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     1920 - 1929    Die goldenen 20er
                                         
                                         
   
Die deutschen Flugzeuge
der 20er Jahre
   
                                         
                                         
Internationaler Flughafen
Köln Butzweilerhof
 
Hans Kündgen
1. Luftboy auf dem
Flughafen Butzweilerhof
 
   
       
                           
                                         
                                         
                                         
Otto Könnecke
der Amerikaflieger
 
Pater Paul Schulte
der fliegende Pater
 
1928
Flugtag auf dem Butzweilerhof
   
                                         
                                         
 
     
                             
Luftrüpel       Promis der goldenen 20er Jahre
auf dem Butzweilerhof
                             
                             

 
Die Chronik der Kölner Luftfahrt
von Heribert Suntrop

                                         
Keine Haftung für unvollständige oder fehlerhafte Informationen.
Quellenangaben können gerne bei mir erfragt werden.
     
                               
Diese Chronik ist Eigentum von Heribert Suntrop.
Eine Kopie, auch auszugsweise, ist ausdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung erlaubt.

 
 
1920-02-12
Die französischen Besatzungstruppen beziehen ihre Quartiere im Militärlager in Wahn. Die Grenze zwischen der britischen Besatzungszone im Norden und der französischen im Süden liegt zwischen Urbach und Wahn und an der Nordseite des Truppenübungsplatzes, der den Franzosen untersteht. Die Franzosen nutzen die Wahner Heide zu Übungen. Auch Flugzeuge in größerer Zahl umkreisen den Platz, werfen Bomben ab oder schießen mit Maschinengewehren.
 
 
1920-00-00
Beginn des Segelflugsports auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof.
Ballon- und Segelflugsport sind nach dem Krieg begrenzte Sportmöglichkeiten hier.

Startplatz für Ballonaufstiege ist wieder - wie vor dem Krieg - der Platz vor dem Lindentor.
Einer der führenden Leute beim Aufbau des Ballonsports im Kölner Club für Luftfahrt (KCfL) ist Christian Geusgen.

 
 
1920-11-17
Auf dem Flugplatz Köln Butzweilerhof (englische Bezeichnung: Aerodrome Bickendorf) wird folgende Einheit der Royal Air Force (RAF) stationiert:

12. Staffel mit Bristol F2b zweisitziger Jäger Kz: „A4“

Weitere Stationierungen finden auf den Plätzen Merheim, Heumar, Spich und Eil statt.

 
 
1920-00-00
Vizefeldwebel a.D. Heinrich Schmitz, der ehemalige Pilot von Riesen-Flugzeugen bei der Riesen-Flugzeug-Abteilung 501, baut privat das 1. Segelflugzeug in Köln selbst ohne fremde Hilfe, nach eigenen Entwürfen, aber unter Kontrolle der englischen Besatzungsbehörde.
 
 
1921-00-00
Der als erster Flugzeugbeobachter mit dem Pour le mèrite ausgezeichnete Hauptmann Paul Freiherr von Pechmann tritt als Prokurist in die Firma A. A. Schütte, Köln ein.
Bis jetzt war er noch im Flugwesen tätig.
Von Pechmann wird in Zukunft ein leidenschaftlicher Sportflieger sein.
 
 
1921-08-10
Für diese Zeit gibt es eine Verfügung der Reichspost über die Kennzeichnung der Luftpost.
Für Köln sind bekannt:
„ Mit Luftpost befördert Köln 1“ (in verschiedenen Längen)
„ Mit Luftpost befördert Zweigstelle Flughafen“ (in verschiedenen Größen)
„ Mit Luftpost befördert Köln 2“ (in verschiedenen Farben)
„ Mit Luftpost befördert Luftpostamt Köln-Flughafen
„ Mit Luftpost befördert Postamt Köln-Flughafen
„ Mit Luftpost befördert Luftpostamt /Köln-Flughafen
 
 
1922-00-00
Der ehemalige Sergeant und Werkmeister, Luftschiffer Erich Gensicke, wird in die Dienste der Stadt Köln auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof übernommen.
 
 
1922-00-00
Jakob Möltken kommt nach Köln, um die ehemaligen Fliegerkameraden des Kölner Raums zu sammeln.
Ein Inserat im Stadtanzeiger genügt und alle alten Flieger kommen.

Die Besatzungsmacht, die Engländer, verlangen eine Eidesstattliche Erklärung, daß keine aktive Tätigkeit begonnen wird.
Man begnügt sich mit Lichtbildvorträgen, Theaterstücken, Kegeln und Singen.
Der Verein fungiert lediglich als Treff- und Sammelpunkt der Luftsportler.

 
 
1922-05-05
Über die Einhaltung der Bestimmungen der Ordonnanz Nr.80 der Interalliierten Kommission vom 1921-04-07 wacht ab heute das aus dreizehn englischen, französischen, italienischen, japanischen und dänischen Offizieren zusammengesetzte „Luftfahrt Garantie-Kommitee“.
 
 
1922-08-15
Die englische Luftverkehrsgesellschaft „The Instone Air Line“ (später „Imperial Airways Ltd.“) richtet den ersten kommerziellen, zivilen und regelmäßigen Liniendienst auf der Strecke London-Brüssel-Köln mit dem Flugzeug Vickers Vimy Commercial „City of London“, Kz.G-EASI, ein.
Befördert werden Personen und ab 1923-08-00 auch Fracht.

Der Flugpreis für Hin- und Rückflug beträgt 10 Pfund.


Diese Linie wird auch nach und nach von deutschen Passagieren benutzt.

Bis zum Abzug der Besatzung Januar 1926-01-31, weist sie einen langsamen, aber fortlaufend steigenden Passagierverkehr auf.

Die „Inston-Air-Line“ mietet auf dem Flughafen Butzweilerhof von der Stadt Köln eine Flugzeughalle (Halle D) an.


Die britische Inston-Air-Line, ausgestattet mit der Genehmigung der Hohen Rheinland-
kommision, benötigt auch die Landeerlaubnis der deutschen Regierung. Diese Erlaubnis wird seitens der Regierung in Berlin nur dieser einen Fluggesellschaft und auch nur jeweils für kurze Fristen gestattet.

Mit Inbetriebnahme dieses Liniendienstes zwischen England, Deutschland und Belgien beginnt auch die Geschichte der Luftpost im Bezirk der Oberpostdirektion Köln.
 
 
1922-10-01
Mit einer Subventionssumme von £ 25.000 wird für eine englische Fluggesellschaft eine Flugstrecke London-Brüssel-Köln festgelegt. Die Instone Air Line erhält die Zuweisung.
 
 
1922-10-01
Die Instone Air Line eröffnet die Strecke: London-Brüssel-Köln.
Damit wird die Grundlage für die luftpolitische Bedeutung Kölns gelegt.


Der erste Flug wird mit einer Vickers Vimy Commercial „City of London“, Kz: G-EASI, unter Flugkapitän FL Barnard durchgeführt. Das schlechte Wetter zwingt ihn, in Brüssel zu übernachten.

Die Maschinen verlassen Köln oder London morgens zwischen 10 und 11 Uhr. Einige machen eine Zwischenlandung in Brüssel oder Ostende. Nach drei Stunden Flugzeit landen sie in den jeweiligen Zielorten.
Die Fluggäste werden in Köln vom Domhotel, in London vom Viktoria-Hotel mit Omnibussen zum Flugplatz hin- und zurückgebracht.

 
 
1923-01-01
Die Artikel 313 bis 320 des Versailler Vertrages über die Luftfahrt treten außer Kraft. Deutschland hat damit seine Lufthoheit wiedergewonnen. Aber die im Anschluß an das Londoner Ultimatum vom 05.05.1921 der deutschen Luftfahrt auferlegten technisch und wirtschaftlich niederdrückenden Begriffsbestimmungen zur Unterscheidung der zivilen von der militärischen Luftfahrt sind noch voll gültig.
Nach diesen Begriffsbestimmungen durften bis vor wenigen Wochen in Deutschland nur einmotorige Flugzeuge fliegen, die vier Passagiere aufnehmen konnten. Erst jetzt hat man auch mehrmotorige Maschinen mit einer Tragkraft bis zu 12 Personen zugelassen.
Deutschland benutzt nun seine Lufthoheit dazu, diese Begriffsbestimmungen auch auf die Gegenseite anzuwenden und nur solche fremden Flugzeuge sein Gebiet überfliegen oder dort landen zu lassen, die gleichfalls den Bestimmungen der Alliierten entsprechen.
 
 
1923-02-06
Gründung der „Deutsche Aero Lloyd AG“ in Berlin unter maßgeblichem Einfluß der Deutschen Bank, Berlin und unter Beteiligung deutscher Städte mit 26,8 %.
Anteil von Köln ..........?
In der neuen Gesellschaft gehen die Deutsche Luft Reederei und die Fluggesellschaften der Lloyd-Gruppe auf.

Deutscher Aeroloyd und Junkers Luftverkehr sind Vorläufergesellschaften der „Deutsche Luft Hansa AG“.

 
 
1923-05-14
Die Instone Air Line eröffnet eine Direktverbindung London-Köln ohne Zwischenlandung in Brüssel.
Der Hin- und Rückflug wird an einem Tag durchgeführt.
Das Flugzeug verläßt Köln oder London morgens zwischen 10 und 11 Uhr.
 
 
1923-08-00
Die Instone Air Line nimmt mit der Vickers „Vimy“ Commercial “City of London”,
Kz: G-EASI, eine tägliche Frachtflugverbindung London-Köln auf.

Diese Fluggesellschaft verfügt über folgenden Flugzeugpark:

Vickers “Vimy” Commercial, Kz: G-EASI “City of London” 10 Sitze 700 h.p.
D.H. 34 Kz:      G-EBBR       “City of Glasgow”       10 Sitze 450 h.p.
D.H. 34 Kz:      G-EBBT       “City of New York”       10 Sitze 450 h.p.
D.H. 34 Kz:      G-EBBV      “City of Washington”    10 Sitze 450 h.p.
D.H. 34 Kz:      G-EBBW      “City of Cicago”           10 Sitze 450 h.p.

Vickers “Vulkan” Kz: G-EBBL “City of Antwerpen” 8 Sitze 350 h.p.

Westland Limousine II Kz: G-EARE/F “City of Manchester”? 4 Sitze 300 h.p.

D.H. 4A Kz: G-EAMU “City of York” 2 Sitze ? h.p.

 
 
1923-09-00
Erste Vorstandssitzung des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL) (nach dem Krieg).
Jakob Möltgen nimmt daran teil, hat aber keine Hoffnung, mit seinen Freunden aufgenommen zu werden.
Die Mitglieder des KCfL sind meist in Verwaltung und Wirtschaft exponierte Herren der Kölner Gesellschaft, die nur wenig mit dem Motorflug in Verbindung stehen.
Der bekannteste Freiballonfahrer Europas, der Präsident des KCfL, Hans Hiedemann, stellt zwar den Antrag auf Aufnahme, aber diese wird noch einige Jahre verschoben.
 
