auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof stationiert (Zeitraum und Squadron-Leaders unbekannt).

 
 
1919-00-00
RAF-Flugzeuge fliegen als Zeitungsboten für die englische „The Daily Mail“.
Sie fliegen von England über St. Omer, Morvil, Spa als sog. „A“-Flüge,
von Spa nach Köln zum Butzweilerhof als „B“-Flüge und von dort nach Köln-Merheim/rrh.
Am nächsten Tag fliegen die Maschinen wieder zurück nach England als „C“-Flüge.
 
 
1919-04-00
Zu der ersten Strecke der „Deutschen Luft-Reederei GmbH“ (DLR) Berlin-Weimar, die am 19-05.02 eröffnet wurde, tritt die Strecke Berlin-Hamburg und eine Verbindung von Berlin über Hannover in das westliche Industriegebiet.
 
 
1919-05 Der spätere "Atlantikflieger" James Fitzmaurice fliegt als Navigator die erste Briefsendung für die Britische Rheinarmee mit der Royal Air Force zum Butzweilerhof.
   
   
1919-05-13
Nach dem Weltkrieg werden auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof (englische Bezeichnung: Bickendorf) folgende Einheiten der Royal Air Forces (RAF) stationiert:

84. Staffel mit S.E. 5A Jäger Kz: „P“

 
 
1919-05-14
Die Royal Air Forces (RAF) wagt den ersten Nachtflugpost-Service zwischen Hawkinge und Köln.
Das Flugzeug ist eine d’Havilland D.H.10 der 120. Einheit (Staffel?) unter Kapitän Barratt und zwei Besatzungsmitgliedern.
 
 
1919-05-19
Der am 1919-05-14- aufgenommene Nachtflugpostdienst der Royal Air Force (RAF) zwischen Hawkinge und Köln wird ab heute regelmäßig durchgeführt.
 
 
1919-05-26
Stationierung der 25. Staffel mit D.H. 9A Bomber Kz: („?“) auf dem Butzweilerhof.
Weitere Stationierungen finden auf den Plätzen Merheim, Heumar, Spich und Eil statt.
 
 
1919-05-29
Stationierung der 49. Staffel mit D.H. 9 Bomber Kz: „M“ auf dem Butzweilerhof.
Weitere Stationierungen finden auf den Plätzen Merheim, Heumar, Spich und Eil statt.
 
 
1919-06-28


Die Weimarer Republik muß an diesem Tag im Spiegelsaal des Schlosses zu Versailles den Versailler-Vertrag unterschreiben.
Dieser Vertrag schränkt den Bau von Luftfahrtgerät so sehr ein, daß die Schaffung einer neuen Luftwehr in Deutschland auf lange Sicht unmöglich gemacht wird.
Im Artikel 198, Abs. 2 wird Deutschland generell der Besitz von Land-, Marine- und Luftstreit¬kräften untersagt.
Artikel 201 verbietet Deutschland, sechs Monate lang nach Inkrafttreten des Vertrags weder Flugzeuge noch Flugzeugteile herzustellen.
Am 05.05.1922 wird die Frist seitens der Siegermächte weiter herausgeschoben.
Artikel 202 des Versailler-Vertrags verlangt die Auslieferung aller militärischer Luftfahrtgeräte, die jedoch zum großen Teil an Ort und Stelle zerstört werden.
Es werden 15.714 Jagd- und Bombenflugzeuge, 27.757 Flugzeugmotoren, 16 Luftschiffe und 37 Luftschiffhallen abgeliefert oder vernichtet.

Infolge des Friedensvertrages von Versailles muß die Luftschiffhalle in Bickendorf niedergelegt werden
( 1918-12-06 - -11-30).
Der Kölner Flughafen Köln Butzweilerhof wird in Verwaltung der interalliierten Militärbehörde übernommen.

 
 
1919-00-00
Die Engländer legen einen Teil der Flughafenanlagen Köln Butzweilerhof nieder, der Rest dient zur Unterbringung englischer Flugzeug- und Tankgeschwader.
 
 
1919-07-16
Das englische Postfluggebäude (RAF-Nachtflugpost-Service zwischen Hawkinge und Köln) wird von Hawkinge nach Lympne verlegt.
 
 
1919-08-13
Nachdem bereits im Sommer die Zwischenlandung in Mainsocelle fort fiel, wird der englische Luftpostdienst der in Marquise stationierten 18. Nachrichtensquadron der Royal Air Force (RAF) zwischen Hawkinge und Köln eingestellt.
Es wurden mehr als 1.000 Flüge durchgeführt.
 
 
1919-09-00
Mit Erlaubnis der britischen militärischen Behörde erscheint das Heft Nr. 1 der Illustrierten Monatsschrift für das gesamte Luftfahrwesen „DER START“ , herausgegeben als Organ des „Cölner Club für Luftsport gegr. 1913 E.V.“.
Diese Schrift kostet 1 Mark. Sie wird durch Anzeigen finanziert.
Der Verlag (Hermann Schiffer) ist in Köln, Agrippastr. 37-39.
 
 
1919-09-16
Der Kölner Club für Luftsport *) beginnt mit neuen einmonatigen Kursen für Interessenten der Fliegerei.
Themen: Flugmotore, Modelle und Flugzeuge.
 
 
1919-10-01
Das neue Reichsverkehrsministerium in Berlin mit dem (angegliederten) neugegründeten Reichsamt für Luft- und Kraftfahrwesen nimmt seine Tätigkeit auf. An der Spitze dieser letzteren staatlichen Behörde steht der Unterstaatssekretär August Euler (Flugzeugführerschein Nr.1).
 
 
1919-10-00
Die im 1919-09 erstmalig erschienene Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Luftfahrwesen „DER START“ erscheint mit dem stark erweiterten Heft Nr. 2.
Sie bezeichnet sich jetzt als „Organ“:
Des Cölner Clubs für Luftsport gegr.1913, E.V., Köln (und)
Des Vereins Westdeutscher Flieger E.V., Sitz Köln.
Der Verlag und die Redaktion ist jetzt in Köln, Gilbachstr. 28.
„ DER START“ ist das Nachfolgeorgan des wegen technischer Schwierigkeiten nicht mehr erscheinenden Organs „Rheinische Luftverkehr“ des Vereins Westdeutscher Flieger E.V.
 
 
1919-10-00
Nach stetiger Reduzierung der nach dem Krieg im Rheinland stationierten britischen Fliegereinheiten, befindet sich jetzt nur noch die 12. RAF-Staffel am Rhein.
 
 
1919-11-02
Es wird beschlossen, die dem Kölner Club für Luftfahrt (KCfL) angegliederte Jugendabteilung in eine Fliegervorschule umzubilden, die den Freunden des Sportflugwesens, unter Vorführung von Modellen, Motorenschnitteilen, Lichtbildern u. ä. , kostenlos Unterricht erteilen soll.
 
 
1919-12-00
Die „Kommission für Luftfahrwesen in den Rheinlanden“ nimmt mit einer Sitzung ihre Tätigkeit wieder auf.
 
   
                                         
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Quellenangaben können gerne bei mir erfragt werden.
     
                               
Diese Chronik ist Eigentum von Heribert Suntrop.
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