 
1923-10-01
Erster Passagierflug der Instone Air Line auf der Strecke London-Brüssel-Köln mit der Vickers „Vimy“ Commercial, Kz: G-EASI „City of London“, der jedoch wegen schlechter Witterung in (Brüssel?) unterbrochen werden muß.
 
 
1923-00-00
Ein englischer Militärpilot der Britischen Rheinarmee, der eine der Kölner Brücken unterfliegen will, stürzt in den Rhein und wird von Kölner Schiffern gerettet.
 
 
1923-00-00
Der Kölner Flieger, Automobil- und Flugzeugfabrikant Arthur Delfosse wird von der Technischen Hochschule (TH) Braunschweig zum Ehrensenator ernannt.
 
 
1923-00-00
Eine Anfrage des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen nach Eignung der Wahnheide für die Luftfahrt wird seitens der Schießplatzverwaltung verneint.
 
 
1924-03-17
Das Deutsche Reich hat sich nach vielen Verhandlungen mit der Aufhebung des Kaufvertrags für den Butzweilerhof vom 1913-05-29 einverstanden erklärt. Doch bleibt die Situation infolge der englischen Besatzungsmacht, die-die Stadt Köln als neue Vertragspartnerin in der Flughafenfrage anzuerkennen hätte, weiter in der Schwebe. Anscheinend lässt sie sich dabei von der irrigen Annahme leiten, als ob es sich statt um die Lösung eines blosen Mietvertrags um eine Übertragung des Eigentums am Flugplatze vom Reich auf die Stadt handeln würde.

Der am 1912-09-15 geschlossene Vertrag der Stadt Köln mit dem Reichs- (Militär)-Fiskus, über die 20jährige Verpachtung des Flughafens Köln Butzweilerhof, wird gelöst.

 
 
1924-04-01
Die englische „The Instone Air Line“ der Schiffsreederei „ S.Instone & Company“ fusioniert mit drei Gesellschaften zur „Imperial Airways Ldt“.

Die Bemühungen der Imperial Airways um die Errichtung weiterer Fluglinien, Köln – Paris und Köln – Amsterdam – London scheitern jedoch vorerst an diplomatischen Schwierigkeiten.
Französische und holländische Fluggesellschaften –Franco-Boumsine und Koninklijke Luchtvaart-Maatschappij voor Neederland en Kolonies - zeigen auch großes Interesse für diese Linien.

 
 
1924-04-00
Die britische Fluggesellschaft „Imperial-Airways“ muß in diesem Monat den Flugbetrieb London-Köln einstellen: die englischen Piloten streiken.
 
 
1924-05-02
Die am 24-04-01 neugegründete Imperial Airways eröffnet die Linie London-Köln mit einer De Havilland DH 34, Kz: G-EBBY, unter Flugkapitän Al Robinson. Die „Imperial Airways Ldt.“ richtet einen fahrplanmäßigen Flugdienst von Köln nach London ein, durch den sowohl Personen wie Güter befördert werden.
Das Personenflugzeug verläßt Köln oder London morgens zwischen 10 und 11 Uhr. Einige Flugzeuge machen eine Zwischenstation in Brüssel und andere in Ostende ab März 1924.
Die Flugzeit von London nach Köln beträgt 3 Stunden.
Die Fluggäste werden in Köln vom Domhotel und in London vom Hotel Viktoria mit Auto-Omnibuswagen nach dem Fluggelände hin- und hergebracht.

Das britische Luftfahrtministerium hat auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof für die Imperial Airways eine Funkstation errichtet.

 
 
1924-05-03
Die Imperial Airways eröffnet die Verbindungen London-Brüssel-Köln-und London-Ostende-Köln.
 
 
1924-00-00
Dem Kölner Kanalschwimmer Vierkötter wird nach gelungener Kanalüberquerung bei seinem Eintreffen auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof ein großer Empfang bereitet.
 
 
1924-05-11
Anläßlich der Eröffnung der „Kölner Messe“ besucht Reichspräsident Friedrich Ebert Köln und wird auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof von Oberbürgermeister Konrad Adenauer begrüßt.
Auch Reichskanzler Wilhelm Marx ist Ehrengast bei der Eröffnung.
 
 
1924-07-00
Schlußbetrachtung über Zustand, Erreichbarkeit (neue große Zufahrtsstraße) technische Einrichtungen, Bebauung (Gebäude) und deren Verwertbarkeit sowie Befürchtungen, daß bei Räumung des linken Rheinufers die Alliierten auf Grund der Artikel 42-44 des Versailler Vertrages die Zerstörung der Flugplatz-Aufbauten verlangen werden.
Das Ziel der Stadt muß sei:
1. durch Beseitigung der Ordonnanz 80 der Rheinlandkommission an das gesamte Luftverkehrsnetz angeschlossen zu werden und
2. durch Lösung des seit 1912 mit dem Reich noch bestehenden Mietvertrages wieder völlig freie Verfügungsgewalt über ihren Flugplatz zu gewinnen.
 
 
1925-01-15
Dr. Hugo Eckener, der bekannte Luftschiffkapitän, besucht mit seinen Mitarbeitern auf einer Vortragsreise durch Deutschland auch Köln. Er hält einen Vortrag und wirbt dabei um finanzielle Unterstützung für den Bau eines neuen Luftschiffes. Das zuletzt für die USA auf Reparationskosten gebaute LZ 126 (amerik. ZR-3 „Los Angeles“) war am 15.10.1924 von Eckener in den USA (Lakehurst) abgeliefert worden.
Dr. Eckener gelingt es bis 1926/27 auf diese Weise 2,5 Millionen Mark zusammenzubringen.
Die deutsche Reichsregierung steuert dann auch 1,5 Millionen Mark bei und somit konnte LZ 127 „Graf Zeppelin“ gebaut werden.
 
 
1925-00-00
Die Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen wird aufgegeben.
In den benachbarten Großstädten des rheinisch-westfälischen Industriegebietes entwickelt sich rasch eine Reihe von Verkehrsflughäfen, die sich auf die Entwicklung des späteren Kölner Verkehrsflughafens nachteilig auszuwirken droht.
Es laufen Verhandlungen zwischen der Royal Air Force (RAF), der Stadt Köln sowie der Industrie über die Wiederaufnahme des deutschen Flugdienstes.
 
 
1925-00-00
Der am 20.01.1903 in Zell/Mosel geborene Flugschüler Anton Weigand erwirbt in Würzburg den Flugzeugführerschein Klasse A.
Von dort kommt er anschließend zur Deutschen Verkehrsfliegerschule Staaken bei Berlin.
Die Schule wird geführt von Major a. D. Alfred Keller*), der Betreuer ist von Köppen, der Fluglehrer Buckler (Pour le mèrite).
 
 
1925-00-00
Pater Paul Schulte, der am 1927-03-22 in Köln die Missions-Verkehrs Arbeitsgemeinschaft MIVA gründet, trifft bei einem Berlinaufenthalt den ehemaligen Kommandeur des London-Geschwaders, Ernst von Brandenburg. Der inzwischen zum Ministerialrat im Luftfahrtministerium avancierte ermöglicht Paul Schulte, die am Kriegsende unterbrochene Fliegerausbildung zu beenden.
Den Flugunterricht muß Pater Schulte vor seinen Kirchenoberen zunächst verheimlichen. Denn selbst das Radfahren gilt für Patres als unschicklich.
Im Frühjahr 1926-00-00 erwirbt Schulte den Pilotenführerschein.
Seine Ausbildung zum Flugzeugführer unterstützt von Brandenburg mit einer Summe von 3.000 Mark.
 
 
1925-11-26
Die Kölner Stadtverordnetenversammlung bewilligt die Bereitstellung von 750.000 Mark für den Ausbau des Flugplatzes Köln Butzweilerhof.
Die Gesamtkosten werden auf 1.150.000 Mark beziffert und sollen aus einer späteren Anleihe gedeckt werden.
Die positiven Erwartungen der Kölner Stadtverordneten basiert darauf, daß die andauern-den Bemühungen der deutschen Regierung bei den Alliierten um eine Lockerung der restiktiven Luftverkehrsbedingungen Ende 1925 endlich Erfolg zeigen.
 
 
1925-11-00
Die Kölner Stadtverordnetenversammlung sieht in der neuen Gesellschaft Deutsche Lufthansa ebenfalls eine lukrative Anlage und beschließt, sich in das zu gründende Unternehmen mit 400.000 Mark einzubringen.
 
 
1925-00-00
Die Kasseler Flugzeugbauer Raab-Katzenstein gründen auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof eine Fliegerschule, deren Leiter der Kunstflieger Peschke wird.
Ausbilder ist u.a. zeitweise auch Gerhard Fieseler.
Es werden nur Raab-Katzenstein-Flugzeuge eingesetzt.
 
 
1926-01-00
Vom Kölner Polizeipräsidium/Abtl. Schutzpolizei wird auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof die Dienststelle „Polizei-Flugwache Köln“ eingerichtet.
Das Dienstgebäude befindet sich nördlich des Abfertigungsgebäudes am Verkehrsturm.
Leiter der Polizei-Flugwache Köln ist Polizei-Hauptmann E. Müller.

Angehöriger der Flugwache ist der von Berlin zum 1. Jan 1926 nach Düsseldorf versetzte Wachtmeister Albert Grünberg jetzt wohnhaft Köln-Longerich, Lützlongericher Str.58.

 
 
1926-00-00
Räumung der ersten Zone der besetzten Rheinlande. Aufhebung des Flugverbots für alle Deutschen.
 
 
1926-01-06
Gründung der „Deutsche Luft Hansa AG“ durch Zusammenschluß der Deutschen Aero Lloyd AG und Junkers Luftverkehr AG.
Die Schreibweise "Luft Hansa" wurde bis 31.12.1933 benutzt. Danach schrieb man beide Wörte zusammen als "Lufthansa"

Die Gesellschaft wird zunächst mit einem Stammkapital von 50.000 Mark ausgestattet.
Die neue Fluggesellschaft übernimmt von der Deutschen Aero-Lloyd den aufsteigenden Kranich, von Junkers die Farben blau und gelb. Der Namen stammt von Junkers-Pressechef Fischer von Poturzyn.

An der neugegründeten „Deutsche Luft Hansa AG sind neben Städten wie München, Frankfurt/M., Dresden, Leipzig, Essen, Bochum und Mülheim auch alte Hansestädte wie Köln, Hamburg, Duisburg, Halle und Erfurt beteiligt.
Der OB von Köln, Dr. Konrad Adenauer, sitzt neben anderen OB’s im Aufsichtsrat der Gesellschaft.
 
 
1926-00-00
Der erste deutsche Verkehrsflugzeugführer nach dem Krieg, der Pour le mérite-Flieger Otto Koennecke, der bisher bei der Deutschen Luft Reederei (DLR) beschäftigt war, wechselt zur Deutschen Luft Hansa (DLH) über.
Hier reift die Idee, den Nordatlantik in ost-westlicher Richtung zu überqueren.
Otto Koennecke
 
 
1926-01-17
Der nach Kriegsschluß von den britischen Besatzungstruppen genutzte Truppenübungsplatz Wahner Heide wird im Zuge der Räumung der ersten Besatzungszone von den Alliierten wieder in deutsche Hände zurückgegeben.
Eine Wiederbesetzung durch die Reichswehr ist jedoch nicht möglich, da das Gelände zur entmilitarisierten Zone gehört.
 
 
1926-01-31
Die Englischen Besatzungstruppen ziehen ab.
Ursprünglich sollte die Kölner Zone laut Artikel 429 des Versailler Vertrages schon am 01.01. 1925 geräumt sein. Der Termin wurde wegen angeblicher Verstöße Deutschlands gegen die Abrüstungsbestimmungen verschoben.
Der bisher von ihnen genutzte Flughafen Köln Butzweilerhof wird wieder frei für die deutsche Fliegerei und wird an die Stadt zurückgegeben.
Für die zukünftige Stellung Kölns im Luftverkehr ist es günstig, daß die Imperial Airways nach Abzug der englischen Besatzung, die Linie Köln-London weiter betreiben darf.

Die Stadt Köln kaufte den Platz vom Reich zurück.

 
 
1926-02-01
Als erste deutsche Flugzeuge landen zwei Fokker D VII, Reklameflugzeuge der Aachener Schokoladenfabrik Trumpf auf dem Platz.
DIE ZIVILE LUFTFAHRT IN KÖLN HAT BEGONNEN.

Es landen einige Tage später als erste deutsche Flugzeuge zwei Maschinen der „Deutsche Luft Hansa AG“ - von dieser Gesellschaft als Sonderflüge organisiert - von Berlin kommend und zwar eine Junkers G 24 und eine Dornier „Komet“ III., Piloten: Otto Brauer (Flugkapitän, fliegt ab 1929 die Junkers G 38) und Max Kahlow - im befreiten Köln auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof.
An Bord beider Maschinen sind eine Anzahl führender Männer der deutschen zivilen Luftfahrt und der Presse aus Berlin.

werbeflugzeug Trumpf
 
 
1926-02-00
Danach erfolgte die Instandsetzung und Erweiterung des Rollfeldes und die Errichtung der notwendigen Räume und technischen Anlagen auf der alten Anlage der Militärfliegerstation aus dem Weltkrieg.
Handelt es sich zunächst zwar nur um einen provisorischen Aufbau, so werden die Anlagen doch auf den Stand gebracht, die dem neuen und veränderten Zweck des Flughafens entsprechen.
Von einem Neubau muß wegen der Kürze der Zeit, die bis zur Betriebseröffnung zur Verfügung steht, und mit Rücksicht darauf, daß noch keine örtlichen Betriebserfahrungen vorliegen, zunächst abgesehen werden.
Es bestehen kaum Erfahrungen auf dem Gebiet des zivilen Flughafenbaus, an die man anknüpfen kann. Dagegen sind die geräumigen alten militärischen Anlagen mit geringen Mitteln in kurzer Zeit herzurichten und relativ leicht den fortschreitenden Bedürfnissen anzupassen.
Auch befürchtet man, durch die Verzögerung, die eine langwierige Baumaßnahme mit sich bringt, den Anschluß an die rasante Entwicklung im deutschen Luftverkehrswesen zu verpassen. Außerdem sind die städtischen Kassen leer: Anlage des Grüngürtels 1921, Bau des Müngersdorfer Stadions 1923 und der Deutzer Messe 1924!
Zwischen Flughafenfunkstelle, Wetterstelle und Flugleitung der DLH wird eine Rohrpost installiert.

Anm.: Daß die eilig für den Flugbetrieb hergerichteten ehemaligen militärischen Gebäude, die teilweise noch aus der Vorkriegszeit stammen, den Anforderungen eines modernen Flugbetriebs nicht mehr genügen, ist auch den Verantwortlichen in Köln bewußt.
Doch die desolate Finanzlage der rheinischen Großstadt am Ende der Weimarer Republik läßt einen kostspieligen Neubau nicht zu.

 
 
1926-02-00
Nach Abzug der Engländer aus Köln wird auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof sofort mit den Umbauten begonnen.
Die Regie für diese Umbauarbeiten liegt in den Händen von Stadtbaurat Adolf Abel (1882-1968), Leiter des städtischen Hochbauamts.
 
 
1926-02-00
In den ersten beiden Monaten nach Räumung Kölns durch die Engländer bleibt es auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof noch still.
Nur die Imperial Airways setzt mit Erlaubnis der deutschen Regierung ihre Flüge nach London fort.
 
 
1926-03-00
Die Kölner Stadtverordnetenversammlung bewilligt 1,6 Millionen Mark als Beitrag zur Finanzierung der Anfang des Jahres durch den Zusammenschluß regionaler Gesellschaften entstandenen „Deutschen Luft Hansa A.G.“.
Weiter werden 750.000 Mark für den Ausbau des Flughafens Köln Butzweilerhof, der zunächst 540.000 qm groß ist, zur Verfügung gestellt sowie 300.000 Mark jährliche Subventionen.
In den nächsten Jahren wird der Flughafen von 540.000 qm auf 1.290.000 qm erweitert.
 
 
1926-03-10
Das Areal des Kölner Flughafens Butzweilerhof wird durch Polizei-Major von Blomberg begutachtet und „in jeder Beziehung für die Ausübung öffentlichen Luftverkehrs“ als geeignet befunden. Nun steht der Eröffnung des Kölner Luftverkehrs nichts mehr im Wege.
 
 
1926-00-00
Pater Paul Schulte, der am 1927-03-22 in Köln die Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft MIVA gründet, erhält den Pilotenführerschein. Prompt erhält er seitens der Kirche Flugverbot.
 
 
1926-03-31
Kölner Rathaus:
Gründung der Rheinischen Luftverkehrsgesellschaft m.b.H. mit Sitz in Köln.
Mitbeteiligt sind die 11 Städte der Rheinprovinz: Aachen, Bonn, Düren, Eschweiler, Koblenz, Köln (6.600 Mark Stammkapital), Krefeld, München-Gladbach, Neuß, Remscheid, Saarbrücken*), Solingen*), Stolberg und Trier.
Der Aufsichtsrat dieser Gesellschaft besteht aus mindestens 10 Mitgliedern, rekrutiert aus der Reihe der Oberbürgermeister der Mitgliedsstädte, plus drei Vertreter des Preußischen Staates.
Vorsitzender des Aufsichtsrats ist OB Konrad Adenauer.
Als Geschäftsführer fungiert bis im Februar 1930 der Kölner Beigeordnete August Haas. Er ist zuständig für Häfen, Brücken, Luftverkehr und Fuhrpark ? 1930-02-00.

Die Rheinische Luftverkehrsgesellschaft betreibt den neuen Kölner Flughafen.
Die Gesellschaft will zunächst keinen eigenen Luftverkehr betreiben. Sie stellt gewissermaßen eine Interessen-Vereinigung der Städte des rheinischen Wirtschaftsgebietes dar, die die Aufgabe hat, die Luftverkehrsinteressen des gesamten Gebietes nach außen zu vertreten.
Nach § 2 des Gesellschaftsvertrags obliegt ihr „...die Errichtung, Durchführung, Pflege und Förderung des Luftverkehrs und der Betrieb aller mit dem Luftverkehr zusammenhängender Geschäfte und Einrichtungen sowie die Vertretung der gemeinsamen Gesellschaftsinteressen“.

 
 
1926-04-00
Vor Beginn des Flugbetriebs gibt das Verkehrsamt der Stadt Köln die Broschüre
„Der Flughafen der Stadt Köln“ heraus.
Sie enthält Interessantes über den Kölner Flughafen mit Übersichtspläne, Die Flugzeuge der DLH, Stadtplan-Anfahrtsweg, Zubringerautos, Streckennetz/Flugplan Sommer 1926, Luftlinien-Flugzeiten-Preise, Beförderungsbedingungen, Tarif für Rund- u. Sonderflüge, Luftfracht Luftpost-Tarif.
 
 
1926-04-06
An diesem Tag landen die ersten deutschen Flugzeuge im regelmäßigen Verkehr auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof. Nach einer kurzen, durch die Vereinigung der beiden Luftverkehrsgesellschaften Deutsche Aero Lloyd AG und Junkers Luftverkehrs AG zur Deutschen Luft Hansa AG bedingten Unterbrechung, erfolgt an diesem Tag die Wiederaufnahme des Luftverkehrs in ganz Deutschland.
 
 
1926-04-06
Die „Deutsche Luft Hansa AG“ (DLH) nimmt den planmäßigen Flugverkehr über Köln Butzweilerhof auf.

Als erste Maschine im regelmäßigen deutschen Luftverkehr landet ein Flugzeug der Linie Berlin-Köln auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof. Als zweite Maschine der DLH landet von Berlin-Tempelhof (9 Uhr) kommend eine Dornier „Komet III“ unter Führung von Flugkapitän Karl Noack auf dem Platz. Der Beigeordnete August Haas begrüßt die Ankommenden und überreicht Noack im Namen der Stadt eine silberne Zigarettendose.

Kurz zuvor ist bereits die „Imperial Airways“ mit ihrem Doppeldecker „Adele“ gelandet.

Die Strecken Hamburg-Bremen-Dortmund-Essen-Düsseldorf-Köln und _
Dortmund-Essen-Köln-Frankfurt-München werden heute eröffnet.

Die „Cidna“ (Compagnie Internationale de Navigation Aerienne) befliegt die Strecke Basel-Frankfurt/M.-Köln-Brüssel-Paris.
Beflogen werden:_
Die Linie: London-Brüssel-Köln von der „Imperial Airways“,
die Linie: Paris-Köln-Berlin von der „DLH“ u. „Lignes Farman“
die Linie: Köln-Hamburg-Kopenhagen-Malmö von der „Det Danske Luftfahrt Sels kab“.

Der Flughafen Köln Butzweilerhof ist in den planmäßigen deutschen Luftverkehr eingegliedert.

Die „DLH“ befliegt auch die Strecke Amsterdam-Köln-Frankfurt-Basel (am ?1926-04-19).
Allein im Reichsgebiet können von hier aus 57 Ziele, außerdem zahlreiche europäische Metropolen angeflogen werden. Schon in diesem Jahr starten täglich 25 Maschinen unterschiedlichsten Typs, vom Doppeldecker bis zur dreimotorigen Junkers G13, die mit neun Passagierplätzen als Großflugzeug gilt.

 
 
1926-04-12
Eröffnung der Linie Gleiwitz-Breslau-Halle-Köln.
 
 
1926-04-19
Eröffnung der Linie Amsterdam-Düsseldorf-Köln-Frankfurt-Mannheim-Basel.
 
 
1926-04-00
Im Laufe des Monats werden eröffnet:
-die englische Linie London-Brüssel-Köln,

-die französische Linie Paris-Köln-Berlin und (am 1926-05-26)

-die dänische Linie Köln-Hamburg-Kopenhagen-Malmö (am 1926-05-18).

Dänisches Flugzeug vom Typ ..? , Kz: T-DIFJ vor der Lufthansa-Halle (ex R-Halle).

 
 
1926-05-00
Der Kölner Architekturfotograf Hugo Schmölz (geb. 1879) dokumentiert fotografisch die Gebäude des kurz vor Inbetriebnahme stehenden Flughafens Köln Butzweilerhof.

Anm.: Der Bestand dieses Schmölz-Archivs hat den 2.Weltkrieg überstanden.

 
 
1926-05-13


Feierliche offizielle Eröffnung des Flughafens Köln Butzweilerhof durch die Flughafenverwaltung und Luftverkehrsgesellschaft.

Der Flughafendirektor Major a. D. Maximilian Hantelmann wird in seiner Aufgabe unterstützt von dem ehem. Luftschiffer Erich Gensicke (geb. 1880 (S31) sowie den Luftverkehrsgesellschaften.
Erich Gensicke ist Flughafenverwalter und stellvertretener Direktor.

Anwesend ist auch Oberbürgermeister Konrad Adenauer, der eine Dornier Komet III der Luft Hansa (Kz:D-….?) besteigt und sich im offenen Chockpit sitzend als „Pilot“ fotorafieren lässt.
Die Flieger werden durch eine dem Luftsport aufgeschlossene Stadtverwaltung - mit aktiver persönlicher Unterstützung ihres OB Dr. Konrad Adenauer - wirkungsvoll unterstützt.

 
 
1926-05-15
Einweihung des Flughafens Köln.
Die Rede hält Bürgermeister Dr. Matzerath.
 
 
1926-05-16
Der Flughafen Köln Butzweilerhof wird als „Flughafen 1. Ordnung“ für den Verkehr freigegeben.
Bisher galt die Zulassung nur als „Notlandeplatz".
 
 
1926-05-18
In Verbindung mit dem günstigen Ausgang der Pariser Verhandlungen (1925-11-00) wird heute von der dänischen Fluggesellschaft „Danske Luftfart Selskab A.S.“ die Linie Kopenhagen-Hamburg-Köln mit Anschluß nach Paris- eröffnet.
 
 
1926-05-22
Die Verhandlungen zwischen Abgesandten des deutschen Reichs und der Botschafterkonferenz in Paris kommen mit dem Pariser Luftfahrtabkommen zum Abschluß, das den Luftverkehr auch über dem Rheinland mit gewissen Beschränkungen wieder freigibt. Zunächst können Fluggesellschaften eine kollektive Genehmigung für eine bestimmte Frist einholen, während private Flieger für jeden Aufstieg eine gesonderte Erlaubnis der Rheinlandkommission benötigen.
Es treten die Pariser Vereinbarungen (1925-11-00) in Kraft mit dem Passus, „Deutschland ist im Luftverkehr allen anderen Staaten gleichberechtigt“.
Die Flugzeughallen auf den Flugplätzen sind zurückzugeben.

Die Stadt Köln kauft das Gelände Butzweilerhof vom Fiskus zurück (jedoch unter 1924-03-17).
Der Platz wird mit rot-weißen Pfählen eingezäunt.
 
 
1926-05-23
Der „Kölner Club für Luftfahrt“ (KCfL), der sich bisher nur dem Ballonsport widmen konnte, veranstaltet in Verbindung mit der Flugsportgesellschaft Otto Bornemann, Berlin den ersten Flugtag der Nachkriegszeit mit Propaganda-, Geschwader- und Kunstflügen sowie Ballonrammen, Ballonabschuß und Fallschirmabsprung.
Teilnehmer u. a.: Weichel, von Hippel und Antonius Raab.
Der erste Massenbesuch von Zuschauern auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof.

Der Kunstflieger Oberleutnant a.D. Hans Joachim von Hippel unterfliegt mit Passagieren in seiner Maschine die Hohenzollernbrücke.
Einige Tage später muß er sich bei OB Konrad Adenauer zum Raport melden und bekommt eine Verwarnung.
Anm: v. Hippel ist von 1927-1935 bei der Lufthansa tätig und von 1936-1945 bei der Luftwaffe.

 
 
1926-05-26
Eröffnung der Strecke Berlin-Köln-Paris durch die „Deutsche Luft Hansa AG“ (DLH) und der „Lignes Aérienne Farman“ (heutige „Air France“)*).

Es ist die erste unmittelbare deutsche Auslandsflugverbindung von Köln nach Paris - und das erste Poolabkommen der Luftfahrt!
An Bord der Junkers-Maschine ist Otto Merkel, einer der drei Direktoren der Deutschen Luft Hansa AG.

Eingesetzte Flugzeuge: Junkers G 24 (3motorig, neunsitzig) und Farman 170 (einmotorig). An diesem Tag startet in Berlin die Junkers G 24, Kz: D-901, mit Flugkapitän Bruno Rodschinka (berühmter Tibetforscher) und in Paris Le Bourget um 10 Uhr die Farman 170, Kz: F-AICS, mit Rène Robin, einem Monteur und vier Passagieren.
Beide sollen sich bei der Zwischenlandung in Köln treffen; dies klappt jedoch wegen Zollschwierigkeiten nicht.

Die Linie führt von Berlin über Essen und Köln nach Paris (und umgekehrt).
An diesem Tag startet noch eine 2. Maschine in Paris: Jules Landry am Steuer transportiert Werkzeuge, Ersatzteile und sonstige für den Bodendienst notwendige Utensilien.

 
 
1926-05-31
Absturz des Sportflugzeuges „Schwalbe“ bei Köln--Longerich, wobei der Pilot Riemer und Begleiter Kuntzsch den Tod finden. Der (Ober-?) Wachtmeister der Polizei-Flugwache Köln, Albert Grünberg, 1926-01/-03?-00 fotografiert zwecks Unfallaufnahme die Absturzstelle der Maschine. Sie befindet sich westlich des Reichsbahn-Stellwerks „Nnf“ (Nippes nord fahrdienstleiter) an der Strecke Köln-Neuß.
Absturz in Köln Riemer Kuntzsch
 
 
1926-00-00
Bickendorfer Bürger aus verschiedenen bestehenden örtlichen Vereinen (z.b. Kegelklub „Grad uhs“) gründen eine Karnevalsgesellschaft.
Angeregt durch die sich wieder im Aufwind befindliche Luftfahrt, die im Ortsbezirk von 1909-1919 stationierten Luftschiffern und die vorhandene Luftschiffhalle am Ossendorfer Weg sowie den seit 1912 am Butzweilerhof befindlichen Flughafen der Stadt Köln wurde der Gesellschaft der Name „Sr.Tollität Luftflotte 1926“ gegeben.
 
 
1926-06-00
Der Kölner Polizeipräsident erlässt eine Verordnung, mit der das Unterfliegen von Brücken verboten wird.
 
 
1926-07-11
Ein von der Augsburger Ballonfabrik gebauter Ballon für den Kölner-Aeroclub wird von der Frau des Kölner Obs, Auguste Adenauer, auf den Namen „Köln“ getauft.
Der Ballon hat ein Fassungsvermögen von 1680 Kubikmeter. Er macht am 1931-09-27 seine letzte Fahrt.
 
 
1926-07-00
Auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof finden im Juli bereits täglich 24 Starts und Landungen mit insgesamt 758 ankommenden und abfliegenden Passagieren statt.

Das Aufkommen an Gepäck und Fracht beträgt 3.311 kg, an Post 2.663 kg.

Anm: Wegen der geringen Nutzlast der Flugzeuge muss alles was mit der Lufthansa fliegen will, auf die Waage.

 
 
1926-07-21
Bei der Frage der Eignung der Wahner Heide für die Luftfahrt 1923-00-00 hält der Landrat des Kreises Mülheim das Gelände der Heide für besonders geeignet, indem er auf die verkehrsgünstige Lage nahe der Frankfurter Straße und die Straßenbahnverbindung vom Bahnhof Wahn nach Wahnheide, ferner auf die Unterkunftsmöglichkeiten im Lager Wahnheide hinweist.
Auf alle Fälle empfiehlt der Landrat das Einrichten eines Notlandeplatzes für Flugzeuge und erwähnt die Möglichkeit, ass die Scheuerteiche auch für Wasserflugzeuge genutzt werden könnten.

Die bis 1918 mit deutschen Militärflugzeugen belegte Flughalle (Halle B?) ist zu dieser Zeit bereits verfallen.

 
 
1926-00-00
Der Kölner Heinrich Schmitz von der Rheinischen Arbeitsgemeinschaft für Gleit- und Segelflugsport, (RAGGS), legt in der Rhön seine A und B-Prüfung ab.
Danach nimmt Heinrich Schmitz an den Segelflügen der RAGGS in Quiddelbach teil.
 
 
1926-09-09
Die Kölner Stadtverordneten beschließen für die Erweiterung des Kölner Flughafens Butzweilerhof 600.000 RM bereitzustellen.
 
 
1926-09-14
Bei Frage der Eignung der Wahner Heide für die Luftfahrt (1923-00-00 u. 1926-07-21) nimmt der Präsident des Landesfinanzamtes Köln eine ablehnende Haltung ein.
Seines Erachtens ist die Wahner Heide selbst als Notlandeplatz nur sehr wenig geeignet.
Die kleine Fläche der Stauweiher, deren zeitweilige Wasserarmut und der unmittelbar angrenzende Hochwald sprechen auch gegen eine Eignung der Scheuerteiche für Wasserflugzeuge.
 
 
1926-00-00
Die Westflug GmbH, Bad Oeynhausen (ab 1927-05-16 die DLH) befliegt die Rheinlinie Köln-Duisburg-Rotterdam mit Junkers F 13-Wasserflugzeugen. In Höhe der Kunibertskirche, an der sog. „Kunibertsrampe“, befindet sich ein Floßanleger.  Eingesetzt sind die Junkers F 13 „Stößer“, Kz: D-373 und die Junkers F 13 „Baumläufer“, Kz: D-433 .

Vermerk: Daß zu dieser Zeit schon die Linie beflogen wurde, geht daraus hervor, dass die Illustrierte Kölnische Zeitung bereits 1926 über einen „Luftverkehr zwischen den Rheinstädten Köln-Duisburg-Rotterdam“ berichtete.
Weiter heißt es dort: „Zur Werbung für diesen Gedanken veranstaltet die Kölnische Zeitung besondere Flugtage.“.
Entweder handelte es sich 1926 um einen von der Westflug GmbH, Bad Oynhausen durchge-führten Betrieb auf eigene Rechnung oder einen Versuchsbetrieb im Auftrage der DLH AG, die dann am 1927-05-15 die Strecke offiziell eröffnete.

Die Westflug GmbH, Bad Oeynhausen kann auch eine Tochter der DLH AG. gewesen sein, da die Junkers F 13 „Baumläufer“, Kz: D-433 dieser Firma den typischen DLH-Anstrich trägt.
Auf einem anderen Foto trägt dieselbe Maschine diesen gleichen Anstrich, aber auf dem Höhenleitwerk sind Wimpel und Schrift „Westflug GmbH Bad Oeynhausen“ verschwunden und dafür trägt die Maschine jetzt auf der linken Motorseite den Schriftzug LUFT HANSA.
Diese Bilder müßten somit nach dem 1927-05-15 aufgenommen worden sein.

 
 
1926-00-00
Der „Verein Westdeutscher Flieger e.V.“ unter Vorsitz seines Mitbegründers, des Fluglehrers Jakob Möltgen, wird mit seinen 62 Mitgliedern als Abteilung Motorflug im KCfL in den Räumen des ADAC auf dem Neumarkt feierlich aufgenommen.
Der Verein wurde 1919-00-00 von jungen Kriegsfliegern gegründet.

Nach Freigabe des Motorflugsports drängen die Kölner Flieger zum Sportflug. Gönner, wie der Generaldirektor der „Rheinbraun AG“, Dr. Friedrich Kruse, fördern diese Sportart. Der „Kölner Club für Luftfahrt“ (KCfL) hat soviel aktive Mitglieder, ass er in Deutschland an erster Stelle steht.

 
 
1926-00-00
Der Kölner Flieger Anton Weigand (später insgesamt 2,5 Mill. Flugkilometer) ist einer der ersten Linienpiloten der Deutschen Luft Hansa (DLH), die den Flughafen Köln Butzweilerhof anfliegen.

Er fliegt als erste Maschine ein „Sablatnik“-Hochdecker 1927-03-00 Ende.

Passagiere sind zunächst Geldleute, die damit angeben, dass sie geflogen sind.
Später sind es immer mehr Geschäftsleute, Fabrikanten und Touristen.

Später fliegt A. Weigand die für ihn recht unangenehme Fokker F 3.

 
 
1926-00-00
Eine von Oberbürgermeister Konrad Adenauer in Auftrag gegebene Dokumentation über den Flughafen Köln Butzweilerhof erscheint.
 
 
1926-11-00
Die Internationale Luftfahrt-Ausstellung (ILA) im Herbst 1928 in Berlin bietet dem Verkehrs- und Wirtschaftsamt der Stadt Köln Gelegenheit, die Bedeutung des Flughafens Butzweilerhof im Bild darzustellen.
Während andere Städte ihre Flughäfen als Pläne oder als Modelle zeigen, ist Köln in der Lage, mit dem Ölgemälde eines bedeutenden zeitgenössischen Künstlers, seinen Flughafen auf ganz besondere Weise zu repräsentieren.
Die Idee, eine Zeichnung vom Kölner Flughafen in Auftrag zu geben, kursiert im Magistrat der Stadt Köln. Die Anregung wird vom Kölner Aero-Club aufgenommen, der auch die Finanzierung übernehmen will.
 
 
1926-11-25

Verweis zum Thema Adenauer für die Kölner Luftfahrt
Erste Lesung des Haushaltsplans der Kölner Stadtverordnetenversammlung für den Flughafen Köln Butzweilerhof und den Luftverkehr. Heftige Kritik am Ausbau und Betrieb des Platzes aus den Reihen der linken Fraktionen angesichts der Notlage der Bevölkerung. Die Mehrheit des Stadtparlaments steht allerdings hinter dem Flughafenausbau, allen voran der Kölner OB, Konrad Adenauer. Adenauer scheut kein Risiko bei der Verwirklichung seiner Planungen, Köln zur attraktivsten Großstadt des Rheinlands, zum mächtigsten Wirtschaftszentrum und Hauptanziehungspunkt für Touristen zu machen. Ein Flughafen ist ihm unabdingbare Voraussetzung dafür.
 
 
1926-11-26
Auf der Veranstaltungs-Konferenz des „Deutschen Aero Clubs“ werden für ein von einem zeitgenössischen Künstler zu schaffendes Ölgemälde des Kölner Flughafens 1.500 Mark bewilligt. Der Betrag wird dem „Werbefonds“ entnommen.
 
 
1926-00-00
Der Grundstein für ein neues Empfangsgebäude auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof wird gelegt.
Die deutschen Städte haben die Aufgabe, die Entwicklung der Flughäfen zu unterstützen.
 
 
1926-00-00
Das Kleinluftschiff D-PN-28 Parseval „Trumpf“ fährt Werbung für die Firma Naatz und besucht den Flughafen Köln Butzweilerhof.
 
 
1926-00-00
Der Lage nach ist Köln der günstigste Punkt für den Ausgang des Luftschiffverkehrs, aber leider stehen seiner Wahl die ungünstigsten wetterkundlichen Verhältnisse entgegen (mit Gewitter und einbrechende Stürme).
Köln ist ernstlich als Luftschiffhafen in Betracht gekommen, aber Dr. Hugo Eckener, einer der bekanntesten Luftschiffer, hat sich scharf gegen Köln ausgesprochen.
 
 
1926-12-00
Der Flughafenfunksender des Butzweilerhofs befindet sich ca. 5 km vom Flughafen entfernt auf dem Industriegelände bei Köln-Niehl.
Er ist zur Abwicklung des immer stärker werdenden internationalen Verkehrs bestimmt.
Die Höhe der drei Masten beträgt 62 m.
 
 
1927-02-28
Am ersten Karnevalszug nach dem Krieg und nach Abzug der britischen Besatzungsarmee am 1926-01-31 nimmt auch die im Vorjahr neugegründete Köln-Bickendorfer Karnevalsgesellschaft „Sr. Tollität Luftflotte 1926“ teil. Auf ihrem Wagen ist die Nachbildung eines Zeppelins mit der Aufschrift „Sr. Tollität LUFTFLOTTE L 11“ montiert. Mit auf diesem Wagen fährt der Luftschiffkapitän Ernst A. Lehmann, der das Protektorat über das Tanzkorps der Luftflotte übernommen hat.
Anm.
Lehmann stirbt am 07.05.1937 an den Folgen der durch die Explosion der Hindenburg erlittenen Verbrennungen.
Karneval 1927 Tollität Luftflotte
 
 
1927-03-22
Der Geistliche, Oblatenpater Paul Schulte (1894-1974), aus dem Kloster St. Nikolaus in Grevenbroich-Kapellen, gründet in Köln im Sitzungssaal der Kölnischen Volks-Zeitung die „Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft MIVAG“. (Später ließ man den Buchstaben „G“ weg.)
Oberbürgermeister Konrad Adenauer wird Erster Vorsitzender und stellt in Köln in der Apostelnstr. 7 auch die Räume zur Verfügung.
Den Ehrenvorsitz übernimmt Fürst Alois zu Löwenstein.
 
 
1927-00-00
Oberleutnant Willy Kanstein wird Leiter der Polizei-Flugwache auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof. Kanstein war im Weltkrieg Pilot und besitzt ein hohes Maß an fliegerischer Erfahrung.
 
 
1927-00-00
Auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof wird die „Zollabfertigungsstelle Köln-Flughafen“ mit Unterkasse errichtet.
Diese Zollstelle ist dem Hauptzollamt Köln Bonntor angegliedert.
Der Zollabfertigungsstelle sind erteilt:
1. die unbeschränkte Befugnis im Begleitscheinverkehr,
2. die Befugnis zur Bescheinigung des Ausgangs sämtlicher Waren, für die Abgabenver-
gütung oder Abgabenbefreiung beansprucht wird, und
3. die Befugnis nach lfd. Nrn: ....... der Anleitung für die Zollabfertigung.
 
 
1927-04-19
Die „Deutsche Luft-Hansa AG“ (DLH) richtet die „Rheintallinie 31“: Düsseldorf-Köln-Frankfurt/M.-Mannheim-Basel-Genf ein.
 
 
1927-05-01
Seit heute befliegt die belgische Luftverkehrsgesellschaft Société Anonyme Belge d´ Exploitation de la Navigation Aérienne - kurz „Sabena“ genannt - die Strecke Brüssel-Köln.
Der Flugbetrieb wird mit ehemaligen (englischen) Militärmaschinen vom Typ Handley durchgeführt. Mit der Inbetriebnahme der Strecke Brüssel-London durch eine belgische Gesellschaft wird ein weiterer Schritt zur künftigen Luftfahrtentwicklung Kölns getan. Wenn auch eine englische Gesellschaft bereits Brüssel auf ihrer Fluglinie Köln-London zwischengeschaltet hat, so bedeutet doch die neue Strecke der Sabena eine erfreuliche Annäherung der beiden benachbarten Länder.
 
 
1927-05-16
Die „Deutsche Luft Hansa AG“ (DLH) eröffnet die Rheintalstrecke
Köln-Duisburg-Rotterdam mit Junkers F 13 -Wasserflugzeugen.

Die DLH setzt folgende Flugzeuge ein: _
Kz: D-207, Junkers F 13 bi „Falke“; Kz: D-433,Junkers F 13 „Baumläufer“,
Kz: D-463, Junkers F 13 „Tauchente“; Kz: D-564, Junkers F 13 „Goldammer“.

Der Wasserlandeplatz Köln befindet sich an der Kunibertsrampe (in Höhe der Kunibertskirche) zwischen Hohenzollernbrücke und Bastei.
Morgens um 7.10 Uhr fliegt die Maschine ab und kommt abends um 19.30 Uhr zurück.

 
 
1927-06-05
Die Flugwache auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof erhält nachts um 1.30 Uhr aus Amsterdam die Mitteilung, daß sich der amerikanische Verkehrs- und Dauerflieger, Clarence D. Chamberlin, mit seinem Begleiter Levine auf seinem am 27-06-04 begonnenem Flug von New York nach Berlin, mit seinem Bellanca-Hochdecker, Kz: N-X237, -mit einem 220 PS Wrigt-„Whirlwind“-Motor- sich auf dem Wege nach Köln befinde.
Zwei Stunden später meldet Krefeld, die Maschine um 3.20 Uhr beobachtet zu haben; um 3.45 Uhr überflog sie Gelsenkirchen und um 4.00 Uhr bereits Dortmund. Dann reißt die Verbindung ab.
Um 6.15 Uhr landet Chamberlin nach 6.294 Kilometer mit dem letzten Sprit in der Nähe von Eisleben.
Die auf den Namen „Miß Columbia“ getaufte Maschine trägt aus Geheimhaltungsgründen nur die Aufschrift „NEW YORK“.
Chamberlin erreicht Berlin am -06-07.
 
 
1927-06-28
Im Zusammenhang mit der „Internationalen Luftfahrtausstellung Berlin 1928“(ILA) teilt der Kölner OB Konrad Adenauer dem Deutschen Museum in München mit, daß er sich wunschgemäß mit Herrn Prof. Richard Seewald wegen Anfertigung des Gemäldes des hiesigen Flughafens   in Verbindung gesetzt habe.
Diese Luftfahrtausstellung bietet dem Verkehrs- und Wirtschaftsamt der Stadt Köln Gelegenheit, die Bedeutung des Flughafens Butzweilerhof im Bild darzustellen. Während andere Städte ihre Flughäfen als Pläne oder als Modelle zeigen, ist Köln in der Lage, mit dem Ölgemälde eines bedeutenden zeitgenössischen Künstlers, seinen Flughafen auf ganz besondere Weise zu repräsentieren.

Das Bild wird heute bei Prof. Richard Seewald, der an der Kölner Kunstgewerbe- und Handwerkerschule lehrt, in Auftrag gegeben. Seewald schafft ein Gemälde mit den Maßen von 100 x 150 cm, das die Lage des Flughafens in Bezug zum Rhein und Kölner Dom sowie die Anordnung der Flughafen-Gebäude darstellt.
Prof Seewald Flughafen Köln
   
 
1927-00-00
In der Hauptbetriebszeit startet oder landet auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof in der Mittagszeit jede 2,9 Minuten ein Flugzeug.
 
 
1927-08-12
„Köln als Überseeflughafen“.
Unter dieser Überschrift erscheint ein Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger Nr. 403:
Im Hinblick auf die von dem Flieger Koennecke geplante Ozeanüberquerung ab Köln, werden hier Überlegungen über den besten Abflugort für einen Überseeflugverkehr angestellt.
Man kommt zu dem Schluß, daß sich Köln wegen seiner guten Lage am Rhein, seiner geringen Entfernung zum Atlantik, seiner ausgezeichneten verkehrsgeographischen Lage und der günstigen Wetterverhältnisse besonders gut eignet.
Der Luftfahrtmitarbeiter der Kölnischen Zeitung, Hauptmann a.D. Dr. Hildebrandt, hat bereits vor einiger Zeit als geeignesten Ort für einen Wasserflughafen die Windungen des Rheins nördlich von Köln bezeichnet. Die Schwierigkeiten der großen Startlänge der Wasserflugzeuge sowie der unterschiedlichsten Windrichtungen sind seiner Meinung nach durch geeignete künstliche Startmittel (Startplattform auf Schienengleise entlang des Ufers) zu lösen.
 
 
1927-08-20
Auf dem Flughafen Butzweilerhof befindet sich eine Caspar C 32 der „Germania“ Lufttransport AG, die von Freiherr von Hünefeld, einer jener Männer, die zuerst den Atlantik von Ost nach West überqueren (am 1928-04-12), auf ihre Ozeantauglichkeit überprüft wird.
Das Flugzeug wird auf den Namen „Germania“ getauft. Auf der Motorhaube steht der Schriftzug „Caspar“, auf den Flächen die Aufschrift „Pressa“ und auf dem Seitenruder der Aufdruck „Köln Pressa 1928“.
 
 
1927-09-00
Der Kölner Flieger Jakob Möltgen absolviert auf der neuen Klemm L 20 B 1, Kz: D-1214, die zur Erlangung des Flugzeugführerscheins A erforderlichen Prüfungsflüge vom Flughafen Köln Butzweilerhof aus.
 
 
1927-00-00
Der „Kölner Club für Luftsport“ (KCfL) richtet auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof eine Fliegerschule ein.
Jakob Möltgen wird auf dem Platz Ausbildungsleiter für den Motorflugbetrieb und übernimmt die Neuausbildung von Flugzeugführern.
Es werden 32 ehemalige Flugzeugführer umgeschult und dank weiterer Spenden kann eine Anzahl Jugendlicher kostenlos ausgebildet werden.
Möltgen ist bis 1932 der einzige Fluglehrer auf dem Butzweilerhof und steht fast jeden Tag im Einsatz von morgens bis zur Dämmerung.
In dieser Zeit stehen ihm sechs Motorflugzeuge zur Verfügung.

In den nächsten Jahren bleibt die Motorgruppe des KCfL bei fünf Zuverlässigkeitsflügen und sonstigen Wettbewerben durch den Einsatz der Flugzeugführer Christian Geusgen, Franz Wehland, Rolf Freih. von Wassenberg, Paul Billstein, Hermann Stöcker, Peter Kümpel und Jakob Möltgen II(?) - unter anderen - siegreich.
Liesel Bach wird 1930 und 1931 Deutsche- und 1934 Europäische Kunstflugmeisterin.

 
 
1927-09-17
„1. Rheinische Flugturnier“ in Köln,
veranstaltet vom „Kölner Club für Luftfahrt“ unter Mitwirkung des Düsseldorfer Aero-Clubs, der Sektion Bonn des Niederrheinischen Vereins für Luftschiffahrt und des Aerodynamischen Instituts an der Technischen Hochschule in Aachen (siehe Programm Lfm B-000 268).
Das Programm umfaßt einen Pünktlichkeitswettbewerb, einen Ab- und Aufrüstungs¬wettbewerb, einen Orientierungswettbewerb, Geschwaderflüge und Luftreigen der Jungfliegersstaffel des Deutschen Luftfahrt-Verbandes (DLV) sowie Luftrennen und Kunstflüge.
Beworben haben sich 26 Flieger, u. a. Gerhard Fieseler (mit seiner „Schwalbe“), Siebel, Dr. Gullmann, Martens, Bohne, Seelbach und Croneiß sowie Katzenstein, Raab und einige alte Pour-le-mérite-Flieger des Weltkrieges.
Flugzeugtypen u.a.: Messerschmitt M 19, Klemm Daimler L 20, Blancke H 4 B, Raab-Katzenstein Kl. Ic „Schwalbe“, Udet 12 und 12a, Fokker D VII, Albatros L 66a, Dietrich DP IIa, LVG/BIII, BAG/D IIa, MM3 Eindecker und Bäumer G IV „Sausewind“.
Anton Riediger aus Ebingen (Württenbergischer Luftfahrtverband) erringt mit seiner Daimler-Klemm L 20 einen ersten und einen zweiten Preis und erhält ca. 3.000 Mark Preis-Geld.
 
 
1927-09-19
Gerhard Fieseler fliegt die Strecke vom Flughafen Köln Butzweilerhof bis nach Bonn in seinem Flugzeug in Rückenlage in 15,5 Minuten. Das ist Weltrekord!
 
 
1927-09-20

Verweis zum Atlantikflug von Otto Könnecke
Auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof startet die Caspar C 32 „Germania“ zum Flug nach Asien.
Mit an Bord ist der Lübecker Konstrukteur Hans Herrmann und Georg Friedrich Graf zu Solms (*07.03.1899, +13.05.1969), der als „Heizer“ die ungesunde Aufgabe hat, Kanister für Kanister Benzin in die Falltanks zu füllen.
Die Leitung der „Pressa“ und die Stadt Köln übernahmen für diesen Flug die Versicherungsprämie bei den Londoner Lloyds.
 
 
1927-00-00
Die „Imperial Airways“ setzt auf der Strecke London-Köln den Flugzeugtyp „Handley Page HP-30“ ein.
Die Maschine befördert 20 Passagiere; der Pilot sitzt im Freien.
 
 
1927-00-00
Beginn der Morse-Funkerei in der Luftfahrt.
 
 
1927-00-00
Die Erfolgsbilanz der Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft MIVA kann sich durchaus sehen lassen: 46.393 Mark in bar und 100.000 Mark an Sachwerten wurden für die verkehrstechnische Ausstattung der Mission aufgebracht.
 
 
1928-04-00
Die Fluggäste werden mit ihrem Gepäck vom Stadtbüro der DLH im Domhotel durch Zubringerautos unentgeltlich zum Flughafen gebracht. Besucher können mit der Straßenbahn Nr. 21 (Schild: Bis Rochusstraße) bis zur Endstation Rochusstraße in Ossendorf fahren und von dort in 20 Minuten zum Flughafen gelangen. Außerdem kann man den Flughafen mit Postomnibussen um 12.00 und 13.45 Uhr ab Südseite des Domes erreichen. Weitere Haltestellen unterwegs: Hauptpostamt, Kaiser-Wilhelm-Ring, Ehrenfeldgürtel und Rochusstraße.

Die Flughafenverwaltung ist mit der „Rheinischen Luftverkehrsgesellschaft m.b.H.“ im Verwaltungsgebäude untergebracht.

 
 
1928-04-23
Die Deutsche Luft-Hansa AG (DLH) nimmt einen Luftfracht-Spezialdienst auf den Strecken Berlin-Hannover-Essen-Köln-London und Berlin-Köln-Paris auf.
 
 
1928-04-10
Der Fluglehrer des Kölner Clubs für Luftfahrt, Jakob Möltgen, macht in der Klemm
L 20 B1, Kz: D-1214 „Dr.Fr. Kruse“, seinen 500. Start.
Nach der Landung wird er von seiner Frau und ……….? Cremer vom Club-Vorstand gratuliert.
 
 
1928-04-12
Der „pour le Mérite“-Flieger Hermann Köhl, Günther Ehrenfried Freiherr von Hünefeld sowie der irische Major James C. Fitzmaurice starten im irischen Baldonnel in ihrer Junkers W 33 „EUROPA“ und landen 36 ½ Stunden später nach einem dramatischen Flug über den Atlantik auf Greenly Island, einer kleinen Insel zwischen Labrador und Neufundland.
Die gelungene Überquerung des Nordatlantiks in Ost-West-Richtung macht sie weltberühmt.
Die Junkers W 33 "Bremen" steht heute in den USA.
 
 
1928-05-00
Die belgische Luftverkehrsgesellschaft „SABENA“ nimmt dreimotorige Fokker-Flugzeuge Fokker F.VIIb-3m- in Betrieb, die sie mehrere Jahre lang auf den Strecken Brüssel-Köln und London einsetzt.
So gehört die „SABENA“ zu den ersten Luftverkehrsgesellschaften, die mit mehrmotorigen Maschinen fliegt.
 
 
1928-06-28
Einweihung der Gedenktafel am Gefallenendenkmal im Hindenburgpark.
Sprecher: Pater Dionysius.
   
     
 
 
1928-06-29
Auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof finden anläßlich des von den ehemaligen Angehörigen des Flieger-Bataillons Nr. 3 und des Luftschiffer-Bataillons Nr. 3 veranstalteten Fliegergedenktages am Nachmittag Flugvorführungen des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL) statt.
 
 
1928-07-07
Nach der gelungenen Überquerung des Nordatlantiks in Ost-West-Richtung am 1928-04-13/12 landen auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof die Ozeanflieger Hermann Köhl und Günther Ehrenfried von Hünefeld mit der Junkers W 33 „EUROPA“, der Maschine, mit der sie ihren Pionierflug unternahmen.

Die drei Pioniere (mit dem irischen Major James C. Fitzmaurice) wurden durch ihre Leistung weltberühmt. In ihre Heimat zurückgekehrt, reisen sie durch mehrere deutsche Städte.
Sie werden auch hier in Köln durch einen Vertreter der Stadt begrüsst und begeistert empfangen.
Am nächsten Tag nehmen sie an einer Veranstaltung des KCfL teil.

Anm.:
Das ursprünglich für diesen Tag geplante Festprogramm, das ein Frühstück mit geladenen Gästen im Kölner Rathaus vorgesehen hat, muß angeblich wegen der verspäteten Ankunft der Pioniere ausfallen. Auch werden sie nicht wie andernorts, vom Oberbürgermeister am Flughafen begrüßt. Der wirkliche Grund für Adenauers Weigerung, die Ozeanflieger zu empfangen, ist aber deren vorheriger Besuch im holländischen Haus Doorn beim dort im Exil lebenden letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. Adenauer, ein überzeugter Republikaner, wertet das Verhalten der Flieger als Affront und Mißachtung der Weimarer Verfassung.

 
 
1928-07-08
Die Transozeanflieger Köhl und von Hünefeld nehmen an einer Gedenkfeier des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL) auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof zum 90. Geburtstag des Grafen Zeppelin teil.
 
 
1928-00-00
Der 20-jährige Kölner Rolf Freih. von Wasserberg macht als Mitglied des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL) seinen Pilotenschein.
 
 
1928-08-19
Flugtag auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof
veranstaltet von der Raab-Katzenstein-Flugzeugwerke GmbH Kassel, in Verbindung mit dem Kölner Club für Luftfahrt e.V und dem Flughafen der Stadt Köln, Teilnehmer: Peschke, Gröbedinkel und ………?
Flugzeugtypen: Klemm Kl. Ic „Schwalbe“, Klemm Kl. Ia „Schwalbe,“ Raab-Katzenstein RK 2a „Pelikan“, Raab-Katzenstein RK 6, Raab-Katzenstein RK 9, …..sogar ein……? XI, Modell 1909.

Außer den üblichen Darbietungen des Schau- und Kunstflugs wird erstmals ein Schleppzug der Luft vorgeführt: ein motorloses Flugzeug hinter einem Motorflugzeug.
Teilnehmer ist u.a. auch die Raab-Katzenstein „Trumpf“-Kunstflugstaffel.
Pilot Silberstein macht mit der BAG D II a, Kz: D-892, mit Sarrasani-Reklame Bruch, er wird leicht verletzt.

 
 
1928-10-02
Auf seiner Deutschlandfahrt kommt das Luftschiff Zeppelin LZ 127 „Graf Zeppelin“, unter Führung von
v. Eckener und Lehmann, zum ersten Mal nach Köln.

Auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof befindet sich das Kleinluftschiff D-PN 28 Parseval Naatz „Trumpf“ mit der Werbeaufschrift „Ritter Vitamin Kraftbonbon“.
Auf der Kabine und auf dem neben dem Luftschiff aufgeschlagenen Zelt steht der Name „Trumpf“. Der stationäre Ankermast steht ab 1926 südlich der Halle I in Höhe des Wohnhauses vom Hof Butzweiler.

D-PN 28 Parseval Naatz im Hintergrund der Bauernhof Butzweiler Hof 
 
 
1928-10-05
Erste Landung des englischen Tragschraubers CIERVA C.19, Kz: G-EBYY, auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof. Führer: Rawson & Black.

Auf dem Platz befinden sich noch folgende Flugzeuge der Imperial Airways:
Amstrong Whitworth „Argosy“ Mk. 1A Class „City of Glasgow“, Kz: G-EBLF
(oder die Handley Page W9 „Hamstead“
„ City of New York“, Kz: G-EBLE?)
und die Handley Page W8B „Prinz Henry“,
Kz: G-EBBI.

CIERVA G-EBYY auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof 
 
 
1928-10-26
Bei der Landung auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof setzt der DLH-Pilot Gerstenkorn seine Junkers Ju G 31, Kz: D-1310 „Hermann Köhl“, in der Mulde an der Nordwestgrenze des Rollfeldes auf und verunglückt (beschädigt).
Die Maschine, Werknr. 3002/1928 ist seit Februar 1928 auf die DLH AG zugelassen und ist nach der Luftfahrzeugrolle noch nach März 1934 mit dem Kz: D-ADIN in Dienst.
 
 
1928-11-22
Aus einem Schreiben der „Internationalen Luftfahrt Ausstellung Berlin 1928“(ILA) an das Deutsche Museum in München geht hervor, daß das s. Zt. (1927-06-28) von Prof. Richard Seewald angefertigte Gemälde des Kölner Flughafens für die ILA nach Ende der Austellung wahrscheinlich nach Köln zurückgesandt wurde. Der Magistrat der Stadt Köln überläßt das Bild nach Beendigung der ILA am 1928-12-04 dem Deutschen Museum in München als Stiftung.
Köln gehört zu den Mitbegründern und Förderern des 1925 in Leben gerufenen technischen und naturwissenschaftlichen Museums.

Anm.:
Das Gemälde wird bei der Bombardierung Münchens im 2. Weltkrieg zerstört.
Prof Seewald Flughafen Köln
 
 
1928-12-00
Der „Kölner Club für Luftfahrt“ (KCfL) erhält - nachdem auch die Stadt Köln als Eigentümerin des Flughafens ihre Zustimmung gegeben hat - als erster Luftfahrt-Verein von allen hierfür in Frage kommenden Behörden die Ermächtigung erteilt, im Rahmen der von ihr errichteten Flugübungsstelle die fliegerische Ausbildung von Clubmitgliedern bis zum Flugzeugführerschein A 1 vorzunehmen.
Jakob Möltgen wird als Fluglehrer behördlich anerkannt (Peter Klein) und stellt sich als Ausbildungsleiter zur Verfügung.

Die Erteilung dieser Konzession ist gleichzeitig eine Anerkennung für all das, was der KCfL in der kurzen Zeit, da er sich überhaupt erst wieder praktisch im Flugsport betätigen konnte, geleistet hat. Eine Reihe erstrangiger Einzelerfolge bei den verschiedenen Wettbewerben der Zukunft wird dies bestätigen. Der erste „Jung“-flieger der Fliegerschule ist bei seinem ersten Alleinflug bereits 40 Jahre alt.

Der Sportbetrieb hat im verflossenen Jahr durch Ausbildung und Umschulung von Flugzeugführern im KCfL erheblich zugenommen.
Der Flughafen wurde von zahlreichen ausländischen Flugzeugen angeflogen.

 
 
1928-12-11
Das planmäßige Großflugzeug der Deutschen Luft Hansa (DLH), die dreimotorige Junkers G 31fi, Kz: D-1473*) „Rheinland“, das auf der Strecke Köln-Berlin im Nachtluftverkehr fliegt, ist bei Letzlingen in der Nähe von Stendal bei einer Notlandung verbrannt.
Der Flugkapitän Gustav Dörr mit seiner Besatzung Bordmonteur Müller und Funker Orgel sind tot, ein Fluggast leicht verletzt.

Anm: Die DLH tauft später die Junkers Ju 52/3m, Kz: D-2490 (AFYS) und D-ASHY auf den Namen„Gustav Doerr“.
Dörr erhielt im Weltkrieg den Orden Pour le mérite.

 
 
1928-00-00
Der „fliegende Pater“ Paul Schulte geht Ende der Zwanziger Jahre nach Afrika.
Wieder nach Köln zurückgekehrt (wann?) startet er vom Flughafen Köln Butzweilerhof aus mit einem „Flamingo“, dem Flugzeug, das Ernst Udet als Kunstflieger berühmt gemacht hat, zu einem MIVA-Werbe-Rundflug über Deutschland.
Die Bevölkerung ist begeistert und spendet eifrig, so daß bis 1933 vierzehn Flugzeuge und hunderte Fahrzeuge in die Übersee-Missionen geschickt werden können.
 
 
1928-00-00
Der LH-Pilot Anton Weigand, von Frühjahr 1927-00-00 von Frankfurt/Main aus im regelmäßigen Streckeneinsatz fliegend, bekommt noch weitere Aufgaben zugeteilt. So macht er wochenlang Fotoflüge westlich des Rheins sowie Flüge mit deutschen und russischen Offizieren entlang der Nordalpen von Reichenhall bis nach Konstanz und zurück. Anton Weigand wird mit weiteren Piloten zur Seefahrtschule Lübeck beordert, wo er das Steuermannspatent auf großer Luftfahrt erwirbt. *)

*) Anm.: Evtl. für Einsatz auf Dornier DO X oder sonst. Flugboote?

 
 
1928-00-00
Die „Rheinische Luftverkehrsgesellschaft m.b.H.“ Köln, die in den ersten Jahren geringe Verluste hatte, die von der Stadt Köln übernommen wurden, konnte in diesem Jahr erstmalig einen bescheidenen Gewinn verzeichnen; er beträgt 14,25 RM.
 
 
1929-04-00
Öffentlicher Luftfahrt-Werbetag? auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof.
Es könnte sich um eine Repräsentation der Fa. Raab-Katzenstein (Raka), GmbH, Kassel handeln
 
 
1929-05-05
Der Kölner Club für Luftsport (KCfL) führt auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof ein interner Clubflugtag durch. Die Piloten sind ausschließlich Mitglieder des Clubs.
 
 
1929-00-00
Die Bonnerin Liesel Bach, geb. 14.06.1905, - die spätere deutsche und europäische Kunstflugmeisterin - tritt der Segelfliegergruppe des Hangelaer Luftfahrtvereins bei und beginnt auf dem Rodderberg (bei Mehlem) ihre Ausbildung als Pilotin.
 
 
1929-05-21
Ausbau der Luftpostbeförderung
Nachdem die Reichsregierung in diesem Jahr die Beihilfen für die Deutsche Luft Hansa (DLH) überraschend auf weniger als die Hälfte des Vorjahres gekürzt hat, müssen zahlreiche Strecken eingestellt werden. Die Deutsche Reichspost hilft der DLH in dieser prekären Situation und beauftragt sie mit der Einrichtung besonderer Postfluglinien, die vor allem nachts und in den ersten Morgenstunden betrieben werden und eine frühe Postzustellung ermöglicht.

Es werden Reichspostflüge von Berlin über Köln nach London und Paris eingerichtet, denen wenig später weitere nach Amsterdam und Brüssel folgen.
Der wichtigste Dienst ist der von Berlin nach London über Hannover und Köln (nachts).
Innerdeutsche Postflüge bestehen nach Hamburg, Frankfurt/M., München und Berlin.

 
 
1929-07-10
Der ehemalige Leiter der Polizei-Flugwache des Flughafens Köln Butzweilerhof, Polizei-Hauptmann E. Müller verunglückt in Frankfurt beim Absturz eines Sportflugzeuges tödlich.

Nachfolger als Leiter der Polizei-Flugwache Köln wird Polizei-Oberleutnant Willy Kanstein.

Polizei-Hauptmann E. Müller
 
 
1929-07-16
Der Verkehrsausschuss der Stadt Köln, unter Führung des Dezernenten A. Haas reist vom Flughafen Köln Butzweilerhof nach London zur Internationalen Flugzeug Ausstellung im Olympia, die bis zum 1929-07-27 dauert. Dort ist das Kölner Flughafenmodell ausgestellt.
  Modell Flughafen Köln Butzweilerhof ILA 1929
 
 
1929-07-22
Erster Katapultstart eines Postvorausflugzeugs von Bord des Turbinenschnelldampfers „Bremen“ etwa 400 Kilometer vor New York. Die Maschine, ein eigens für den Schleuderstart von Heinkel entwickelter Tiefdecker
He 12 landet nach zweieinhalbstündigem Flug im Hafen von New York.
 
 
1929-07-00
Robert Lusser, Flugzeugkonstrukteur, erhielt den Königs-Pokal 1929.
Lusser befindet sich auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof.
Im hinteren Sitz der Klemm L 25 Ia, Kz: D-1714, WNr. 139, welche im Juli 1929 auf Klemm, Böblingen zugelassen wurde, wird er im Beisein von Jakob Möltgen, Heinz Raddatz, v. Wassenberg und Oberleutnant Willy Kanstein fotografiert.
 
 
1929-08-08
Auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof landet die amerikanische Maschine vom Typ Ford 5-AT-C mit der Zulassungs-Nr.: NC-8412 und dem Schriftzug „Ford“ auf dem Seitenleitwerk.
Sie hat 3 Motore P&W Wasp Nr. (L) 1528, © 1440, ®1572; H.P. 400 ea.
Die Maschine geht nach dem -08-03 von Crydon Airdrome/Engl. Auf eine Europa-Demonstration in 21 Länder, u.a. Frankreich, Deutschland, erlässt, Italien etc.
Die Maschine wurde von der tschechischen Regierung gekauft und bei Ihrer Staatlichen Luftfahrtgesellschaft eingesetzt.
Sie wird auf einem Flug von Prag nach Wien am 1930-08-22 bei einer Notlandung zerstört (12 Tote).
 
 
1929-08-15

Verweis zum Thema
D-1717 Postflugzeug Dampfer BremenAufnahme der Postflugdienste von Köln nach Cherbourg, die als sogenannte Nachbringeflüge zu den Lloyd-Dampfern „Bremen“ und „Europa“*) in Richtung New-York bezeichnet werden.
Mit diesen Flügen von Köln Butzweilerhof, als einzigem Ausgangspunkt in Deutschland, wird die in Köln gesammelte Übersee-Post für den gesamten nordamerikanischen Kontinent, Mittelamerika, Westindien und auch für die Luftpostlinien nach und in Südamerika nach Cherbourg, dem französischen Hafen, der vor Überquerung des Atlantiks von den beiden Schiffen zum letzten Mal angelaufen wird, befördert.
Etwa 400 Kilometer vor New York wird von den Schnelldampfern ein Postflugzeug per Katapult abgeschleudert, das im Postvorausflug Sendungen auf das amerikanische Festland bringt.
Die Postlaufzeit zwischen Berlin und New York kann auf diese Weise um 24 Stunden verkürzt werden.

*)Anm.: Die „Europa“ wird erst 1930 mit einer Katapultanlage ausgerüstet und mit der verbesserten Version der Heinkel He 12 der He 58 und später mit dem Ganzmetallflugzeug Junkers Ju 46 bestückt.
   
 
1929-00-00
Der Kölner Fluglehrer des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL), Jakob Möltgen, landet mit einem Flugschüler in Hangelar*).
Liesel Bach fragt ihn, ob sie bei ihm das Fliegen lernen könne. Die Antwort lautet „Ja“.
Als Liesel Bach kurze Zeit später auf den Flughafen Köln Butzweilerhof kommt, nimmt Jakob Möltgen sie in der Klemm L 25 Ia, Kz: D-1615 „Ernst Krüger“, zu einem Flug mit. Der ihr bekannte Leiter der Kölner Luftpolizei, Oberleutnant a.D. Willy Kanstein, nimmt sie mit zu dem Verwaltungsbeamten des Flughafens, Erich Gensicke, 1929-00-00/
Liesel Bach erhält einen Freiflugschein der DLH nach Frankfurt/M. und kann somit am großen Rhön-Segelflugwettbewerb teilnehmen.
 
 
1929-08-18
Der Freiballon “KÖLN“ des Kölner Clubs für Luftfahrt (KCfL) startet unter Führung von Karl Lenders vom Aufstiegsplatz am Lindentor zu einer Fahrt, die nach Wellenholz-hausen (Krs. Höxter) führt.
Gleichzeitig startet der Ballon „STRAGULA“ vom Württembergischen Luftverband.

Der Kölner Segelflieger des KCfL, Peter Klein, macht seine 1. Fahrt mit, gestiftet von Major a. D. Karl Lenders (Führer der Ballonfahrer) für den vereinsmäßigen Bau des 1. Hochleistungssegelflugzeuges vom Typ „Professor“

 
 
1929-09-04
Liesel Bach, auf der Rhön weilend, erhält vom Chef der Kölner Polizeiflugwache, Willy Kanstein, schriftlich die Bedingungen für die Pilotenausbildung beim KCfL mitgeteilt:
Kosten 500 RM, einschließlich Versicherung, die sie nach Können in Raten abzahlen kann bei 200 RM Anzahlung.
Bei großer Geschicklichkeit ist der Club bereit, die restlichen 300 RM zu erlassen. Sie muß sich dann verpflichten, bei irgendwelchen Veranstaltungen des Clubs zu fliegen. Bei Zustimmung will Kanstein sie beim KCfL anmelden und ihr Pate werden. Liesel Bach nimmt dieses Angebot an.
 
 
1929-09-07
Liesel Bach trifft, von der Rhön kommend, auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof ein.
 
 
1929-09-17
Das Luftschiff Zeppelin LZ 127 „Graf Zeppelin“ kommt zum zweiten Mal nach Köln.
 
 
1929-09-19

Verweis zum Thema
D-1717 Niehler Hafen KölnKurz nach 11 Uhr landet Jobst v. Studnitz sein Katapultflugzeug Heinkel He 12 „New York“, Kz: D-1717, in Nähe des Köln-Niehler Hafens auf dem Rhein. Die Maschine legt an einem kleinen Holzfloß im Hafenbecken an, das eigens als Landebrücke am Vortag dorthin transportiert worden ist.

Zur Begrüßung sind erschienen: der Kölner Bürgermeister Bergmann, Hafendirektor Böker, Beigeordneter der Stadt Köln, Bergmann, sowie Vertreter der Deutschen Luft Hansa und der Post.

Das Ereignis wird als Meilenstein der Postgeschichte gewürdigt.

Das Wasserflugzeug war morgens gegen 6 Uhr in Höhe von Borkum von Bord des Schnelldampfers „Bremen“ abgeschleudert worden.

Auf dem Weg nach Köln landete die Maschine zunächst in Amsterdam. Abflug nach Köln-Niehl um 9.50 Uhr.
Die Heinkel-Maschine bringt als Fracht Postsäcke aus Nordamerika mit, deren Inhalt schnellstens mit anderen Flugzeugen vom Kölner Flughafen Butzweilerhof weiter transportiert werden muß. Nach der sofortigen Entladung wird die Post bereits hier auf dem Landungsfloß von Postbeamten gestempelt, sortiert und mit einem Postauto im Eiltempo zum Butzweilerhof befördert. Sie geht von hier teilweise bereits um 12 Uhr mit verschiedenen Maschinen weiter.
 
 
1929-00-00
Auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof befindet sich Louis Blériots Flugzeug, die Blériot XI ein Nachbau, mit dem er am 1909-07-25 den Ärmelkanal überquert hat.
Blériot XI auf dem Kölner Flughafen Butzweilerhof
 
 
1929-10-13
Einweihung der Mülheimer-Brücke.
Anläßlich dieses Ereignisses fährt das Luftschiff LZ 127
„ Graf Zeppelin“ über Köln und kreuzt auch über der neuen Brücke.
Köln Mülheimer Brücke LZ 127
 
 
1929-11-02
Die Imperial Airways versucht einen regulären Flugdienst zwischen Europa und Indien aufzunehmen. Der Streckenverlauf ist: Croydon-Köln-Nürnberg-Wien-Budapest-Belgrad-Skopje-Saloniki. Geflogen wird mit Flugzeugen vom Typ Amstrong Whitworth „Argosy“. Nach zwei Flügen wird die Flugverbindung auf Grund der schlechten Wetterbedingungen wieder eingestellt. Ab dem 29-11-16 wird der Abschnitt Köln-Athen mit der Bahn befahren.
 
 
1929-11-27
Die Kölner Zeitung berichtet über den gestrigen, schwierigen Überlandflug Liesel Bachs und bringt ein Foto der ersten Kölner Fliegerin.
 
 
1929-00-00
Eröffnung der neuerbauten Empfanggebäude mit der Besucherterrasse.
 
 
1929-00-00
In diesem Berichtsjahr belief sich das gesamte Postaufkommen auf dem Flughafen Köln Butzweilerhof auf 90481 kg; es waren 591.000 Briefsendungen und 10.800 Pakete.
Köln Butzweilerhof liegt mit diesem Luftpostaufkommen an 2. Stelle hinter Berlin.
 
   
                                         
Keine Haftung für unvollständige oder fehlerhafte Informationen.
Quellenangaben können gerne bei mir erfragt werden.
     
                               
Diese Chronik ist Eigentum von Heribert Suntrop.
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